Eindrucksvoll: Die Schleierfälle, deren Zugang seit Jahren gesperrt ist. Foto: fkn

Gesperrte Schleierfälle: Lösung gesucht

Bad Bayersoien - Die Politik diskutiert weiter über einen Panoramasteg zu dem Naturspektakel nahe Bad Bayersoiens.

„So haben wir die Schleierfälle noch gesehen“: Bad Bayersoiens Rathauschefin Gisela Kieweg war bei der Bürgerversammlung richtig glücklich über den möglichen Panoramablick auf das Naturschauspiel an der Ammer zwischen Kurort und Wildsteiger Ortsteil Hargenwies. Bekanntlich denkt Kieweg an eine Aussichtsplattform am Ammerhang auf Soier Flur, angeschlossen ganz praktisch über das dort bestehende Wanderwegenetz. Großer Vorteil: Es trampeln keine Besucher mehr auf dem sensiblen Stück Natur an den Schleierfällen herum. Aber noch ist das Projekt Zukunftsmusik.

Denn alle Beteiligten tun sich schwer, eine Lösung zu finden. Schon seit fünf Jahren bewegt sich in dieser Sache nichts. Es gab lediglich diverse Ortstermine und Absichtserklärungen. 2010 hatte Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer bei den Schleierfällen die Reißleine gezogen: Er sperrte kurzerhand die Zugänge. Seitdem verbieten Schilder am Einstieg in den beliebten Wanderweg den Zutritt.

Taffertshofers Begründung für die ungewöhnliche Aktion lautete damals: Seine Gemeinde, auf deren Flur die Fälle liegen, könne die Verantwortung nicht mehr übernehmen. Denn Wanderer würden sich nicht an das Betretungsverbot des empfindlichen Ökosystems halten. Der Wildsteiger Rathauschef machte sich stets für eine Aussichtsplattform auf der Flussseite der Soier Nachbarn stark, entsprechend wohlwollend hatte er Kiewegs Pläne verfolgt. Doch bislang scheiterte das Vorhaben am lieben Geld und an fehlenden planerischen Grundlagen.

Dies könnte sich jetzt ändern, wie Kieweg erfreut mitteilte. Es kommt Bewegung in die Sache. Derzeit sei eine Machbarkeitsstudie durch einen Weilheimer Landschaftsarchitekten in Arbeit: Laut Kieweg in Auftrag gegeben von der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF), die in Weilheim ein Büro für den Alpenraum unterhält. Gezahlt werde diese von Bund, Freistaat und WWF, auf die Gemeinde kämen keine Kosten zu. „Erst damit können wir weitermachen“, sagt Kieweg. Aber die große Frage lautet: „Können wir so etwas überhaupt finanziell stemmen?“

Kieweg trat also ein bisserl auf die Bremse: „Es müssen etliche Gespräche stattfinden.“ Vor allem mit Grundstückseigentümern, den Jägern, und letztendlich muss der Gemeinderat zustimmen. Sollte es nach jahrelangem Warten endlich mit der neuen Aussicht auf die Schleierfälle klappen, hofft Kieweg auf einen Schub für Soiens Fremdenverkehr: „Das wird ein absolutes touristisches Alleinstellungsmerkmal sein.“

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