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Maschkera ziehen am Sonntag wieder durch den Ortskern von Grainau. 

Es wird wieder die Fosenacht gefeiert

Grainauer Gaudiwurm: Viele Ideen auf lustige Weise umgesetzt

Ein Gaudiwurm schlängelt sich am Sonntag wieder durch Grainau. Im Dorf herrscht bereits große Vorfreude. Seit Wochen wurde für das Ereignis geplant und gebaut.

Grainau – Alle vier, fünf Jahre wird die Fosenacht in Grainau ganz groß gefeiert. Dann startet am Faschings-Sonntag immer ein Gaudiwurm durch die Straßen und Plätze. So auch in diesem Jahr. Am Sonntag ab 14 Uhr – Aufstellung ab 13.30 Uhr – schlängeln sich die Traktoren-bespannten Gefährte und zahlreiche Fußgruppen vom Aufstellplatz an der Zugspitzstraße über die beiden Dorfplätze bis zum Schwimmbad-Parkplatz. Dort löst sich der Zug auf. Im Saal Waxenstein des Grainauer Kurhauses wird anschließend weiter gefeiert. Dann steigt nämlich die große Abschluss-Party mit der Kultband „Zwoaraloa“.

Im Dorf herrscht bereits große Vorfreude. Seit Wochen wurde für das Ereignis geplant und gebaut. Dabei kann man sicher sein, dass wieder viele spontane Ideen auf lustige Weise umgesetzt werden. Als vor über 25 Jahren der Fosenachts-Verein Grainau aus der Taufe gehoben wurde, erwarteten viele im Dorf eine spürbare Belebung der Aktivitäten. Dies ist durchaus eingetroffen. Unter den Vorständen Anton Ostler (vulgo Seamichl), Anton Diepold (Wurzer), Matthias Jäger und Tobias Ostler (Heiss‘n) wurde kräftig angeschoben und so manche Veranstaltung organisiert, von der man heute noch spricht. Als Vorbild galt für viele das Jahr 1966. Da gab es im Dorf einen Riesenumzug, der lange Zeit Maßstäbe setzte. „Es war die Epoche, als die Amerikaner die erste Mondlandung planten. Das war natürlich für so einen Zug ein dankbares Thema. Auch ein Heugebläse tat damals seinen Konfetti-Dienst“, erinnert sich ein älterer Grainauer.

In der Folgezeit wurden immer wieder im zeitlichen Abstand große Züge organisiert. Und in den Jahren dazwischen stemmte der Verein andere Höhepunkte wie Gaudi-Skispringen auf der Neuneralm, das heute bereits legendäre Eishockey-Spiel zwischen Ober- und Untergrainau, Rodeln von den Brandwiesen hinunter zum Gschwendt oder viele Veranstaltungen im Musikpavillon. Dem ging immer ein Zug aller Teilnehmer und der Musikkapelle durch das Dorf voraus.

Vor über einem Jahr übernahm ein verjüngter Vorstand mit Korbinian Riesch und Ignaz Schwinghammer an der Spitze das Zepter. Mit dabei ist neben Sophia Ammer und Carolin Keller auch Hanni Klotz, der sich schon riesig auf den Sonntag freut. „Wir setzen wieder ganz auf die Ideen unserer Maschkera im Dorf. Aber wir verraten natürlich noch nicht alles, was gerade so entsteht“, meint der junge Grainauer, der dem Vereinsausschuss als Beisitzer angehört. „Aber bis jetzt sind es auf jeden Fall schon einmal sieben Wagen und etwa zehn Fußgruppen, die sich fest angemeldet haben“, sagt Klotz. Auch er selber wird am  Samstag noch einmal Hand anlegen und beim Aufbau des Maschkera-Wagens mithelfen. Wenn auch manches noch geheim sein wird, so ist ein Wagen doch sicher: Die Altweibermühl‘, die bei jedem Umzug bisher für eine ganz besondere Note sorgte. Nach dem Motto „Aus Alt mach Neu“ werden, wie es der Brauch ist, von den „Müllnern“ mit ihrem weißen Gwand immer wieder vom Straßenrand Frauen aufgegriffen und in der Mühle versenkt. Und über die Rutsche kommen dann jene auf wunderbare Weise zu jungen Madln verwandelte Schönheiten zum Vorschein. Also: Für Spaß und Vergnügen ist durchaus gesorgt.

Wer kurzfristig bei einer Gruppe mitmachen will, der kann sich unter Telefon 01 75/5 22 83 74 (Sophia Ammer) oder 0 15 11/7 58 99 74 (Ignaz Schwinghammer) melden.

Straßensperren

Wegen des großen Fachingszugs im Grainauer Ortszentrum ist in der Zeit von 13 bis 16 Uhr die Ortsdurchfahrt von der Zugspitzstraße ab Einmündung Schwarzkopfweg, Oberer Dorfplatz, Waxensteinstraße, Parkweg und Unterer Dorfplatz für den Verkehr gesperrt. Betroffen ist davon auch der öffentliche Busverkehr. Die Absperrungen regelt die Feuerwehr Grainau.

Klaus Munz

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