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Ein Objekt in Toplage: So bewertet Immobilienmaklerin Eva Skofitsch die Hochalm auf Grainauer Flur.

Viele Interessenten haben sich gemeldet

Berggasthof Hochalm über Garmisch-Partenkirchen für 800.000 Euro zu haben

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Seit Monaten ist die Hochalm geschlossen. Daran wird sich vorerst nichts ändern. 2020 könnte wieder Leben einkehren. Wenn sich ein Käufer für den Berggasthof über Garmisch-Partenkirchen findet. 

Grainau – Eva Skofitsch hat schon viele Objekte gesehen und verkauft, darunter viele Gaststätten, Restaurants, Hotels. Als sie aber vor diesem Gebäude stand, da kam auch sie ins Schwärmen: „Es hat mich extrem fasziniert, wie schön es da ist.“ In Immobilienmakler-Sprache heißt das: ein interessantes Objekt in Toplage. So beschreibt die Geschäftsführerin der Alpen-Immo GmbH vom Schliersee die Hochalm auf 1705 Metern Höhe über Garmisch-Partenkirchen. Offenbar lag sie mit ihrer Einschätzung richtig: Seit wenigen Tagen ist der Berggasthof auf dem Portal Immobilienscout24 inseriert. „Das hat eingeschlagen“, sagt Skofitsch. Zahlreiche ernsthafte Interessenten hätten sich gemeldet. Für 800 000 Euro ist die Alm zu haben.

Berggasthof Hochalm schon im Winter geschlossen

Seit Monaten ist sie geschlossen. Schon in der Wintersaison bekamen die Gäste im Skigebiet Garmisch Classic dort nichts zu essen und nichts zu trinken. „Aus technischen Gründen“, hieß es damals. Doch auch in diesem Sommer bleibt die Gaststätte zu. Darüber informiert Wilfried Weinberg auf der Homepage. Er bedankt sich bei den Besuchern für zehn Jahre Treue – und lädt sie auf die Kaiserschmarrn-Alm in Graseck ein,die er seit Oktober 2017 (ebenfalls) bewirtschaftet. Weinbergs Vertrag für die Hochalm endete, Mitte Juli ging sie an die Hammersbach Immobilien zurück. Sie besitzt das Gebäude der Alm ebenso wie das Hotel Hammersbach in Grainau. Dessen Direktor Josef Zebhauser äußert sich nicht dazu, weshalb Weinberg nicht länger als Pächter auftritt. Offen spricht er aber über die Gründe für den Verkauf des Berggasthofs. „Wir als Hotel haben kein Interesse daran.“ Damit spricht der Garmisch-Partenkirchner für die RIMC International Hotels & Resorts Gruppe mit Sitz in Hamburg, die die Betriebsgesellschaft des Hotels leitet. Sie setzt andere Prioritäten: die Renovierung des Hauses in Hammersbach. Ein Nebengebäude wurde bereits komplett erneuert, nun steht das Haus Werdenfels an. Den Erlös aus dem Verkauf der Hochalm wollen die Hotelbetreiber in dessen Renovierung stecken.

Preis von 800.000 Euro für Berggasthof Hochalm realistisch

Der Preis von 800 000 Euro ist realistisch kalkuliert, sagt Skofitsch. Vielleicht passe er sich in Verhandlungen etwas nach oben oder unten an. Man mache aber kein Versteigerungsobjekt daraus.

Für sein Geld bekommt der Käufer einen Berggasthof mit 200 Sitzplätzen innen und weiteren 300 auf der Terrasse. Auch ein Nebengebäude gehört dazu mit einer Pächterwohnung und potenziellen Übernachtungsplätzen. Will er diese nutzen, muss der künftige Eigentümer noch einmal investieren. Aktuell darf man die 62 Schlaflagerkojen und drei Gästezimmer nicht vergeben, wie aus dem Immobilien-Portal hervorgeht. Anforderungen an den Brandschutz werden aktuell nicht erfüllt, bestätigt Skofitsch. Wie umfangreich die notwendigen Maßnahmen aussehen, weiß sie nicht. Im Kaufpreis nicht inbegriffen sind die 783 Quadratmeter Grundstück. Es gehört den Bayerischen Staatsforsten und wird vom Hochalm-Eigentümer gepachtet.

Verkauf des Berggasthofs im Gebiet Garmisch Classic: Einheimische werden bevorzugt

In den nächsten Tagen und Wochen wird Skofitsch mit den Interessenten Kontakt aufnehmen, ihnen ein ausführliches Exposé zukommen lassen und sich womöglich mit dem einen oder anderen Kandidaten gleich vor Ort treffen. In sechs bis acht Monaten, schätzt die Immobilienmaklerin, ist der Verkauf abgewickelt.

Die ersten Anfragen – Skofitsch zufolge über zehn – erreichten sie aus Garmisch-Partenkirchen ebenso wie aus entfernteren Regionen. Als Unternehmen mit Sitz in Schliersee und im Tegernseer Tal liege der Alpen-Immo der regionale Bezug am Herzen, betont die Geschäftsführerin. „Wir schauen immer, dass wir unsere Objekte eher an Einheimische verkaufen.“

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