Richter lässt Ex-SCR-Spieler McPherson abblitzen

Garmisch-Partenkirchen - Der ehemalige SCR-Spieler Andrew McPherson klagt vor Gericht um 4000 Euro ausstehendes Gehalt aus einem Vertrag. Dumm nur, dass der nicht unterschrieben ist.

Andrew McPherson hat vor Gericht schlechte Karten.

Es war kurz und schmerzlos. Nur ungefähr 20 Minuten beschäftigte sich Dr. Tobias Romeikat mit dem Fall, dann war für ihn alles klar. „Ich rate ihrem Mandaten, die Klage zurückzuziehen“, sagte der Richter am Arbeitsgericht zu Wolfram Cech. Der Rechtsanwalt aus Hannover, der sich darauf spezialisiert hat, Eishockey-Spieler und -Vereine zu vertreten, kümmert sich um die Interessen von Andrew McPherson, der in den Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 das Trikot der SC Riessersee in der 2. Bundesliga getragen hatte. Rund 4000 Euro ausstehendes Gehalt versucht der 32-Jährige einzuklagen. Nach dem Gütetermin in den Räumen des Amtsgerichts Garmisch-Partenkirchen darf McPherson das Geld abschreiben, weil es ihm nach Meinung von Romeikat nicht zusteht.

Der Kanadier, zurzeit ohne Job – zuletzt hatte er probiert, beim DEL-Club EHC München unterzukommen –, bezieht sich auf einen Kontrakt, den weder er, noch Riessersees Geschäftsführer Ralph Bader unterschrieben haben. Bader legte dieses Papier und den echten Arbeitsvertrag vor. Aus dem, von beiden Parteien unterzeichnet, hat der Mittelstürmer alles, was ihm zusteht, auf Euro und Cent erhalten. Rechtsanwalt Cech, der die Verträge nicht kennt, weil sie McPherson „nicht mehr findet“, sah sich deshalb von Richter Romeikat mit der Frage konfrontiert, ob sein Mandat als kanadischer Eishockeyspieler nur etwas von Toreschießen und Holzfällerarbeiten verstehe oder auch von Papier eine Ahnung habe.

Ralph Bader legte den echten Vertrag vor.

Weder mit Papieren, noch mit Versprechungen scheint es McPherson sehr genau zu nehmen. Beim SCR-Vertragsabschluss im August 2008 hatte er damals im Rahmen einer Pressekonferenz versprochen, pro Tor zehn und pro Pass, der zu einem Treffer führt, fünf Euro an die Kinder-Rheumaklink zu überweisen. Aus beiden Saisons sind 695 Euro aufgelaufen. Nach Baders Wissen, der die Summer verdoppeln wollte, ist bei der Rheumaklinik kein Betrag von McPherson eingegangen.

Den Gerichtssaal verließ der SCR-Manager, obwohl alles darauf hin deutet, dass der Prozess gut für den SC Riessersee ausgehen wird, mit einem ernsten Gesicht. „Eigentlich will ich gar nichts sagen. Aber es ist nicht schön, wenn man in drei Monaten dreimal vor Gericht muss.“ In Sachen US-Landbanking entschied Justitia im Juli pro SCR, im August wurde ein Verfahren, in dem es um nichtgezahlte Sozialversicherungsbeitrage für den Probespieler Scott Bartlett ging, gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt.

Peter Reinbold

Rubriklistenbild: © Thomas Sehr

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