Im Gipfelbereich der Großen Klammspitze

Frau stürzt vor den Augen anderer Bergsteiger ab

Oberammergau – Im unmittelbaren Gipfelbereich der Großen Klammspitze (1924 Meter) im Ammergebirge ist am Montag eine 64-jährige Frau in den Tiefe gestürzt – vor den Augen von anderen Bergsteigern.

Jede Hilfe kam zu spät, eine Notärztin konnte nur mehr den Tod der Frau feststellen. Allein war die Bonnerin zunächst auf dem Weg von der Kenzenhütte in Richtung Pürschling unterwegs gewesen; später schloss sie sich dann einer kleinen Gruppe an, die bis zur Klammspitze zusammenblieb. Während die Mitwanderer dann am Gipfel eine Brotzeitpause einlegten, wollte die 64-Jährige zum Brunnenkopf weitergehen. Dann passierte es: Aus ungeklärter Ursache – womöglich war sie ausgerutscht oder gestolpert – verlor die Bonnerin kurz darauf das Gleichgewicht und stürzte südseitig Richtung Sägertal über felsdurchsetztes Gelände in die Tiefe. Nach zirka 200 Metern blieb sie in einer Rinne regungslos liegen.

Die Gruppe am Gipfel setzte gegen 12.10 Uhr sofort einen Notruf ab, worauf ein Mitglied der Bergwacht Oberammergau zusammen mit einer Notärztin im Hubschrauber Christoph Murnau zur Absturzstelle flog. Dort musste die Medizinerin den Tod der Frau, die für eine Bergtour gut ausgerüstet war, feststellen.

Zur Absicherung des Unfallorts wurden weitere Kräfte der Bergwacht angefordert. Ebenfalls per Hubschrauber gelangte ein Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams auf den Gipfel der Klammspitze zur Betreuung der Augenzeugen des Unglücks. Diese wurden dann mit der Maschine ins Tal geflogen. Die Bergung des Leichnams übernahm ein Polizeihubschrauber. Die weiteren Ermittlungen zum Hergang des Unglücks hat die Kripo aufgenommen, wobei nach derzeitiger Einschätzung alles auf ein Alleinverschulden der Bergsteigerin hindeutet.

Ludwig Hutter

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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