Parkplatz am Hotel Hammersbach.
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Geplanter Standort für die Apartmenthäuser: der Parkplatz östlich des Hotels Hammersbach.

Vier-Sterne-Haus geht auf Expansionskurs

Grainau: Neben dem Hotel Hammersbach entstehen zwei Apartmenthäuser

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Der Gemeinderat Grainau stellt die Weichen für ein Großprojekt: Neben dem Hotel Hammersbach sollen zwei Apartmenthäuser entstehen. 

Das Berghotel Hammersbach ist mit seinen insgesamt 127 Zimmern, der Gastronomie, dem Wellness-Bereich und den Tagungsmöglichkeiten eine feste Größe im touristischen Angebot der Gemeinde Grainau. Nun soll der Vier-Sterne-Betrieb, der zu der RIMC-Gruppe mit Hauptsitz in Hamburg gehört, einen Erweiterungsbau erhalten – in Form von zwei Apartmenthäusern. Der geplante Standort: das Areal östlich des Haupthauses. Dort befinden sich derzeit Parkplätze, eine Garagenzeile sowie ein Personalbau, die dann weichen müssen.

Das Thema wurde kürzlich im Gemeinderat des Zugspitz-Dorfs behandelt – in Form eines Antrags auf Änderung des Bebauungsplans, den die Eigentümergesellschaft eingereicht hatte. Dieser erste Schritt ist die rechtliche Voraussetzung, um das Vorhaben am Kreuzeckweg realisieren zu können. Die Ortspolitiker gaben dafür einstimmig grünes Licht – und setzten damit ein Prozedere in Gang, an dessen Ende das Baurecht steht. Wenn alles glatt läuft, schätzt Bürgermeister Stephan Märkl (CSU), könnte im Frühjahr 2022 Baubeginn sein.

Bei RIMC – die internationale Kette ist mit 32 Hotels in 8 Ländern vertreten – hält man sich bedeckt: „Wir sind aktuell in der genehmigungsrechtlichen Planung, Prüfung und Entscheidung. Erst mit positivem Beschluss durch die Gemeinde kann man weitere Planungen der grundsätzlichen Umsetzung angehen“, sagt auf Tagblatt-Nachfrage Marek N. Riegger, Geschäftsführer der Hotel Haus Hammersbach Betriebsgesellschaft mbH, einer RIMC-Tochter.

Die beiden Apartmenthäuser sollen über 24 Gästezimmer verfügen

In der Sitzung des Gemeinderats waren erste Details zu erfahren: So sollen die beiden Häuser im alpenländischen Stil über insgesamt 24 Gästezimmer verfügen, die sich jeweils auf das Erdgeschoss, den ersten Stock und das Dachgeschoss verteilen. Die Grundfläche beträgt jeweils 233 Quadratmeter. Hinzu kommen eine Tiefgarage (38 Stellplätze) sowie 16 oberirdische Parkplätze.

Ganz neu ist das Anliegen nicht: 2019 beschäftigten sich die Volksvertreter schon einmal mit dem Projekt Erweiterungsbau – und lehnten diesen ab. Der Grund: Damals war ein einzelnes, deutlich wuchtigeres Gebäude im Gespräch. „Das war zu groß geplant“, erinnert sich Märkl. Mit der neuen Version könne er hingegen gut leben, denn: „Das fügt sich ein.“

Das ist absolut verträglich. Die Infrastruktur ist mit dem Tourismus mitgewachsen

Stephan Märkl

Das Geschäft mit Urlaubern – der Wirtschaftsfaktor Nummer eins – brummt in dem beschaulichen Ort, der rund 3500 Einwohner und fast ebenso viele Gästebetten zählt. 680 000 Übernachtungen wurden vergangenes Jahr verbucht – eine Größenordnung, die nach Ansicht des Rathauschefs kein Problem darstellt. „Das ist absolut verträglich. Die Infrastruktur ist mit dem Tourismus mitgewachsen“, sagt Märkl.

Doch Grainau erlebte heuer im Corona-Sommer auch die Kehrseite der Medaille: einen regelrechten Massenansturm von Tagesausflüglern, die bei schönem Wetter vor allem Richtung Eibsee fuhren – eine Belastung für Mensch und Natur (wir berichteten). Es ist nur ein schwacher Trost, dass es anderen Destinationen nicht viel besser erging. Experten haben dafür bereits ein eigenes Wort kreiert: Übertourismus. Ein Patentrezept dagegen kennt Märkl auch nicht. Aber möglicherweise seien eine bessere Besucherlenkung und eine Verbesserung der Bahnverbindungen erste Ansätze. Für den Gemeindechef steht jedenfalls fest: „Der Freistaat ist gefordert.“ Grainau könne das Problem nicht alleine lösen.

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