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Ehepaar hat Anwalt eingeschaltet

Streit um tote Ziege

Das Ehepaar Sigl aus Grainau hat neuen Ärger mit dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Diesmal geht es um eine tote Ziege, die im Bereich ihrer Weide am Eckbauer entdeckt wurde.

Grainau – Die Kreisbehörde und das Ehepaar Sigl aus Grainau sind seit Jahren in vielen Dingen anderer Ansicht. Nachdem sich Christine und Ingo Sigl seit ein paar Jahren mit staatlichen Stellen streiten, weil sie aus Tierschutzgründen ihre Ziegen nicht mit Ohrmarken versehen wollen, gibt es nun einen weiteren Konflikt. Am Eckbauer, wo das Paar seine Tiere hält, wurde im Juni eine tote Ziege gefunden. Dies bestätigt Franziska Klein vom Büro des Landrats auf Nachfrage. Die genaue Todesursache sei nicht bekannt. „Das Tier lag nach bisherigen Erkenntnissen mehr als drei Tage vor Ort.“ Ingo Sigl bestreitet dies. „Das ist totaler Blödsinn. Wir waren jeden Tag oben.“ Die einschlägige Verordnung schreibt jedenfalls vor, dass Halter generell mindestens einmal täglich nach ihren Tieren schauen müssen. Der Vorfall mit der toten Ziege sei „schade, aber so etwas kann immer wieder mal passieren“, erklärt Ingo Sigl. In einer E-Mail ans Veterinäramt schreiben er und seine Frau: Es lasse sich nie vermeiden, dass, „selbst, wenn wir beim Kontrollieren waren, sich so ein Vorfall kurz nach der Nachschau immer wieder ereignen kann“. Die Weide war mit einem Elektroknotengitterzaun begrenzt. „Es gibt für Ziegen besser geeignete Zäune“, erklärt dazu Kreisbehörden-Sprecherin Klein. „Auf Bergwiesen und unter sachkundiger Instandhaltung einschließlich regelmäßiger Kontrolle in ausreichenden Zeitabständen ist es aber ein häufig verwendeter Zaun, auch bei Ziegenhaltern.“ Die Sigls haben nach eigenen Angaben unverzüglich ein neues System gekauft. So wollen sie verhindern, dass sich die Ziegen verheddern.

Die Kreisbehörde hat gegen die Grainauer jedenfalls ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Sie sollen 3200 Euro Strafe wegen der toten Ziege zahlen, die eine Spaziergängerin gefunden hatte. Das wollen sie nicht. Das Paar hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet. Die Sigls mutmaßen, dass das Veterinäramt nach Gründen sucht, „uns wieder eine reinzuwürgen und uns öffentlich als nicht geeignete Tierhalter hinzustellen“.

Den Vorwurf, ihre Tiere fahrlässig behandelt zu haben, weisen sie vehement zurück. „Unsere Ziegen wurden seit neun Jahren mit dem gleichen Weidezaun gesichert. Aufgrund des Massentourismus gen Eckbauer verirren sich immer wieder Touristen auf die abgelegene Weide, die dann meinen, die Ziegen füttern zu müssen und die Tiere dadurch an den Zaun locken.“

Unterdessen hat die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen keine Erkenntnisse in Bezug auf die vergifteten Semmeln, die im September auf der Weide der Sigls abgelegt worden waren. Das Gebäck war mit Rattengift versetzt worden.

Allerdings gibt es Neues in der Ohrmarken-Frage. Die Zivile Einsatzgruppe der Operativen Ergänzungsdienste der Polizei erschien kürzlich mit einem Haftbefehl bei Ingo Sigl, weil er Bußgelder nicht begleichen will. Er zahlte 250 Euro, die Beamten zogen ab. Es kann aber gut sein, dass sie wiederkommen. Denn es stehen noch Bußgelder aus. Sigl droht deshalb eine mehrtägige Erzwingungshaft.

Roland Lory

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