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Expedition auf Afrikas höchsten Berg: Martin Müller ist hier an der Horombo-Hütte im Kilimandscharomassiv zu sehen, die auf 3718 Metern liegt. 200 Höhenmeter vor dem Uhuru-Peak-Gipfel, einem der zwei Hauptgipfel, musste er das Projekt abbrechen. 

“Einen Lebenstraum erfüllt“

Trotz Autoimmunerkrankung und vieler Operationen: Mann (56) besteigt Kilimandscharo

Er hat sich einen Lebenstraum erfüllt: Martin Müller aus Grainau hat sein Kilimandscharo-Projekt geschafft. Und sogar mehr, als ihm prophezeit wurde.

  • Martin Müller (56) aus Grainau leidet an einer Autoimmunerkrankung.
  • Trotz Krankheit und vieler Operationen erfüllte er sich einen ungewöhnlichen Lebenstraum.
  • Bei einer Afrika-Expedition bestieg er den 5895 Meter hohen Kilimandscharo.

Grainau –Ärzte und Therapeuten staunen, Familie und Freunde sind positiv überrascht, denn Martin Müller, der an Morbus Bechterew mit peripherer Gelenkeinschränkung erkrankt ist, geht es nach einer anstrengenden Afrika-Expedition im Dezember 2019 besser als je zuvor. „Ich habe mir mit der Besteigung des 5895 Meter hohen Kilimandscharo einen Lebenstraum erfüllt“, sagt dieser. Lange hatte er dafür intensiv trainiert und gespart. Was macht es da schon, dass er circa 200 Höhenmeter vor dem Uhuru-Peak-Gipfel aufgeben musste, um auch den Rückweg noch zu schaffen. „Ich hatte mir und der Familie versprochen, dass ich Vernunft walten lasse, wenn der Kreislauf nicht mehr mitspielt“ sagt er. Das trat ein. Weil ihm nur das halbe Lungenvolumen zur Verfügung steht, musste er sowieso die eigenen Grenzen weit überschreiten, um über 5000 Höhenmeter zu kommen.

Mann (56) aus Grainau besteigt Kilimandscharo - seit 40 Jahren erkrankt

Erreicht hat der 56-jährige Grainauer mehr, als ihm prophezeit wurde – und er ist zufrieden. Seine seit 40 Jahren fortschreitende Autoimmunerkrankung, die ihm zahlreiche Operationen beschert hatte, konnte er durch Bewegung und Sport aufhalten. Notwendig sind trotzdem regelmäßige Reha-Aufenthalte in der Oberammergauer Rheuma-Klinik.

Der frühere REWE-Marktmanager ist inzwischen Assistent im Unternehmen, kann beruflich nur noch eingeschränkt tätig sein. Seine fröhliche, lebensbejahende Art hat er sich bewahrt, „weil ich kämpfe, mich meiner Krankheit nie ergeben habe“. Müller setzt sich Ziele, hat inzwischen auch eine Ausbildung zum Qi-Gong-Lehrer absolviert.

Grainauer mit Autoimmunerkrankung besteigt Kilimandscharo - Er will anderen Mut machen

Die Bilder der Kilimandscharo-Besteigung mit einem Schweizer Tour-Unternehmen und seinem persönlichen Guide Mkonyi Godlistn, dem er unendlich dankbar für die Betreuung ist und ohne den er den Abstieg nicht geschafft hätte, haben sich fest in sein Gedächtnis eingebrannt. „Unbeschreiblich ist vor allem die Rundumsicht über das weite afrikanische Land“, erzählt er schwärmend. Auch die sich anschließenden Tage in einem Camp im Tarangire Nationalpark, auf Tuchfühlung mit Elefanten, Nashörnern, Leoparden und anderen exotischen Tieren, lassen ihn noch immer nicht los.

Auf Facebook und auf www.rad-statt-rollstuhl.de, der Homepage von „Besi & Friends“, einer gemeinnützigen Organisation, der er angehört, berichtete er aktuell über seine Erlebnisse. Anderen Erkrankten wollte er damit Mut machen. „Die hunderte von Zuschriften haben mich unglaublich motiviert.“

Mann (56) aus Grainau mit Erkrankung besteigt Kilimandscharo - Bereits neue Pläne

Über seine Sponsoren, die Rheumaklinik Oberammergau, die Orthopädie-Schuhmacherei Benjamin Schwarz in Bad Bayersoien und dem Fitness-Stadl Murnau sind inzwischen Spenden in vierstelligen Höhe zugunsten der Besi-Stiftung eingegangen. Müller hat bereits neue Pläne, trainiert aktiv weiter gegen seine Erkrankung. Die Besteigung einiger 4000er in der Schweiz mit einem neu gewonnenen Freund stehen ebenso auf seiner Liste wie 2020/21 der Elbrus (5642 Meter) im Kaukasus.  

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Margot Schäfer

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