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Schon einmal wurde das Tempo 30 Limit in der Badstraße aufgehoben

Bleibt weiterhin Thema auf der Tagesordnung

Gemeinderat diskutiert über Badstraße: Tempo 40 als Kompromiss?

Bad Kohlgrub - Über eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Badstraße wurde beim Gemeinderat in Bad Kohlgrub diskutiert. Die geforderte Tempo 30 Zone ist umstritten, ein Kompromiss mit 40 Stundenkilometern wird besprochen.

Soll und kann es in der Bad Kohlgruber Badstraße eine Tempo-Reduzierung auf 30 Stundenkilometer geben? Mit dieser Frage hat sich einmal mehr der Gemeinderat beschäftigt. Allerdings hielt sich die Begeisterung der Lokalpolitiker in Grenzen. Denn die Lage ist etwas vertrackt.

In der Straße galt schon einmal Tempo 30. Auf Geheiß des Landratsamts mussten die Schilder aber abmontiert werden, woran Bürgermeister Karl-Heinz Reinert (parteifrei) in der Sitzung erinnert hat. Dann gab es eine Bürgerpetition an die Verwaltung mit dem Anliegen, dort wieder die Geschwindigkeit zu begrenzen. Und zwar aus mehreren Gründen: Der Bereich ist ein Kurgebiet, es gibt keine Geschäfte oder Unternehmen mit wichtigen Zufahrten – dafür aber viele Wanderer, Touristen und Fahrradfahrer. Anwohner seien gefährdet durch schnelle Autofahrer. Die Gemeinde veranlasste Messungen. Es kam heraus, dass an manchen Tagen 800 bis 1000 Fahrzeuge durch die Straße fahren, mit einem Durchschnittstempo von 44 Kilometern pro Stunde.

Für den Bürgermeister sind die Bad- und Fallerstraße demnach Durchfahrtstraßen. Auch wenn sie, wie die ganze Ortschaft, als Ruhegebiet gelten. „Es ist halt die Route zur Hörnlebahn.“ Und es sei ja auch erwünscht, den Tagestourismus zu fördern, das werde auch in Zukunft so bleiben. Für Hauptverkehrsstraßen dürfe es nur unter bestimmten Bedingungen Tempo-30-Strecken geben, beispielsweise vor Schulen und Kindergärten. Solche Gründe seien für das Landratsamt im Fall der Badstraße nicht sichtbar. „Der Gemeinderat hat nicht mitzureden“, betonte Reichert. Wenn die Gemeinde in der Badstraße „30“-Schilder aufstelle, bestehe die Gefahr, dass sie wieder entfernt werden müssten. Von Georg Doll (CSU) kam die Anregung, ob man nicht „Freiwillig 30“-Hinweise installieren könnte. Dies wurde zwar bejaht, für Reichert ist es aber „nicht die Zielrichtung“. Aus dem Publikum, das ausnahmsweise vereinzelt Rederecht bekam, war Unverständnis zu hören. In ganz Altenau dürfe man nur 30 fahren – warum nicht in Bad Kohlgrub? In dem Dorf gebe es schließlich keine Hauptverkehrsstraßen, hielt der Bürgermeister dagegen. Der Verkehr könne doch auch bei 30 Stundenkilometern fließend ablaufen, warf Martin Niklas (Neue Liste) ein. Von Nikolaus Omnich (Landwirte) kam noch die Idee, es mit einer Tempo-40-Beschilderung zu versuchen, so etwas gebe es andernorts auch. Übrigens hat sich in Kohlgrub auch eine Bürgergruppe formiert, die eine Beibehaltung von 50 in Ordnung findet. 150 Unterschriften wurden dafür gesammelt, dass alles so bleibt wie es ist. Die Diskussion verlief etwas im Sande, eine leichte Ratlosigkeit machte sich breit. Schließlich kündigte Reichert an, mit dem Landratsamt die „Tempo-40“-Variante zu besprechen.

Auch über einen Vorschlag von Gemeinderat Niklas, mit baulichen Veränderungen eine Verlangsamung des Verkehrs zu erreichen, könne man nachdenken. Also wird das Thema weiter auf den künftigen Tagesordnungen bleiben.

Juliane Klieser

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