Kontrahenten haben sich längst versöhnt

Faustschlag mit Folgen

Garmisch-Partenkirchen - Dieser Kneipenabend kommt teuer: Ein Garmisch-Partenkirchner muss 2400 Euro Strafe nach einer Schlägerei zahlen.

Ein Faustschlag wird meistens mit einer hohen Geldstrafe vor Gericht bestraft. Vor allem dann, wenn er mitten im Gesicht platziert wurde: So kommt ein Kneipenabend für einen aggressiven Garmisch-Partenkirchner vor allem eines: richtig teuer.

Zu der Schlägerei ist es laut Staatsanwältin Eva Schierbauer am 24. Mai des vergangenen Jahres gegen 4.30 Uhr früh gekommen. Zu einem Zeitpunkt, als in dem Nachtlokal im Kreisort Hochbetrieb geherrscht hat: „Er schlug alkoholisiert mit der rechten Hand dem 30-Jährigen ins Gesicht“, erklärte sie. Allerdings sei das Opfer des 25-Jährigen mit einer Schwellung an der Unterlippe nur leicht verletzt worden.

Den Täter hatte daraufhin ein Strafbefehl ereilt, den er für unangemessen hoch hielt: Er sollte nämlich 2700 Euro (90 Tagessätze à 30 Euro) zahlen. Dagegen erhob er Einspruch und saß mit Anwalt Axel vom Brocke vor der Amtsrichterin Linda Behmel.

Ihr schilderte er die nächtlichen Ereignisse in wenigen Worten: Als in der Gaststätte zwei andere Leute aneinander gerieten, habe er nur schlichten wollen. Dabei sei er selbst in einen heftigen Wortwechsel mit einem der beiden Kontrahenten geraten. Ihm habe er daraufhin eher vorsorglich den Hieb versetzt. „Denn ich dachte, der schlägt jetzt zu – auf mich“.

Sein Opfer nämlich will gehört haben, dass der jetzt Angeklagte „Hurensohn“ zu ihm gesagt habe. Dann sei ein Wort auf das nächste gefolgt. Doch mittlerweile, berichtete der 30-Jährige in der Sitzung, habe man sich längst versöhnt. Es soll sogar über einen Täter-Opfer-Ausgleich gesprochen worden sein. „Ich habe seine Entschuldigung natürlich angenommen. Es war halt eine Reaktion von ihm.“ Weil er nun einen Tag lang Schmerzen hatte, sei er gar nicht an einer Bestrafung interessiert.

Doch der Schlag ins Gesicht hat juristische Folgen. Deshalb beantragte die Staatsanwältin eine Strafe von 2800 Euro (70 Tagessätze à 40 Euro). Verteidiger vom Brocke hingegen plädierte angesichts der geringfügigen Schwere für 1050 Euro (35 mal 30 Euro). Die Richterin zog dann zwar alle Entlastungsgründe wie Geständnis, Entschuldigung und geringe Verletzungsfolgen in Betracht, verhängte trotzdem 2400 Euro (60 Tagessätze à 40 Euro – gerade mal 300 Euro weniger als im Strafbefehl.

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa

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