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Künftig Baustelle: Der Obere Dorfplatz und sein Umgriff am Kirchbichl und an der Neuneralmweg werden in mehreren Bauabschnitten saniert.

Kredit-Aufnahme ist nötig

Jetzt kommt es geballt: Grainau packt viele Projekte an und investiert kräftig

2019 wird ein intensives Jahr für Grainau: Die Gemeinde gibt für die Großprojekte Oberer Dorfplatz und Hochbehälter viel Geld aus.

Grainau – Es gibt Orte im Landkreis, in denen der Haushalt für Diskussionen und politischen Sprengstoff sorgen kann. Gerade gesehen bei der schwer zu ertragenen Politposse im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat. Überaus harmonisch präsentiert sich hingegen Grainau. Woanders möge die Haushalt-Sitzung ja „Zeit der Abrechnung“ sein, meinte Christian Andrä (Bürger für Grainau) im Gemeinderat. „Hier aber nicht.“ Das sah Michael Pach (PWG) genauso, der die „vernünftigen Diskussionen“ hervorhob“ – auch wenn man nicht einer Meinung war. Und Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) unterstrich, dass es diesem Gemeinderat „um die Sache geht“.

So weit, so schön das Bild, das sich den Bürgern in der öffentlichen Sitzung bot. Worüber zuvor hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde, in welchen Punkten es unterschiedliche Meinungen gab, wie der mehrfach zitierte Kompromiss gefunden wurde – das alles blieb für die Zuhörer allerdings offen. Politische Transparenz sieht anders aus.

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Erst auf Tagblatt-Anfrage erklärte Märkl nach der Sitzung, dass über den Zuschuss für den Bau eines Kunstrasenplatzes debattiert wurde. Mit 129 000 Euro will die Gemeinde den Löwenanteil der Kosten tragen und den SC Eibsee Grainau unterstützen.

Große Projekte starten 2019

Im Vergleich zu den anderen Projekten, die 2019 anstehen, ist diese Summe eher klein. Denn Grainau investiert richtig – was sich am Volumen des Vermögenshaushalts zeigt. Es verdreifacht sich im Vergleich zum Vorjahr, springt von 1,69 auf 5,8 Millionen Euro. Der Grund: Zwei Projekte, die sich zeitlich verzögert haben, beginnen heuer: die Umgestaltung des Oberen Dorfplatzes, für die 5,1 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 ausgegeben werden, und der Bau eines neuen Hochbehälters für die Wasserversorgung, der eine Investition von 2,7 Millionen Euro erfordert. Hinzu kommt eine Vielzahl von kleineren Projekten, zu denen unter anderem Schulsanierung, neue Wasserleitungen, Schlusszahlungen für die Arbeiten an der Alpspitzstraße, eine Garage für die Feuerwehr und neue Automaten für die Wanderparkplätze zählen. Für zwei neue Bauhof-Bulldogs stehen auf dem Papier Kosten von fast einer halben Million Euro. Zieht man dafür die Förderung ab, bleiben als Gemeinde-Investition aber „nur noch“ 139 800 Euro übrig. So lange der Zuschuss unklar ist, besteht laut Kämmerer Anton Pfanzelter aber ein Sperrvermerk.

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Er muss tief in die Rücklagen greifen und zudem einen Kredit von zwei Millionen Euro aufnehmen, um die vielen Aufgaben stemmen zu können. „Jetzt kommt es geballt“, beschrieb Andrä die Situation. Diese wird nicht dadurch erleichtert, dass Grainau laut dem Kämmerer weniger Schlüsselzuweisungen vom Freistaat bekommt, mehr Umlage an den Landkreis zahlen muss und deutlich gestiegenen Personalkosten hat. Den Anstieg der Schulden nannte Andrä den „Wermutstropfen“ im Haushalt. Für Märkl bewegt sich aber alles in einem vernünftigen Rahmen. „Wir sind gut aufgestellt“, sagte er zu den Gemeinderäten. Und erinnerte an Zeiten, in denen Grainau finanziell nicht so viele Möglichkeiten hatte. „Ein solcher Haushalt wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.“

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