+

Mutter erzählt

Bub (2) ins Gesicht gebissen: So geht es Lucas

Burgrain - Was am Dienstagnachmittag passiert ist, kann Sonja Brenner (alle Namen von der Redaktion geändert) auch einen Tag danach nicht fassen. „Ich bin immer noch sehr geschockt und muss das erstmal verarbeiten.“

Dabei spricht sie ganz leise. Denn nebenan, im Krankenhausbett, schläft ihr kleiner Sohn Lucas. Gott sei Dank. Denn der Zweijährige muss sich erholen. Er ist an vier Stellen im Gesicht genäht worden. Eine große, dreieinhalb Zentimeter lange Wunde zieht sich zwischen den Augenbrauen bis zur Nase. „Ich hoffe, dass keine Narben bleiben“, sagt die Mutter. „Gerade im Gesicht.“

Lucas wurde von einem Schäferhund-Mischling mitten ins Gesicht gebissen. Von einem Hund, den er seit seiner Geburt kennt und mag. Die Familie wohnt in einem Mehrfamilienhaus in Burgrain, der Hundebesitzer gleich in der Wohnung nebenan. Fast jeden Morgen begrüßt der kleine Bub das Tier im Treppenhaus. „Das macht er öfters und das ist eigentlich nichts Unübliches“, erzählt Brenner.

Auch am Dienstag wollte er dem Hund, der unangeleint vor der Haustür im Freien lag, nur Hallo sagen. Doch plötzlich fing das Tier an zu knurren, „dann hat es zugebissen. Das ging alles total schnell“, sagt Lucas’ Mutter. Ihr Sohn blieb wie angewurzelt stehen und wusste nicht, wie ihm geschah. Seine Mutter hingegen ist geschockt: „Sein Gesicht war blutüberströmt.“ Sie rief den Notarzt und die Polizei. Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen wurde der Bub genäht. Voraussichtlich kann er das Krankenhaus am Montag mit seiner Mutter verlassen.

Erklären kann diese sich das ungewöhnliche Verhalten des Schäferhundes nicht. „Er war sonst immer so lieb und ist nie negativ aufgefallen.“ Schließlich liegt er ihr zufolge oft unangeleint im Treppenhaus oder vor der Haustür im Freien. Auch der Hundebesitzer ist entsetzt: „Ich bin total geschockt, dass sowas passieren konnte“, sagt Franz Huber. Allerdings ist er sich nicht sicher, dass sein Hund wirklich zugebissen hat. Er glaubt eher, dass er den Buben mit der Pfote verletzt hat.

Derzeit ermittelt der Operative Ergänzungsdienst in Murnau in dem Fall, unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Besitzer. Hundeführer dieser Polizeieinheit schauen sich nun das Tier genauer an. Eine so genannte Wesensüberprüfung soll klären, ob der Hund hohes Aggressionspotenzial hat oder schon mal auffällig war. Das Ergebnis bekommt die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen.

Das Ordnungsamt ist die zuständige Sicherheitsbehörde. Dieses muss entscheiden, was mit dem Mischling passiert. „Möglich ist, eine Leinenpflicht oder das Tragen eines Beißkorbs zu verhängen“, nennt Klaus Schürgers, Dienstellenleiter des Operativen Ergänzungsdiensts, potenzielle Konsequenzen. Unabhängig vom Ergebnis der Tests muss der Hund aber ab sofort „in der Wohnung bleiben und darf nicht mehr unbeaufsichtigt vor der Tür liegen“, betont Schürgers.

Eine Regelung, die Sonja Brenner ungemein erleichtert. „Der Hund soll auf keinen Fall mehr in unsere Nähe kommen“, unterstreicht sie. Und auch dessen Artgenossen werden sie und ihr Sohn künftig meiden. Ihr Vertrauen ist ziemlich erschüttert.

kma

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Militärpfarrer nimmt Abschied von Mali - sein Versprechen löste er noch ein
Anfang Februar ist Norbert Sauer, der katholische Militärpfarrer aus Mittenwald, zu seinem neunten Auslandseinsatz nach Mali aufgebrochen. Im Camp Castor bei Gao kümmert …
Militärpfarrer nimmt Abschied von Mali - sein Versprechen löste er noch ein
Straßenprojekte in Murnau: Wird die Poschinger Allee verlegt?
Der Markt Murnau plant weitere Straßenbaumaßnahmen. Auf einer Liste taucht auch die Verlegung der Poschinger Allee auf. Über das Thema wurde jetzt im Bauausschuss …
Straßenprojekte in Murnau: Wird die Poschinger Allee verlegt?
Fünf Wochen Vollsperrung in Griesen: Diese Probleme traten auf
Die Griesener haben es überstanden: Seit Freitagabend können sie wieder flexibel mit dem Auto nach Garmisch-Partenkirchen fahren, die Vollsperrung ist aufgehoben. In den …
Fünf Wochen Vollsperrung in Griesen: Diese Probleme traten auf
Sennerin hörte laute Hilferufe: Tourist verunglückt an der Schellschlicht
Verletzt hat sich ein Tourist bei einer Bergtour. Er war vermutlich im Bereich des Gipfels gestürzt.
Sennerin hörte laute Hilferufe: Tourist verunglückt an der Schellschlicht

Kommentare