Aus dem Gericht

Folgenschwere Brummi-Kollision

Klais - Noch mit einem blauen Auge davongekommen: Weil sich ein Ungar 2014 nach einem Unfall einfach aus dem Staub gemacht hat, stand er nun vor dem Richter. Der ließ Gnade walten. 

Der 51-jährige Lastwagenfahrer musste eigens aus Ungarn anreisen, denn schließlich hatte er gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben, mit dem er wegen einer Unfallflucht in Elmau zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt worden war. Und das, weil er im Herbst 2014 bei einem Mini-Unfall nahe Klais einem Lkw einen Schaden von 1484 Euro zugefügt hatte und daraufhin, der deutschen Sprache nicht mächtig, weitergefahren war. Amtsrichter Stefan Lindig beließ es nun bei der Verhandlung in Garmisch-Partenkirchen bei einem Obolus von 450 Euro.

Die Kollision ereignete sich laut Staatsanwältin Lisa Herzog am 29. September 2014 nahe der Mautstelle an der Elmauer Straße. Dort kam es zu der folgenschweren Brummi-Begegnung. Nachdem beide Vehikel sogenannte Aufleger hatten, seien deren Rückseiten dann in einer leichten Kurve derart aneinander geraten, dass der zur Seite geschwenkte Aufleger des Ungarn an jenem des Deutschen ordentlich gekratzt hatte.

Doch nach kurzer Besichtigung des Schadens sei der Ungar weitergefahren, schilderte die Anklägerin den Fortgang der Dinge. Der Deutsche jedoch erstattete, weil er an Unfallflucht dachte, prompt Anzeige. Die den Ungarn in Form eines Strafbefehls von 1200 Euro im Januar ereilte. Er habe nicht das Weite gesucht, sondern vielmehr nur etwas weiterfahren wollen, um dem starken Verkehr Platz zu machen, rechtfertige nun der Angeklagte sein Handeln. „Und dann wollte ich meinen Chef anrufen, der Deutsche jedoch war schon weg.“ Doch jener 28-Jährige aus Peißenberg erklärte als Zeuge, dass der Ungar „nur kurz was gesagt hat, ich verstand es nicht, und er fuhr weiter“.

Wie auch immer: Staatsanwältin und Richter sahen die Unfallflucht als erwiesen an. Lindig gab dem Ungarn noch einen Hinweis mit auf den Weg: „In Deutschland muss man immer unbedingt warten, bis jemand kommt, der den Unfall aufnimmt.“

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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