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Ausgezeichnete Bergretter: (v.l.) Zweiter Bereitschaftsleiter Stephan Pischl, Hansjörg Zimmermann, Josef Mayer, Georg Reiser, Rainer Franke, Florian Dörfler und Erster Bereitschaftsleiter Willi Kraus. 

Notfälle vor allem am Zugspitzanstieg und Jubiläumsgrat

Heißer Sommer für die Bergwacht Grainau - Mehr Einsätze als üblich

Grainau - Hinter der Bergwacht Grainau liegen ereignisreiche Monate: 94 Mal mussten die Bergretter ausrücken. So oft wie schon sehr lange nicht mehr. Besonders am Zugspitzanstieg im Höllental und dem Jubiläumsgrat sind Bergsteiger wiederholt in Not geraten.

In der Leitstelle der Grainauer Bergwacht läutet das Telefon. Ein Notruf. Zwei Bergsteiger sind vom Weg abgekommen. Mitten im Felsmassiv stecken sie fest. Keinen Schritt nach vorne oder hinten können sie noch gehen. Die Beine wie gelähmt. Alleine schaffen sie es nicht mehr ins Tal. Die Bergretter sind gefragt: Winter-Ausbildungsleiter Anton Vogg und seine Rettungs-Kollegen machen sich umgehend auf den Weg, um die Alpinisten aus ihrer Gefahrenlage zu befreien.

Ein Einsatz, der im vergangenen Sommer für die Grainauer Bergwachtler an der Tagesordnung war. Die Bilanz auf der Herbstversammlung liest sich beeindruckend: Ganze 94 Mal mussten sie ausrücken. So oft wie schon sehr lange nicht mehr. „Das Sommerhalbjahr 2016 war eines der einsatzreichsten überhaupt“, untermauert Vogg. Zum Vergleich: Im Vorjahr zählt er gerade einmal 41 Einsätze. Besonders am Zugspitzanstieg im Höllental und dem Jubiläumsgrat geraten die Bergsteiger wiederholt in Not. Auch die neue Route „Eisenzeit“ durch die Zugspitz-Nordwand beinhaltet einige knifflige Stellen.

Einen Eindruck davon, wie anspruchsvoll die Bergungen in Fels und Eis oftmals sind, gibt eine weitere Zahl: Bei 51 Einsätzen (Vorjahr 30) benötigten die Rettungskräfte sogar die Unterstützung eines Hubschraubers, um die Kletterer – zum Teil erst mitten in der Nacht – sicher nach Hause zu bringen.

Als Höhepunkt nennt Vogg den diesjährigen Zugspitz-Ultratrail. Bei der Sportveranstaltung bewiesen die Mitarbeiter der Bergwacht Grainau einen besonders langen Atem. „Die Dienstdauer betrug dort über 24 Stunden“, erinnert er sich mit einer nicht zu überhörenden Portion Stolz in der Stimme.

Dass bei so viel Arbeitsbereitschaft die Kameradschaft und Gemütlichkeit nicht zu kurz kommt, ist den Bergwachtlern sehr wichtig. Deshalb nahmen auch heuer wieder eine große Anzahl der 70 Ehrenamtlichen am traditionellen Triathlon zur Höllental-Eingangshütte und dem Grillfest der Bereitschaft teil.

Ehrungen

Im Rahmen der Herbstversammlung gab es auch einiges zu Feiern. Neben den Ehrungen von Georg Reiser (60 Jahre Bergwachttätigkeit, 80. Geburtstag) und Rainer Franke (25 Jahre Bergwachttätigkeit), feierten Josef Mayer (70), Florian Dörfler (50) und Hansjörg Zimmermann (50) runde Geburtstage.

Simon Nutzinger

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