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Unkrautvernichtungsmittel wurde in deutschen Biersorten gefunden. Kleinbrauereien wie im Landkreis sollen aber kaum betroffen sein. 

Ettaler lassen ihr Bier auf Unkrautvernichtungsmittel untersuchen

Heimische Brauereien wohl kaum betroffen

Garmisch-Partenkirchen - In deutschen Biersorten wurde Glyphosat nachgewiesen. Das hat auch die Brauereien im Landkreis Garmisch-Partenkirchen beschäftigt. 

Im Radio hat Pater Johannes am Donnerstagmorgen die Meldung gehört: Glyphosat, Unkrautvernichtungsmittel, in deutschen Bieren gefunden. Sofort hat der Chef der Ettaler Klosterbrauerei seinen Braumeister Florian Huber kontaktiert, wollte wissen, ob das Ammertaler Bier möglicherweise auch betroffen ist. „Wir können uns nicht vorstellen, dass man bei uns was findet“, sagt der Benediktiner. Aber ganz ausschließen kann er es auch nicht. Deshalb schicken die Ettaler vorsichtshalber eine Probe ein, um ihr Bier auf Glyphosat untersuchen zu lassen. So weit gehen die Kollegen aus Murnau und Mittenwald nicht.

Die Nachricht, verkündet ausgerechnet im Jubiläumsjahr zu 500 Jahren bayerisches Reinheitsgebot, machte am Donnerstag schnell die Runde: In 14 deutschen Biersorten wies das Umweltinstitut München das möglicherweise krebserregende Glyphosat nach – wenn auch laut Bundesinstitut für Risikobewertung in gesundheitlich unbedenklichen Mengen.

"Es ist in der Umwelt allgegenwärtig"

Glyphosat gilt als das weltweit verbreitetste Unkrautvernichtungsmittel. Auch in der Landwirtschaft kommt es zum Einsatz. „Es ist in der Umwelt allgegenwärtig“, informiert der Verband Private Brauereien Bayern. Man finde Rückstände in Tieren, Menschen, in Brot, Fleisch- und Milchprodukten. „Es wäre fast ein Wunder, wenn man es im Bier nicht gefunden hätte“, sagt Victoria Rapp-Schubert, Geschäftsführerin der Brauerei Karg in Murnau. Sie erkundigte sich gleich beim Verband, inwiefern ihr Bier Reste des Herbizids aufweisen könnte. Die gute Nachricht: Kleinbrauereien wie in Ettal, Murnau und Mittenwald seien kaum betroffen.

Anders als Großunternehmen arbeiten sie nur mit regionalen Bauern und regionalen Mälzereien, die auf Zusätze verzichten. Darin sieht der Verband „den besten Weg, um Glyphosat im Bier bis auf nicht vermeidbare, umweltbedingte Spuren zu verhindern“. Marion Neuner, Geschäftsführerin der Mittenwalder Privatbrauerei, betont vor diesem Hintergrund: „Wir verlassen uns darauf, dass unser Bier unbedenklich ist."

Katharina Bromberger

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