Gericht: Zwei Drogen-Kekse verspeist

Ohlstadt - Bei der Autofahrt ertappt: Ein 20-jähriger Murnauer muss wegen Drogenmissbrauchs eine Geldstrafe bezahlen und zur Suchtberatung.

Bei Veranstaltungen wie einem Stadlfest in Ohlstadt verschärft in der Regel die Polizei ihre Kontrollen. Diese Erfahrung musste ein 20-jähriger Murnauer machen, der jetzt vor dem Amtsrichter in Garmisch-Partenkirchen saß, weil er auf der Fahrt zu dem Fest den Wirkstoff von Cannabis, THC (Tetrahydrocannabinol), im Blut hatte. Dieses Vergehen wird wie Trunkenheit am Steuer geahndet und brachte dem jungen Mann eine beachtliche Jugendstrafe ein: 500 Euro Geldbuße, weitere 300 Euro Geldauflage und die Verpflichtung, zwei Suchtberatungen zu absolvieren. Ein Monat Fahrverbot wurde ihm obendrein aufgebrummt. Doch dieses war aufgrund eines bereits verhängten Verbots abgegolten.

Laut Staatsanwältin Daniela Müller verübte der Murnauer am 6. Dezember des vergangenen Jahres gleich zwei mit Cannabis zusammenhängende Delikte: Aus einem unbekannten Grund war er den Ordnungshütern am Abend gegen 20 Uhr auf der Fahrt in Ohlstadt aufgefallen. Die Beamten verfolgten, stoppten und durchsuchten ihn. Dabei fanden sie eine kleine Tasche mit 0,25 Gramm Marihuana – ein verbotenes Rauschgift. In der Hauptsache soll er, so drei Polizeibeamte als Zeugen, ein wenig geschwankt, nervös mit den Händen gezittert und etwas gerötete Augen gehabt haben. Für die Anklägerin waren das zwei Delikte: Zum einen der Besitz einer illegalen Droge. Und zum anderen die Fahrt im angetrunkenen Zustand, denn Rauschgiftkonsum wird als Trunkenheit gewertet. Bei seiner Blutuntersuchung habe man, so die Staatsanwältin, zwölf Mikrogramm THC festgestellt.

„Das stimmt soweit“, sagte der von Anwalt Rainer Höfer (Murnau) verteidigte Angeklagte. „Am Vorabend hat eine Geburtstagsfeier etwas länger gedauert, ich bin erst am Nachmittag aufgewacht und war noch nicht recht nüchtern“, sagte er. Eigentlich habe er sich gut gefühlt, teilte er auf Nachfrage von Richter Stefan Lindig mit. Zu dem Drogen-Gehalt im Blut sei er gekommen, „weil ich zwei Kekse gegessen habe, die mit Cannabis gebacken worden waren“. Im übrigen habe er ansonsten etwa zweimal im Monat einen Joint geraucht. Seit dem Vorfall in Ohlstadt „nehme ich gar nichts mehr“.

Der Murnauer wurde bereits 2010 wegen eines Betäubungsmitteldelikts verurteilt. Die besagten Drogen-Plätzchen haben, wie ein Sachverständiger erläuterte, eine verspätete, aber länger anhaltende Wirkung. Die Staatsanwältin forderte, den 20-Jährigen nach dem Erwachsenenrecht zu einer Geldstrafe von 2250 Euro (50 Tagessätze à 45 Euro) zu verurteilen. Verteidiger Höfer plädierte für die Anwendung des Jugendstrafrechts. Richter Lindig verhängte eine milde Strafe: Die Trunkenheitsfahrt sei zwar nachgewiesen, nicht jedoch eine Fahruntauglichkeit, weshalb er nur eine Ordnungswidrigkeit erkannte.

Kaiser

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