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Verwandter des toten Bergsteigers: Weihnachten dort oben war sein größter Wunsch

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Ein 31-Jähriger wollte Heiligabend auf einer Berghütte verbringen. Weil er sich nicht mehr meldete, wurden seine Verwandten stutzig. Am ersten Weihnachtsfeiertag dann die traurige Gewissheit: Er verunglückte beim Aufstieg.

Update 11.55 Uhr: „Es war Tobias‘ größter Wunsch, an Weihnachten die Aussicht von dort oben zu genießen. Das hat er sechs Wochen lang geplant“, so ein Verwandeter des 31-Jähriger, der an Heiligabend verunglückte, gegenüber der Bild-Zeitung. 

Tobias S. hatte einen Winterschlafsack dabei. Der KfZ-Meister aus Moosburg an der Isar wollte die Weihnachtstage auf dem Berg verbringen. Offenbar hatte der 31-Jährige sogar vor im Freien am Kreuzeck übernachten, nicht wie zunächst angenommen in einer Berghütte. Die Wirtin im Kreuzeckhaus hatte keine Anmeldung erhalten. 

mag

Die Polizei steht vor einem Rätsel

Grainau/Moosburg - Am Fest der Liebe fand er den Tod! Ein 31-jähriger Bergsteiger ist an Heiligabend nahe Grainau bei einer Wandertour verunglückt. Laut Polizei hatte der Moosburger an einer steilen Felsrinne den Halt verloren und stürzte am Stangensteig ab. Eigentlich wollte der Mann über das Höllental und den Osterfelder zum Kreuzeck wandern. Dort kam er jedoch nie an. 

Seine Familie hatte am ersten Weihnachtsfeiertag die Polizei angerufen, weil er sich nicht gemeldet hatte und telefonisch nicht erreichbar war. Mehrere Einsatzkräfte und die Bergwacht machten sich daraufhin auf die Suche und fanden gegen 13.10 Uhr seine Leiche. Vermutlich war der Wanderer schon am Vortag beim Aufstieg verunglückt. 

Wollte er den Tag auf dem Berg und die Nacht auf der Hütte verbringen? Darüber rätselt die Polizei noch. „Bei mir hatte er sich nicht vorab gemeldet“, sagt Barbara Bokor, Wirtin im Kreuzeckhaus. Da die Höllentalklamm im Winter nicht begehbar ist, kämen eigentlich nur Skifahrer. „Es ist verwunderlich, dass ein Wanderer diese Route wählt.“ Zumal über den schmalen Stangensteig, auf dem am 24. Dezember viel Schnee lag - keine einfachen Bedingungen. „Der Wind hat den Weg an der Felswand mit Schnee aufgefüllt“, so Christoph Vogg von der Bergwacht Grainau. „Der Schnee war bockhart, das ist sehr gefährlich.“ Gesperrt ist die Route im Winter aber nicht. „Das ist freie Natur“, sagt Vogg. 

Nach einer halben Stunde Suche, die vom Polizeihubschrauber unterstützt wurde, bestätigten sich dann die schlimmsten Befürchtungen:

Unterhalb einer markanten Wand lag der 31-Jährige leblos im Schnee.

Die genaue Unfallursache soll nun ein Polizeibergführer ermitteln.

Rubriklistenbild: © dpa

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