Die Arbeiten laufen nach Plan: Unterhalb der Christlhütte entsteht der neue Hochbehälter.
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Die Arbeiten laufen nach Plan: Unterhalb der Christlhütte entsteht der neue Hochbehälter.

Infrastruktur im Zugspitzdorf

Neuer Hochbehälter: An Grainaus Riesenprojekt „flutscht’s“

Der neue Hochbehälter in Grainau nimmt Formen an. In Betrieb nehmen kann ihn die Gemeinde voraussichtlich 2021.

Grainau – Unterhalb der Christlhütte liegt die wahrscheinlich unscheinbarste Baustelle von Grainau. Von der Eibseestraße aus ist sie kaum zu sehen, halb verdeckt von der hügeligen Landschaft. Nur der Kran ragt aus dem Eibseewald. Den Spaziergängern und Radfahrern aber erschließt sich das wahre Ausmaß des Projekts. Es ist der neue Hochbehälter, der hier Formen annimmt. Und das nach einer kleinen Baupause im Sommer ziemlich schnell.„G’flutscht“ ist es dort in den vergangenen Wochen, sagt Bürgermeister Stephan Märkl (CSU).

Noch vor dem Wintereinbruch soll der Rohbau stehen, danach wird der Innenausbau in Angriff genommen. Der Wasserspeicher mit seinen zweimal 1000 Kubikmetern ersetzt dann den etwas oberhalb liegenden Vorgängerbau mit zweimal 600 „aber effektiv nur 400“ Kubikmetern. Von der Substanz her sei das alte Gebäude aus den späten 1960er Jahren zwar noch top, durchaus auch technisch. Es ist aber dem gestiegenen Wasserverbrauch durch Tourismus und Einwohnerzuwachs auf Dauer nicht mehr gewachsen. „Man muss ja auch die Verbrauchsspitzen sicher abdecken“, sagt Märkl. „Wir haben das Wasser in der Hochsaison teilweise drei, viermal am Tag umwälzen müssen.“

Auch für Notfälle ist man mit dem Neubau besser gerüstet. Stichwort Brandschutz. „Wenn es dann noch brennt, wird’s eng. Löschwasser darf natürlich auf keinen Fall ausgehen.“ Weil der neue Hochbehälter auch wieder 50, 60 Jahre halten soll, ist er großzügig geplant. Er schlägt mit 2,5 Millionen Euro zu Buche, mit bis zu 850 000 Euro Förderung seitens des Freistaats ist zu rechnen. „Den alten Hochbehälter müssen wir dann halt noch abreißen“, sagt Märkl. Das ist zwar im Bauvolumen noch nicht eingerechnet, sollte aber relativ kostengünstig über die Bühne gehen.

Beim Abriss erwartet Märkl keine unangenehmen Überraschungen. „Da war doch die ganze Zeit nur unser Wasser drin, und das ist ja absolut sauber.“ In Betrieb genommen wird der neue Hochbehälter 2021, „frühestens nächsten Herbst“. Wenn weiter alles so „flutscht“ wie bisher, ist die Versorgung mit Wasser also auch in Grainaus Zukunft gesichert. 

Eva Klaehn

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