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Für die Kinder der Unterkunft in der Bahnhofstraße gibt es an der rückwärtigen Seite des Gebäudes einen Spielplatz.

Gemeinderat Oberammergau bittet Regierung, nachzubessern

Asyl-Unterkunft: Zu wenig Duschen und WC?

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Oberammergau - Die Asyl-Unterkunft in der Bahnhofstraße in Oberammergau ist mit den ersten 20 Flüchtlingen belegt worden. Aber noch hakt es an der Ausstattung. Der Gemeinderat bittet die Regierung um Nachbesserung.

Lange hat es gedauert, jetzt sind in der Gemeinschaftsunterkunft der Regierung in der Oberammergauer Bahnhofstraße die ersten 20 Asylbewerber eingezogen; später, bei Vollbelegung, sind einmal 99 Personen vorgesehen. Auf Antrag von Ludwig Utschneider (Freie Wähler) berichtete am Mittwochabend im Gemeinderat Geschäftsleiter Christian Ostler über die aktuelle Entwicklung im ehemaligen Tedi-Markt. Die 20 Neuankömmlinge, darunter sieben Kinder, stammen laut Ostler aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien; sie sind alle im Obergeschoss der Unterkunft untergebracht.

Weiter sprach der Geschäftsleiter Nachbesserungen der sanitären Anlagen im Erdgeschoss, die in einem Schreiben an die Regierung vom Gemeinderat gefordert worden waren, an. Hier fand die Kommune, wenigstens zum Teil, Gehör beim Träger der Einrichtung: Es werden zwei neue WC eingebaut. Die Handwerker-Ausschreibung ist bereits rausgegangen, sodass bis Ende November alles fertig sein könnte. Dazu Ostler: „Bis dahin wird es keine weitere Belegung geben, weil ja auch noch die Vorhänge im Parterre fehlen.“ Die sollen von einer Justizvollzugsanstalt geliefert werden.

Die sanitäre Situation sieht derzeit in dem Gebäude wie folgt aus: In beiden Obergeschossen vorne wie hinten befinden sich jeweils vier WC und vier Duschen. Insgesamt sind für 77 Personen acht Duschen und acht WC vorhanden, was laut Regierung nach den Leitlinien ausreichend sei. Hinzu kommen im Obergeschoss des Rückgebäudes 22 Personen, die in Wohnungen mit eigenen Bädern (vier WC’s und zwei Bäder) wohnen. Die Kritik des Gemeinderates hatte sich an dem Umstand festgemacht, dass sich im Erdgeschoss keine sanitären Anlagen befänden, obwohl dort mal 57 Personen wohnen werden. Daher befürwortete die Regierung den Einbau zweier weiterer Toiletten.

Ortstermin mit der Regierungspräsidentin

In der Diskussion des Gemeinderates am Mittwoch wurde aber schnell deutlich, dass man mit dieser Ergänzung nicht zufrieden ist. Ludwig Utschneider meinte, dass dies nur ein erster Schritt sein könne: „Das reicht definitiv nicht aus, hier muss nochmal nachgebessert werden.“ Auch Fraktionskollege Michael Fux („Wenn das Haus einmal voll ist, lässt sich nur mehr schwer was machen“) und Dominikus Zwink von den Engagierten Bürgern unterstützten Utschneider in seiner Meinung. Markus Köpf (CSU) regte an, das Gespräch mit Regierungspräsidentin Brigitte Brunner zu suchen, wenn sie am 17. November zum Oberbayerischen Schulmusikfest nach Oberammergau komme. Dazu Geschäftsleiter Christian Ostler: „Wir werden versuchen, mit ihr einen Ortstermin zu vereinbaren.“ Katharina Floßmann (Frauenliste) bemängelte, dass nur eine einzige Toilette behindertengerecht ausgelegt sei.

Keine konkrete Zusage gibt es bislang von der Regierung bei der sozialpädagogischen Betreuung der Flüchtlinge durch Fachkräfte. Ostler bemerkte dazu, „dass wir in ständigem Kontakt mit dem Caritaszentrum im Kreisort stehen“. Gemeinderätin Annette Wagner (Frauenliste) konstatierte, „dass die Arbeit des ehrenamtlichen Helferkreises bei der Friedenshöhe ausgereizt ist.“ Das konnte Christian Ostler nur bestätigen: „Es gibt in der Friedenshöhe kaum Probleme mit den Bewohnern. Das ist zum sehr großen Teil das Verdienst des Helferkreises. Für die Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstraße brauchen wir unbedingt weitere Unterstützung aus der Bevölkerung.“

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