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Aktueller Blick aufs Mühlmoos: Auf dem Gelände des Gewerbegebiets sind erste Arbeiten angelaufen. 

Ein Interessent springt ab

Geplantes Gewerbegebiet: Klage über „Preiswucher“

Ohlstadt – Christian Fauser hätte gern im neuen Ohlstädter Gewerbegebiet Mühlmoos gebaut. Doch daraus wird wohl nichts. Dem Maler- und Lackierermeister ist der Grundstückspreis mittlerweile zu teuer. Er spricht sogar von „Preiswucher“. Auch andere Interessenten könnten abspringen. Die Grundeigentümer weisen die Vorwürfe zurück.

98 Euro pro Quadratmeter erschlossener Gewerbegrund sei jahrelang der Preis gewesen, sagt Fauser. Doch das hat sich inzwischen geändert. Heute liegt er bei 120 Euro. Fauser, der seinen Betrieb in Murnau hat, regt das ziemlich auf. Er spricht von „Preiswucher“, Absprachen würden nicht eingehalten. „Das geht nicht“, schimpft der Maler- und Lackierermeister.

Er habe nur eine bestimmte Menge Geld zur Verfügung. 120 Euro pro Quadratmeter – das bedeute für ihn das Aus. Das heißt: Er springt ab. Die Eigentümerin, der Fauser das Grundstück abkaufen wollte, will den Vorwurf so nicht stehen lassen. „Das ist ein sehr guter Preis, von Wucher sind wir weit entfernt.“

Der Haupteigentümer der Flächen im Gewerbegebiet erklärt die Preissteigerung mit höheren Erschließungskosten, Auflagen von Behörden und Ausgaben für Gutachten. Er habe Fauser gesagt, dass er mit der Eigentümerin einen Vorvertrag hätte abschließen müssen. Dann hätte er die Fläche günstiger bekommen können. Fauser erklärt, das versucht zu haben. „Aber die Eigentümerin hat sich nicht bei mir gerührt.“

Fauser ist nicht der einzige Kritiker. Auch Uli Weber, der sich für ein Grundstück interessierte, betont: „Es war anders ausgemacht.“ 120 Euro seien ihm zu teuer. Wobei er auch nicht unbedingt bauen müsse. Er will jetzt abwarten, bis er ein offizielles Schreiben erhält. Weber betreibt nebenbei Maschinen-Instandsetzung und einen Teilehandel.

Auch Maximilian Wichary überlegt, sich zurückzuziehen. 98 Euro hätte sich der Ohlstädter eingehen lassen. Aber 120 Euro, „wenn es dabei bleibt“, seien ihm „zu viel“. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme nicht.

Hubert Luidl, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma Bauelementefirma und Schreinerei, hat seine Baupläne schon vor zwei Jahren aufgegeben. Die Vorgaben hätten nicht gepasst, sagt er. „Das sind Richtlinien wie in einem Wohngebiet. Das war dann für mich gegessen.“

Roland Lory

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