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Sie wollen in den Gemeinderat: (v.l.) Rüdiger Brungsberg, Horst Kumke, Dr. Joachim Greuel, Udo Weisenburger und Hamit Travac. 

Aufstellungsversammlung der FDP in Grainau

Udo Weisenburger will in die Politik

Udo Weisenburger, früher Besitzer des SC Riessersee, geht auf die Grainauer FDP-Liste. Der Ort sollte sich seiner Meinung nach auf den Tourismus konzentrieren. 

Grainau – Udo Weisenburger war der starke Mann beim SC Riessersee. Eine Zeit lang war der 53-Jährige der Alleingesellschafter des Traditionsvereins. Nun will der Kaufmann und Geschäftsführer einer Firma, die in der Freizeit- und Wasserpark-Branche tätig ist, in die Politik. Bei der Versammlung von FDP-Mitgliedern in Grainau präsentierte er sich als „schon immer politisch interessiert. Ich war aber nie Teil einer Partei.“ Auch der FDP gehört er nicht an.

Grainau sollte sich nach Weisenburgers Ansicht „auf die Stärken konzentrieren und ausbauen“ – diese lägen im Tourismus („eine Goldgrube“). Auf Qualität sollte der Ort dabei setzen und nicht auf Quantität. Aus dem Oberen und Unteren Dorfplatz könnte man eine Fußgängerzone machen, schlägt er vor. „Man sollte schauen, dass der Ort gemütlicher wird.“

Damit die jungen Leute nicht abwandern, wäre es nach Weisenburgers Meinung angebracht, in Garmisch-Partenkirchen einen Studiengang installieren.

Ein kleines Grüppchen von FDP-Mitgliedern und Sympathisanten hatte sich zur Aufstellungsversammlung in den Räumen von Dr. Joachim Greuels Firma Am Zigeunerbergl getroffen. Der Abend zog sich. Um 18 Uhr ging es los, zu Ende war das Treffen um 22 Uhr. Die Liberalen hatten mit den Formalitäten zu kämpfen. Zwischendrin rief Greuel FDP-Kreisrat Martin Schröter und den Kreisvorsitzenden André Göllrich an, um die eine oder andere Unklarheit zu beseitigen.

Greuel, von Beruf Biologe, will Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) herausfordern. Einmütig wurde er zum Kandidaten bestimmt. Warum muss Märkl weg? Dazu will er sich auf Tagblatt-Nachfrage nicht äußern – „weil ich das nicht mag. Das führt zu keinem guten Stil“. Greuel will kein „Bürgermeister-Bashing“ veranstalten.

In seiner Rede ging der 63-Jährige unter anderem auf die geplante Seniorenresidenz am Zigeunerweg ein. Gegen eine Unterkunft für ältere Bürger hat er nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Greuel hält das für eine „gute Idee“. Doch das Projekt ist aus seiner Sicht „einfach überdimensioniert“. Diese Auffassung „teilen viele“, machte er deutlich.

Wie berichtet, ist eine Seniorenresidenz mit 120 Plätzen und Tagespflege für 13 Millionen Euro geplant. Betreiber des Altersheims wäre der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Doch es formierte sich Widerstand. Über 250 Grainauer unterschrieben gegen dieses Vorhaben. Auch Greuel ist skeptisch, hält die Straße für „sehr schmal“, sie müsste seiner Meinung nach verbreitert werden. „Es würde auch deutlich mehr Verkehr geben. Das ganze Konzept ist in meinen Augen fragwürdig.“ Greuels Ziel ist eine kleinere Anlage, auch die Nutzung eines bereits vorhandenen Gebäudes könnte er sich vorstellen. „Grainau soll seinen dörflichen Charakter erhalten“, betonte er. Mit einer Seniorenresidenz in der besagten Größe würde die Gegend „verstädtern“.

Auch über das Thema Wirtschaft hat er sich Gedanken gemacht. „Kinder, die studieren, haben hier keine Arbeitsmöglichkeit. Darüber sollten wir in Grainau diskutieren.“ Eine Frage wäre etwa, ob man Firmen wie die von Greuel ansiedeln könnte. „So etwas könnte man fördern, wenn man das möchte.“ Greuels Firma, die zehn Mitarbeiter hat, bewertet Technologie-Unternehmen international.

Zudem streifte er das Thema Tourismus. „Ich glaube, aus dem Ultratrail könnten wir mehr machen.“ Zudem ging er auf die Auslastung von Ferienwohnungen, Hotels et cetera ein. „Es gibt eine Reihe, die sagen, sie wären froh, wenn im Herbst und Frühjahr mehr Gäste kämen. Die Frage ist, wie man das Geschäft belebt, so dass es umweltverträglich ist.“ Apropos Umwelt: Greuel hält es für sinnvoll, dass Grainau klimaneutral wird.

Die Gemeinderatsliste:

1. Dr. Joachim Greuel (63/Biologe), 2. Horst Kumke (79/Architekt i.R.), 3. Hamit Travac (63/Seilbahnmaschinist), Udo Weisenburger (53/Kaufmann, Geschäftsführer), 5. Beatrice Krieger-Keller (Kunsthistorikerin, 71.), 6. Martin Mühlegg (Maschinenbauingenieur, 56), 7. Rüdiger Brungsberg (72/Kaufmann i.R.).

Roland Lory

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