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Tödlicher Unfall im Höllental: Wanderer verliert Gleichgewicht - und stürzt 30 Meter in die Tiefe

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Von: Tanja Brinkmann, Franziska Konrad

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Absturzstelle
Gut 30 Meter ist der Mann in die Tiefe gestürzt. © bergwacht

Als sich ein Wanderer im Höllental über einen Abgrund beugte, verlor er das Gleichgewicht. Der Mann stürzte in die Tiefe - und starb noch am Unfallort.

Update, 22. Juni, 14.30 Uhr: Ein kurzer Moment nur, ein Blick auf die so genannte Bockwaldlaine, die unweit der Höllentalangerhütte in den Hammersbach fließt, und plötzlich stürzte der 81-Jährige in die Tiefe. Für den Wolfratshauser, der am Montag mit seiner Frau im Höllental unterwegs war, kam jede Hilfe zu spät. Die Notärztin konnte nur noch seinen Tod feststellen. Wieso der Mann plötzlich das Gleichgewicht verloren hat, darüber kann nur spekuliert werden. War es die Hitze? Oder der Kreislauf?

Unglück im Höllental ereignet sich auf rund 1400 Metern Höhe - Hubschrauber im Einsatz

Das Ehepaar war in der Früh mit der Bergbahn aufs Kreuzeck gefahren und von dort knapp 400 Höhenmeter zur Bergstation der Alpspitzbahn aufgestiegen. Nach Auskunft der Polizei stiegen sie dann über die Rinderscharte – einen steilen Weg, der sich im obseren Teil über viele Stufen und weiter über Geröll und Serpentinen nach unten Richtung Höllentalangerhütte zieht – ab.

Auf etwa 1400 Metern Höhe, kurz nachdem dieser Steig auf den Weg zum Hupfleitenjoch trifft, passierte gegen 13.30 Uhr das Unglück. „Er war schon an der Brücke vorbei, etwa eine Viertelstunde oberhalb der Hütte“, beschreibt Toni Vogg junior, Einsatzlleiter der Bergwacht Grainau, die Stelle. Zeugen zufolge beugte sich der Wolfratshauser dort über den Abgrund zu den Gumpen hinunter – und fiel.

Wanderer stürzt im Höllental ab: Ehefrau muss tragischen Unfall mitansehen

Mit drei Kameraden, darunter einem Polizei-Bergführer, erreichte Vogg mit Hilfe des Hubschraubers Christoph Murnau den Unglücksort. Er und die Ärztin wurden per Winde zu dem Mann abgelassen. Schnell stand fest, dass für diesen jede Hilfe zu spät kam. Während Vogg dessen Frau und die beiden Zeugen zur Höllentalangerhütte begleitete, wo sie von zwei Experten des Kriseninterventionsdienstes der Bergwacht betreut wurden, bauten die anderen Einsatzkräfte eine Seilversicherung auf, um zu dem Toten zu gelangen. Der Polizeihubschrauber brachte erst den Toten, dann seine Frau und die Wanderer, die den tragischen Unfall mitansehen mussten, und zuletzt gegen 17.30 Uhr die Bergretter ins Tal.

Erstmeldung:
Grainau - Ein tragisches Unglück ereignete sich im Höllental an einem Zufluss zum Hammersbach nahe Grainau. Ein 81-jähriger Wanderer stürzte über steiles Felsgelände in die Tiefe. Er starb noch am Unfallort.

Tödlicher Unfall im Höllental: Wanderer beugt sich über Abgrund - und stürzt in die Tiefe

Laut Polizei lief der 81-jährige Wolfratshausener mit seiner Ehefrau am Montag, 21. Juni, zunächst über das Kreuzeck zur Bergstation der Osterfelderbahn. Anschließend stiegen die beiden über die Rinderscharte in Richtung Höllentalangerhütte ab. Auf einer Höhe von etwa 1400 Metern, kurz nach 13.30 Uhr, beugte sich der Mann laut Zeugenangaben über den Abgrund. Er wollte wohl nach unten in das unten fließende Gewässer sehen.

Höllental: Hubschrauber birgt Leichnam - Frau und Zeugen von Bergwacht betreut

Dabei verlor der Mann das Gleichgewicht - und stürzte etwa 30 Höhenmeter über steiles Felsgelände. Im Wasser kam er zum Liegen. Durch den Sturz erlitt er so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Die Bergwacht Grainau und einen Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe bargen den Leichnam mit einem Hubschrauber. Die Ehefrau und die Zeugen wurden vom Kriseninterventionsdienst der Bergwacht betreut.

An der Höllentalklamm kommt es immer wieder zu Steinschlägen. Besonders gefährdet ist der Bereich am oberen Ausgang der Höllentalklamm. Schilder und Absperrungen zeugen davon, werden aber gerne ignoriert. Auch deshalb kommt es dort immer wieder zu Unfällen. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen GAP-Newsletter. (kof)

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