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Die Kommunalwahl steht in Bayern im März an.

Kommunalwahlen 2020

Zähes Ringen um Kandidaten: Am Montag gilt‘s bei der PWG

Die Parteilose Wählergemeinschaft Grainau (PWG) steht vor einer  unsicheren Zukunft. Ob die Gruppierung am Montag eine Liste für die Kommunalwahl zusammenbekommt, ist unklar.

Grainau – David Schwinghammer hat für den Montagabend kein gutes Gefühl. „Ich schätze das sehr kritisch ein.“ Am Montag, 13. Januar, trifft sich nämlich die Parteilose Wählergemeinschaft Grainau (PWG) zur Aufstellungsversammlung. Hubert Stühler, der Vereinsvorsitzende, spricht lieber vom „Versuch einer Aufstellungsversammlung“.

Denn es gibt nur wenige Leute, die sich zur Verfügung stellen wollen. „Zwischen drei und vier“, sagt Stühler. „Ob der eine oder andere noch dazukommt, kann ich nicht sagen.“ Stühler spricht von einem „Überraschungspaket“.

Ganz so pessimistisch wie Zweiter Bürgermeister Schwinghammer ist er allerdings nicht. Der Vorsitzende hofft, „dass sich der eine oder andere noch aufrafft“. Vier Gemeinderatskandidaten sollten es seiner Meinung nach schon sein, „drei gute“ wären aber auch in Ordnung. Die amtierenden Räte Schwinghammer und Christoph Elsner würden weitermachen, Barbara Ostler, seit 24 Jahren im Gremium, ist noch am Überlegen.

Die Kandidatensuche gestaltete sich jedenfalls überaus zäh. „Die meisten sagen, sie haben keine Zeit“, erklärt Vizebürgermeister Schwinghammer (31). Und führen ihre Kinder und die Arbeit als Grund an. Stühler drückt es so aus: „Es hat keiner Bock sich zu engagieren.“ Dabei wird auch argumentiert, dass man ja schon in diesem und jenem Verein aktiv sei.

Über die entscheidende Frage, wie es mit der PWS weitergeht, wird nun am Montag bei der außerordentlichen Mitglieder- und Aufstellungsversammlung im Grainauer Spatzenhäusl diskutiert werden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass der Verein aufgelöst wird. Dafür wäre dann aber eine weitere Versammlung nötig. „Das darf man aber nicht übers Knie brechen“, betont Vereinschef Stühler. Der Vorstand müsse sich, wenn es am Montag nicht mit einer Liste klappt, in aller Ruhe zusammensetzen und sich dann die Frage stellen: „Wollen wir versuchen, in den nächsten sechs Jahren wieder etwas aufzubauen?“

In der Vergangenheit hatte die PWG stets die Entwicklung des Zugspitzdorfs mitgestalten können. Doch schon bei der Kommunalwahl 2014 war die Fraktion im Gemeinderat von sechs auf drei Sitze geschrumpft und wurde damit die kleinste politische Kraft. Das Vereinsleben ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Die CSU stellt derzeit in Grainau sechs Gemeinderäte plus Bürgermeister Stephan Märkl, die Bürger für Grainau sieben und die PWG drei.

Die Versammlung der PWG beginnt um 20 Uhr im Spatzenhäusl/Nebenraum. Die Gruppierung weist drauf hin, dass jeder, sowohl bei dem Treffen, als auch als möglicher Kandidat willkommen ist. Eine Mitgliedschaft in der PWG ist nicht zwingend notwendig.

Roland Lory

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