+
Bei einem Unfall bei der Zugspitzbahn wurde eine Gondel vollkommen beschädigt. Jetzt wird die Bergung vorbereitet.

Notfallübung verursacht Totalschaden

Schwindelerregendes Foto: Experten klettern zur zerstörten Seilbahn-Gondel an der Zugspitze

  • schließen
  • Veronika Mahnkopf
    Veronika Mahnkopf
    schließen
  • Dominik Göttler
    Dominik Göttler
    schließen

Fatales Ende einer Notfallübung: Bei der neuen Seilbahn an der Zugspitze ist ein Bergewagen in eine der beiden Gondeln gekracht und hat einen Totalschaden verursacht. Die Bergung ist schwierig.

Unfall Seilbahn Zugspitze: Bergungs-Zeitpunkt noch nicht bekannt

280 Meter unterhalb der Bergstation hängt die kaputte Gondel.

Update, 19. September, 11.49 Uhr: Die Vorbereitungen für die Bergung der Gondel laufen. Wie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) mitteilt, haben sich zur Bestandsaufnahme zwei Monteure des Seilbahnherstellers Garaventa AG auf den Weg zur beschädigten Kabine gemacht. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse soll die weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Wann die havarierte Gondel zur Bergstation gezogen werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

Zugspitzbahn-Unfall: Junge Liberale fordern Rücktritt ihres eigenen Mannes

Update, 18. September, 16.22 Uhr: Nach der Pressemitteilung des FDP-Mannes zum Unfall der Seilbahn Zugspitze, in dem er gegen Vorstand, Aufsichts- und Verwaltungsräte der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB) feuerte und Rücktritte forderte, bekommt Martin Schröter immer mehr Gegenwind zu spüren - auch aus den eigenen Reihen. Die Jungen Liberalen (JuLis) Oberland – also der FDP-Nachwuchs – distanziert sich in aller Deutlichkeit von seinen Äußerungen zum Seilbahn-Drama. Mehr noch: Stephan Strzondala, Schatzmeister und Vertreter in Garmisch-Partenkirchen, fordert Schröters Rücktritt.

Zugspitzbahn-Unfall: Experten jetzt am Berg angekommen

Update, 17. September, 15.18 Uhr: Wie die Pressesprecherin der Zugspitzbahn mitteilt, sind die Schweizer Experten der Seilbahnhersteller-Firma Garaventa um 14 Uhr am Berg angekommen. Material für die Bergung der kaputten Gondel ist auch schon auf den Gipfel transportiert. Nun werde alles für die Bergung vorbereitet. Dies werde laut Zugspitzbahn-Sprecherin auf jeden Fall bis mindestens Mittwoch dauern.  

Zugspitzbahn-Unfall: Zeitpunkt für Bergung völlig unklar

Update, 17. September, 11.55 Uhr: Wie die Sprecherin der Zugspitzbahn Verena Lothes gegenüber dem Garmisch-Partenkirchener Tagblatt mitteilt, haben sich die Gondel-Experten aus der Schweiz nun an die Arbeit gemacht, eine Lösung für die Bergung der vollkommen kaputten Gondel zu finden. Wann diese starten kann, ist allerdings völlig unklar.

Zuspitzbahn-Unfall: Gondel-Experten aus der Schweiz sind angekommen

Update, 15. September, 15.35 Uhr: Bei dem Unfall bei einer Notfallübung krachte eine Gondel mit einem Bergwagen zusammen. Die gute Nachricht: Menschen befanden sich nicht darin, jedoch wird die Bergung extrem kompliziert werden. Aus der Luft haben sich Experten ein Bild von der Lage gemacht. Für einen Erkundungsflug kreiste ein Helikopter über der demolierten Gondel.

Wie die Bild berichtet, sind mittlerweile auch Mitarbeiter des Seilbahn-Herstellers aus der Schweiz in Garmisch-Partenkirchen angekommen.  Zugspitzbahn-Sprecherin Verena Lothes sagte zu BILD: „Die beschädigte Seilbahnkabine soll samt Bergekorb zur Bergstation gebracht und dort demontiert werden.“

Das große Problem: Die Seilbahnkabine befindet sich rund 280 Meter entfernt von der Bergstation. Sie baumelt dort über dem Abgrund.  

Die beschädigte Gondel.

Zugspitzbahn-Unfall: Bergung gestaltet sich schwierig

Update, 14. September, 20.03 Uhr: Momentan hängt das Stahl- und Glasknäuel der Zugspitzbahn-Gondel in geschätzt 100 Meter Höhe am Tragseil – und eine Vielzahl von Experten zerbricht sich den Kopf, wie es von dort wegkommt. „Eine Bergung mit einem Hubschrauber ist nicht möglich“, sagte Arno Inauen vom Schweizer Seilbahn-Hersteller Garaventa. Dafür ist die Gondel mit einem Gesamtgewicht von über elf Tonnen viel zu schwer, dazu käme noch der Bergekorb mit weiteren 2,5 Tonnen. Er hat sich mit der eigentliche Gondel verkeilt. 

Es bleibe eigentlich nur eine Alternative, sagt Inauen. „Wir werden versuchen, das Ganze raufzuziehen.“ Das sind 280 Meter am Seil bergauf. „Die Sicherheit der Monteure hat dabei oberste Priorität“, erklärt dazu die Regierung von Oberbayern. In der Station könnten die zerknautschten Gondeln zerlegt und mit einem „Hilfsfahrzeug“ – einer Art Baustellen-Gondel – stückweise ins Tal befördert werden.

Zugspitzbahn-Unfall löst Eklat in der Lokalpolitik aus

Update, 14. September, 14.05 Uhr: Der FDP-Gemeinderat Martin Schröter versucht, die Seilbahn-Havarie an der Zugspitze in einer Pressemitteilung parteipolitisch ausnutzen. Unter anderem entgegnete die CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch: „Die Geschmacklosigkeit des Herrn Schröter ist nicht zu überbieten. Wer sich in solch perfider Art und Weise an einem derartigen Unfall persönlich zu profilieren versucht, hat das Recht verloren, den Markt Garmisch-Partenkirchen als Gemeinderat zu vertreten.“

Mehr zum Statement des FDP-Lokalpolitikers und den Wirbel, den er damit auslöste, lesen Sie hier auf Merkur.de.

Am Tag nach dem Unfall der Zugspitzbahn: Experten beraten über Bergung

Update, 14. September, 11.33 Uhr: Die Seilbahn zur Zugspitze kann nach einem Unfall bei einer Notfallübung bis auf Weiteres nicht fahren. Die Bahn, die erst im vergangenen Dezember in Betrieb gegangen war, werde „mit Sicherheit mehrere Wochen geschlossen bleiben“, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes, am Freitag. Dennoch könne Deutschlands mit 2962 Metern höchster Gipfel besucht werden und auch der Beginn der Skisaison am 16. November sei nicht in Gefahr: Die Zahnradbahn und die Gletscherbahn fahren regulär. Auch im vergangenen Jahr hatte es zum Start der Skisaison wegen des Neubaus keine Seilbahn gegeben.

Die Höhe des Schadens war auch am Freitag unklar. „Die Kabine ist massiv beschädigt“, sagte Lothes. „Wir gehen davon aus, dass wir eine neue Kabine brauchen.“ Auch am Freitag hing die Gondel noch am Ort des Unglücks. Nach einem Erkundungsflug arbeiten Experten nun an einer Lösung, wie sie geborgen werden kann.

Bis zur Behebung des Schadens rät die Bayerische Zugspitzbahn davon ab, die in der Nähe liegende Kletterroute „Eisenzeit“ über das Bayerische Schneekar zu begehen. Dies sei eine reine Sicherheitsempfehlung, hieß es.

dpa

Kollision bei Zugspitzbahn: Notfallübung endet mit fataler Kettenreaktion

Grainau - Sie ist das Vorzeigeprojekt an Deutschlands höchstem Gipfel: die im vergangenen Dezember neu eröffnete Seilbahn Zugspitze. 1945 Meter Höhenunterschied sind es von der Tal- bis zur Gipfelstation - Weltrekord. 580 Passagiere pro Stunde können die beiden Gondeln zum Gipfel befördern und so den Andrang von rund einer halben Million Besuchern auf der Zugspitze im Jahr mit deutlich weniger Wartezeit bewältigen als mit dem Vorgänger, der Eibsee-Seilbahn.

Doch seit Mittwochabend steht die hochmoderne Seilbahn still. Bei einer Übung nach Betriebsschluss ist es zu einer heftigen Kollision gekommen. Bei dem internen Test für den Ernstfall übte das Bergbahnpersonal routinemäßig, wie die Passagiere aus der Gondel evakuiert werden können, falls diese mal nicht mehr vorwärts kommen sollte. Dafür wird ein sogenannter Bergewagen zur Gondel abgelassen, mit dem 30 Fahrgäste zurück zur Bergstation geholt werden können, erklärte Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. Für jedes der beiden Seile ist so ein 2,5 Tonnen schwerer Bergewagen an der Bergstation installiert.

Kette eines Hebewerkzeugs reißt und löst Kettenreaktion aus

Doch gegen 18 Uhr riss plötzlich die Kette eines Hebewerkzeugs beim Absenken des Bergewagens. Dies habe eine Kettenreaktion ausgelöst, teilte die Bayerische Zugspitzbahn am Donnerstag mit. Der Wagen rauschte talwärts und krachte ungebremst in die Kabine, die sich zwischen Bergstation und der Mittelstütze befand. Die Gondel hat ein Leergewicht von 4,2 Tonnen, mit Gehänge und Rollenbatterien kommen noch je sieben Tonnen dazu. Weder in dem Bergewagen, noch in der Kabine befanden sich Personen, bei dem Unfall wurde niemand verletzt.

Die Folgen sind dennoch massiv. „Der Schaden ist noch überhaupt nicht abzuschätzen“, sagte Lothes. Die Bahn sei für solche Fälle versichert. Doch so viel ist klar: An der Kabine ist ein Totalschaden entstanden. Sie muss ausgetauscht werden. Und da wartet die größte Herausforderung: Derzeit hängen Bergewagen und Gondel verkeilt etwa 280 Meter unterhalb der Bergstation. „Unsere Sachverständigen beraten nun, wie die Kabine geborgen werden kann“, sagte Lothes.

Kletterroute „Eisenzeit“ an Zugspitze derzeit nicht zu begehen

Dass die havarierte Kabine abstürzen könnte, sei zwar aktuell nicht zu befürchten, sagte Lothes am Donnerstagnachmittag. Sicherheitshalber habe man aber dennoch den Deutschen Alpenverein informiert. Dessen Bergführer sollen verbreiten, dass die Kletterroute „Eisenzeit“ an der Nordwand der Zugspitze etwas seitlich von der luftigen Unfallstelle derzeit vorsichtshalber nicht begangen werden sollte.

Wie lange die neue Seilbahn stillsteht, ist noch völlig offen. Sie bleibe „bis auf weiteres“ außer Betrieb, hieß es gestern. Erst muss ein Weg gefunden werden, um die beschädigte Kabine wieder ins Tal zu bringen. In der Zwischenzeit müssen Zugspitz-Besucher auf die Zahnradbahn ausweichen. Auch die Gletscherbahn vom Zugspitzplatt bis zum Gipfel ist regulär in Betrieb. Allerdings ist auf der Gipfelterrasse ein Bereich für die Bergungsarbeiten abgesperrt.

Im Video: Jungfernfahrt der Zugspitzbahn im April 2018

Zugspitzbahn ohne Strom: Fahrgäste mussten in Gondel ausharren - Grund ist jetzt klar

Ein Stromausfall hat am Sonntag die Zugspitzbahn lahmgelegt. Rund 200 Menschen mussten sich in Geduld üben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Während eines Einsatzes: Mittergraben verwandelt sich vom Rinnsal zum Sturzbach 
Eine 24-jährige Frau aus dem Augsburger Umland ist am späten Dienstagnachmittag von der Mittenwalder Bergwacht gerettet worden. Sie hatte sich im Mittergraben unterhalb …
Während eines Einsatzes: Mittergraben verwandelt sich vom Rinnsal zum Sturzbach 
Großbrand in Rottenbuch: Landkreis-Feuerwehren leisten schnelle Hilfe bei den Nachbarn
Sie haben ihre Kameraden im Nachbarlandkreis unterstützt: Die Feuerwehren aus Oberammergau, Garmisch, Kohlgrub, Bayersoien und Murnau sind ausgerückt, um den Flammen in …
Großbrand in Rottenbuch: Landkreis-Feuerwehren leisten schnelle Hilfe bei den Nachbarn
Meditationshaus in Kranzbach: Wunderwerk eines Welt-Architekten
Kengo Kuma baut nicht nur das Olympiastadion in Tokio. Im Nobel-Refugium Kranzbach hat der gefragte Architekt aus Fernost nun ein Kunstwerk im Wald erschaffen.
Meditationshaus in Kranzbach: Wunderwerk eines Welt-Architekten
Hochwasserschutz: Kampf gegen die Fluten
Der Hochwasserschutz in Uffing schreitet voran. Nun nun will die Gemeinde an einem Sonderförderprogramm teilnehmen. Es ermöglicht den Kommunen, maßgeschneiderte Konzepte …
Hochwasserschutz: Kampf gegen die Fluten

Kommentare