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Niki Grasegger und seine Schafe

HOCH ÜBER DER HÖLLENTALKLAMM

Almauftrieb in Grainau: Die Bergtour der Schafe

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Almauftrieb – da denkt man zumeist an Kühe. Im abgelegenen Höllental, hoch über der tosenden Klamm, sind jedoch die Schafe unterwegs. Jeden Frühsommer aufs Neue.

Grainau – Früh um 6.30 Uhr, als sich im Höllental noch keine Touristen herumtrieben, ging es los: 54 Schafe, acht Schäfer, drei Stunden Weg. Die Tour des Werdenfelser Bergschafs führte über ausgetretene schmale Pfade und eine Eisenbrücke. Kein Problem für die Schafe, sagt Nikolaus Grasegger, einer der Schafhalter aus Grainau (Kreis Garmisch-Partenkirchen). „Da sind Tiere dabei, die kennen den Weg seit zehn Jahren.“

Das Werdenfelser Bergschaf, sagt der mit dem Schafhalter aus Grainau nicht verwandte Garmisch-Partenkirchner Josef Grasegger, Landeschef der Bayerischen Schafhalter, ist geländegängig und bergerfahren. „Die Tiere sind wie Gämsen.“ Dennoch ist der sogenannte Stangensteig eine Herausforderung. Unten toste die Klamm, oben passten gleich acht Schäfer auf, dass keines der Tiere vom Weg abkam. Manche zögerten etwas, bevor sie sich über die schmale Eisenbrücke wagten. Niki Grasegger, Sohn des Grainauer Schäfers, lockte die zögernden Tiere immer wieder mit Brot, das er aus seiner Ledertasche hervorholte.

Nach drei Stunden war das Ziel erreicht: das weitläufige Gelände oberhalb der neuen Höllentalangerhütte. Dort sollen die Schafe die Wiesen kurz halten – Vertragsnaturschutz nennt sich das. Alle drei, vier Tage schaut ein Schäfer nach ihnen. Im September geht’s dann wieder los – eine neue Bergtour in umgekehrter Richtung bergab. 

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