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Eine außergewöhnliche Leistung: 1905 wurde die Bogenbrücke in der Höllentalklamm eingeweiht. Damit geht ein Traum in Erfüllung.

115 Jahre alte Vorgängerin muss weichen

250 000 Euro für die Sicherheit: Höllentalklamm bekommt neue Brücke

Sie war berühmt, stand für Pioniergeist. Nun muss sie verschwinden. Nach 115 Jahren wird die Bogenbrücke in der Höllentalklamm durch eine neue ersetzt. Leicht hat sich die DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen die Entscheidung nicht gemacht. Doch eine Alternative gab es nicht.

Der neue Stahl wartet auf seinen Einsatz. Zum Teil müssen die Arbeiter das Material zu Fuß bis zum Einsatzort tragen.

Garmisch-Partenkirchen/GrainauHubschrauber über dem Höllental: Diese Einsätze waren in den vergangenen Tagen nicht etwa benötigt, um Bergsteiger zu retten. Sie galten einer 115 Jahre alten Berühmtheit aus Metall. Wegen bedenklicher, statikrelevanter Alterserscheinungen muss die im August 1905 eröffnete Bogenbrücke samt dazugehöriger Stege erneuert werden. „Das ist uns nicht leicht gefallen“, sagt der Schatzmeister der DAV-Sektion Garmisch Partenkirchen, Antonius Huber. Aber es hat einfach sein müssen, um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Schatzmeister Huber findet Sponsoren für neue Brücke in der Höllentalklamm 

Die Ingenieursleistung und der Pioniergeist von damals beeindrucken nach wie vor. Ab 1902 schufteten die Männer 600 Arbeitstage lang, bis die 65 000 Mark teure Konstruktion stand. Und sich damit ein Traum erfüllte: eine Verbindung vom Höllental zur Zugspitze. Ein gewaltiges Vorhaben für die vergleichsweise kleine Sektion Garmisch-Partenkirchen. Das gilt bis heute. Etwa 250 000 Euro kostet die neue Brücke. Doch hat Huber für den Verein entscheidende Sponsoren gefunden. Die Firmen Züblin/Strabag und Thyssen-Krupp sagten zu, dieses Prestigeprojekt mit insgesamt 200 000 Euro zu unterstützen. Auch wegen seiner globalen Strahlkraft und überzeugenden Zahlen. „Für die nächsten hundert Jahre erwarten wir bis zu zehn Millionen Besucher“, rechnet Huber vor.

Die Arbeiten an der neuen Brücke laufen bereits. Ein Team von etwa zehn Leuten ist täglich vor Ort. Den letzten Teil des Aufstiegs – und des Materialtransports – müssen sie ab der Höllentaleingangshütte wie früher zu Fuß zurücklegen. Mit Seilsicherung über schwindelerregenden Felshöhen. Ein besonderer Klimawechsel für die Arbeiter von Züblin, sagt Huber. „Die waren bei ihrem Vorgängerprojekt noch an der Ostsee.“ Als ausführender Partner für den Stegebau greift der DAV auf die bewährte Hilfe der Grainauer Firma Florian Dörfler zurück.

Neubau der Brücke soll nur vier Wochen dauern - Wann Klamm öffnet, ist unklar

Doch Rost-Romantiker müssen stark sein: „So dunkel und verwunschen wie die alte wird die neue Brücke nie aussehen“, sagt Schatzmeister Huber. „Der Stahl ist heutzutage ein anderer.“

Reste der alten Brücke transportiert der Hubschrauber ab. Zugleich bringt er neue Teile ins Höllental.

In dieser Woche wird, so das Wetter mitspielt, der Hubschrauber wieder einige Male fliegen und die Reste der betagten „stählernen Lady“ ins Tal bringen. Nur vier Wochen sind für den gesamten Neubau veranschlagt – gegenüber mehr als drei Jahren für die alte Brücke. Ihre Nachfolgerin soll Anfang Mai fertig sein. Kleinere Verzögerungen sollten kein Problem darstellen: Die Klamm öffnet traditionell erst zu Christi Himmelfahrt, in diesem Jahr am 21. Mai. Eine Einweihungsfeier für die neue Brücke wird auch stattfinden. Wann, ist allerdings unklar. Die Planung liegt wegen der Corona-Pandemie auf Eis. Ebenso wenig weiß Huber heute, ob die Klamm tatsächlich im Mai öffnet. „Da können wir leider noch gar nichts Konkretes sagen.“

von Eva Klaehn

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