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Warten auf den Helikopter: Nach einer ungemütl ichen Nacht ohne Schlaf im Abstieg vom Waxensteingrat werden die Mitglieder der Bergwacht Grainau ins Tal geflogen.

Bergwachtler richteten Biwak ein

Kalte Nacht für alle Beteiligten: Gilchinger verirrt sich am Waxensteingrat - 13 Stunden-Einsatz

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Der Bergsteiger (29) kam nicht weiter. Im Abstieg vom Waxensteingrat hatte er sich verirrt, es wurde dunkel. Für die Bergwacht Grainau begann ein intensiver Einsatz. Samt ungemütlicher Nacht im Sturm. 

Grainau – Geschlafen hat keiner der vier. Dafür war es zu kalt, der Sturm pfiff ihnen zu stark und zu laut um die Ohren. Mehr als dösen im Biwaksack war nicht möglich. Und warten. Bis die Nacht endlich vorbei sein und bald ein sehr langer Rettungseinsatz für die Männer der Bergwacht Grainau enden würde. Am meisten sehnte wohl der Bergsteiger den Tag herbei, der das Ganze ausgelöst hatte. „Er war fertig“, sagt Einsatzleiter Andreas Pischl. „Mental wie körperlich.“

Am Mittwochabend hatte der Gilchinger (29) einen Notruf abgesetzt – er kam nicht mehr weiter. Offenbar war er am Waxensteingrat unterwegs, wollte jedoch die Tour abbrechen. Beim Abstieg vom Grat über wegloses Gelände suchte er den sogenannten Schafsteig, dabei verirrte er sich und stand in steilem Gras- und Felsgelände. Um 19.30 Uhr erreichte der Alarm der Integrierten Leitstelle Oberland Einsatzleiter Pischl. Er ließ die Position möglichst genau feststellen, alarmierte seine Mannschaft und forderte einen nachtflugtauglichen Hubschrauber mit Rettungswinde an. 

Helikopter muss Einsatz abbrechen

Gegen 20.15 Uhr kam der Polizeihubschrauber Edelweiß 3, der zuvor bei zwei Einsätzen die Bergwacht Oberammergau unterstützt hatte, am Landeplatz in Grainau an. Kurz darauf startete er mit zwei Rettern zur vermuteten Einsatzstelle, wegen des starken Föhnwindes musste der Pilot den Einsatz jedoch abbrechen. Es blieb nur der Aufstieg zu Fuß. Dafür wurden weitere Kräfte hinzugezogen. 

Fünf Retter fuhren um 22 Uhr mit einem Sonderzug der Bayerischen Zugspitzbahn vom Bahnhof Eibsee in Richtung Zugspitze. Am sogenannten Tunnelfenster starteten sie ihren Aufstieg über die Riffelscharte. Die Suche nach dem Bergsteiger im anspruchsvollen, steilen Alpingelände nahm einige Zeit in Anspruch, der nach wie vor stürmische Wind erschwerte die Kontaktaufnahme. Erst gegen 1 Uhr erreichten die Einsatzkräfte den 29-Jährigen. Am Seil gesichert, befreiten sie ihn aus seiner misslichen Lage und führten ihn zurück auf den richtigen Weg. Gemeinsam machten sie sich an den Abstieg zur Höllentalangerhütte. Doch mehr und mehr ließen die Kräfte und die Konzentration des Gilchingers nach. Auf diesen Fall waren die Retter vorbereitet. 

Zwei von ihnen stiegen ins Tal zur Bergwachthütte ab, wo sie gegen 5 Uhr ankamen, drei blieben bei dem jungen Mann. Am Schönanger, auf einer sicheren Ebene, richteten sie ihr Biwak ein, um den Einsatz bei Tageslicht mithilfe eines Helikopters fortzusetzen. Am Donnerstagmorgen, 7.50 Uhr, brach der Rettungshubschrauber Christoph Murnau auf. In zwei Flügen brachte er den Bergsteiger – Einsatzleiter Pischl zufolge „müde, fertig, aber sonst unverletzt“ – und die drei Grainauer Bergwachtmitglieder ins Tal. Um 8.45 Uhr war der Einsatz für alle Beteiligten – insgesamt sieben Bergretter sowie die Besatzungen der beiden Helikopter – beendet. Nach über 13 Stunden.

Lesen Sie auch: Bergwacht findet erst Radl eines vermissten Wanderers - und hat dann traurige Gewissheit. Im Fall des Erdingers, der am Watzmann abgestürzt war, gibt es außerdem eine Wendung: Der Tote konnte am Donnerstag geborgen werden - nach zwei Wochen.

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