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Zu Gast bei den Geschäftsleuten: Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger (2. v. r) mit (v. l.) Michael Engel (Zweiter Vorsitzender), Kassier Herbert Bogner sowie dem Ersten Vorsitzenden Reinhard Eisner (r.).

Mehrheit der Händler schätzt Situation als gut ein

Gewerbe-Befragung mit aufschlussreichen Infos

Murnau - Trotz geringer Resonanz: Die Ergebnisse der Gewerbe-Befragung in Murnau liegen vor. Das Internet schneidet dabei nicht gut ab. 

Details wurden zwar offiziell noch nicht bekannt gegeben. Doch erste Ergebnisse der diesjährigen Gewerbe-Befragung liegen nun vor. Demnach sehen die Murnauer Geschäftsleute vor allem Handlungsbedarf bei den Parkplätzen, beim Branchenmix sowie beim Standortmanagement. Hauptprobleme sind aus der Warte der Händler die Konkurrenz durch das Internet und Mitbewerber, die Randlage der Bahnhofstraße sowie die abnehmende Kundenfrequenz.

Zum Hintergrund: Die Marktgemeinde startete heuer zusammen mit dem Verein zur Wirtschaftsförderung und dem Büro Dr. Heider eine Befragung unter Murnauer Geschäftsleuten. Mit den Resultaten soll das Einzelhandelskonzept der Kommune aktualisiert werden. Erste Ergebnisse hat der Vereinsvorsitzende Reinhard Eisner im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zum Murnauer vorgestellt.

Dabei listete er auch Nachteile und Schwächen auf, die es aus Sicht der Befragten gibt: nämlich die abnehmende Vielfalt der Läden und die hohen Mietpreise. Insgesamt schätzen jedoch 60 Prozent der Händler die Situation fürs Gewerbe in Murnau als „gut“ ein. Allerdings sind die Daten mit etwas Vorsicht zu genießen. Denn die Rücklaufquote betrug laut Eisner nur gut zehn Prozent – „eine relativ schlechte Beteiligung“, wie er anmerkte. „Da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert.“

Der Verein hatte seine rund 150 Mitglieder ermuntert mitzumachen. Auch Geschäftsleute, die nicht dem Verein angehören, bekamen Fragebögen. Das Echo – verhalten. Eisner bedauerte dies. „Es wäre gut gewesen, wenn wir ein großflächigeres Bild hätten abgeben können.“ Aufgrund der geringen Teilnahme sei es „ein bissl verzerrt“. Er appellierte an die Mitglieder, „bei so wichtigen Sachen mehr Engagement zu zeigen, damit nach außen sichtbar wird, dass uns das wichtig ist“. Daniel Abbenseth vom Büro Dr. Heider sagt, eine Tendenz lasse sich aus dem Ergebnis zwar ablesen. Die Beteiligung sei aber „an der Grenze, um aus den Daten große Schlüsse zu ziehen“.

Wirtschaftsförderer stellt sich vor

Interessant für den Verein ist auch, dass es seit Kurzem einen Wirtschaftsförderer in Murnau gibt. Jan-Ulrich Bittlinger, erst seit ein paar Wochen in Amt und Würden, stellte sich den Mitgliedern vor. Er sprach sich dabei für Kooperation mit den umliegenden Gemeinden aus. „Es ist problematisch, wenn jeder sein eigenes Gewerbegebiet verwaltet“, sagte er. Man müsse sich breiter aufstellen. Die Region habe sehr viel Potential, betonte Bittlinger. „Sie ist aber auf dem absteigenden Ast.“

Die Probleme sind bekannt: Zu ihnen zählt der demografische Wandel, außerdem wandern Firmen aus dem Landkreis ab, denn Gewerbeflächen sind rar und teuer. Es sei lange nichts getan worden, bemängelte Bittlinger. „Gehandelt werden muss jetzt, sonst spüren wir das in fünf bis zehn Jahren, und zwar massiv.“ Gefragt seien junge Unternehmen und neue Ideen. „Wir müssen etwas ausprobieren, dazu gehört Mut.“

Auch auf den Hotelleriesektor kam er zu sprechen. Bittlinger ist sicher: Man könnte die Nebensaison aufwerten. „Mit einer Auslastung von 40 Prozent muss man sich nicht zufrieden geben.“ Auch in Sachen Weihnachtsmarkt sei zu überlegen, „ob man das so weitermacht“. Dieser sei nicht sehr attraktiv, außer derjenige der Vereine. „Sie ziehen damit kein zusätzliches Publikum an. Darüber sollte man sich Gedanken machen.“ Am Ende der Versammlung wollten die Mitglieder unter sich bleiben. Hinter verschlossenen Türen befassten sich Arbeitsgruppen mit der Zukunft des Vereins.

Roland Lory

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