Gesperrte Pisten sind in Oberammergau kein Problem. Am Kolben haben Tourengeher eine sichere und gut präparierte Aufstiegsroute. foto: hutter

Gesperrte Pisten: Tourengeher reichen Klage ein

Garmisch-Partenkirchen - Gegen die Sperrung der Pisten im Garmisch-Partenkirchner Classic-Gebiet habne zwei Tourengeher Klage beim Münchner Verwaltungsgericht eingereicht. Zugspitzbahnchef Huber spricht von einer "Dreitigkeit".

Die gesperrten Pisten im Classic-Gebiet sind den Tourengehern Robert Herz und Johannes Grasegger ein Dorn im Auge. Jetzt haben die beiden Gründer des Skitourensportler-Vereins Klage eingereicht. Diese richtet sich gegen die Anordnung der Marktgemeinde, die Touren ausschließlich auf der Tonihütten-Standard-Abfahrt erlaubt. „Wir wollten unsere Rechtssituation nicht verschlechtern“, begründet Herz das juristische Vorgehen. Denn die Frist für rechtliche Schritte gegen die Verbote, die am 15. Dezember 2010 erlassen wurden, endete vor einigen Tagen. „Wir waren also unter Druck.“ Deshalb reichte der Garmisch-Partenkirchner zusammen mit Grasegger am 18. Januar Klage beim Verwaltungsgericht München ein.

Diese Art der Klärung ist aber nur als letzte Option gedacht. Herz sieht derzeit noch „jede Chance zu einer gütlichen Einigung“. Er betont: „Wir sind keine Streithansel. Wir sind nur Reakteure, nicht die Akteure.“ Schließlich sei der Markt durch die Anordnung vorgeprescht. Besonders enttäuscht ist der 48-Jährige darüber, dass die Pisten gesperrt wurden, ohne mit den Wintersportlern zu reden. „Es gab ja vor der Vereinsgründung keinen Ansprechpartner“, hält Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer dagegen.

Nun sollen die Gespräche nachgeholt werden. Die Skitourengeher haben die Gemeinde zu einem Austausch eingeladen, an dem auch Vertreter der Alpenvereins-Sektion Garmisch-Partenkirchen und der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) teilnehmen sollen. Zwar wäre Peter Huber dazu bereit, doch der Technische Vorstand der BZB zeigt sich angesichts der durch die Klage „einseitig verhärteten Fronten“ sehr verwundert. „Ich verstehe die Welt nicht mehr“, sagt er. Die Tourengeher benutzten die Infrastruktur des Unternehmens, die ihnen die Zugspitzbahn kostenlos zur Verfügung stelle, „ohne zu fragen“, und dann würden sie sich auch noch beschweren. Die Forderungen nach einer zweiten Aufstiegsroute über die Olympia-Abfahrt sowie schneesichere und gut präparierte Routen empfindet er deshalb als „Dreistigkeit“. Er weist auf die Kosten „im fünfstelligen Bereich“ für eine weitere Strecke hin. Die bestehende Aufstiegsspur sei ein Entgegenkommen der BZB, denn „wir verteufeln die Tourengeher ja nicht und haben den Trend dieser Sportart erkannt“. Im Vergleich zu den fünf Talabfahrten, die die Tourengeher vor der Anordnung nutzen konnten, sieht Herz die jetzige Situation als „wahnsinnige Einschränkung an".

Die Gemeinde ist um eine gütliche Einigung bemüht. "Wir haben die gesprächsbereitschaft der Skitourengeher erkannt und nehmen die Einladung gerne an", sgat Nöbauer. Keiner solle von den Pisten verdrängt werden, es gehe allein um die Sicherheit. Ob und wann ein Treffen stattfindet, ist noch unklar. Doch Grasegger und Herz haben konkrete Vorstellungen: In dem Schreiben an die Gemeinde fordern sie die Verwaltung auf, binnen zwei Wochen auf die Einladung zu reagieren.

Janine Tokarski

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