Macron spricht von „Angriff“: Anti-Terror-Ermittlungen nach Explosion in Lyon

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Hobbyziegenhalter aus Leidenschaft: Ingo und Christine Sigl.

Streit mit den Behörden

Sind Ohrmarken für Ziegen Tierquälerei?

Grainau - Sie heißen Heidi, Anderl oder Xaverl. Für ihre Zwergziegen führen Christine und Ingo Sigl seit geraumer Zeit einen Kampf gegen die Behörden - wegen der geforderten Ohrmarken.

Der Staat verlangt, dass die Besitzer an ihren Ziegen Ohrmarken anbringen. Für das Ehepaar aus Hammersbach (Gemeinde Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist das „Tierquälerei. Ich habe eine Verantwortung gegenüber dem Tier“, sagt Ingo Sigl (43). Seine Frau Christine (53) fragt: „Warum muss man die Goaßn quälen?“

Seit ein paar Jahren müssen Ziegen ab einem Alter von neun Monaten mit zwei Kennzeichen, die die gleiche individuelle Nummer haben, versehen sein. Eines davon ist eine Ohrmarke. Die Sigls weigern sich, eine solche an ihren Tieren zu befestigen. Sie berichten von Ziegen anderer Halter. Die Tiere hätten Entzündungen und Vereiterungen, bei manchen seien die Ohrmarken ausgerissen. „Das gibt Riesenlöcher. Das kann es nicht sein“, betont Ingo Sigl. Früher sei es auch ohne Ohrmarke gegangen.

Inzwischen hat das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen die Hammersbacher aufgefordert, ihre Tiere zu kennzeichnen. Zudem wurden den Haltern eine Geldstrafe und Erzwingungshaft angedroht.

„Das ist Einschüchterung“, erwidert Christine Sigl. Die Ziegenhaltung ist bei ihnen reines Hobby. In der Regel sind es zwischen 7 und 14 Stück. Das Amt indes teilt die Einschätzung der Sigls nicht. „Das Einziehen von Ohrmarken wird mit dem Ohrlochstechen beim Menschen verglichen und deshalb nicht als tierquälerisch angesehen“, sagt Behördensprecher Stephan Scharf.

Warum ist die Kennzeichnung überhaupt nötig? Scharf verweist auf die Tierseuchenbekämpfung. „Zweck dieser Vorschrift ist die eindeutige Identifizierung von Tieren.“ Sigls schlagen vor, dass sie am Halsband der Ziege eine Marke anbringen könnten. Davon hält das Landratsamt nichts. Denn diese Marken könnten „einfach von Tier zu Tier ausgetauscht werden“.

Sigls verstehen auch nicht, dass die Ämter keinen Unterschied machen zwischen einem Groß- und einem reinen Hobbybetrieb wie ihrem. Sie finden: Jeder soll für sich selbst entscheiden, ob er die Tiere kennzeichnet oder nicht. Das Paar kümmert sich gern um die Ziegen. Doch der Bürokratismus treibt sie auf die Palme. „Das Landratsamt kommt inzwischen alle 14 Tage daher und beruft sich auf irgendwelche Paragrafen“, schimpft Ingo Sigl. Er habe noch nie so viel Post gekriegt.

Roland Lory

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