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Erst etwa neun Monate ist‘s her, als Andreas Lechner, hier mit Bürgermeister Stephan Märkl (r.), in Grainau seinen Dienst antrat.

Hoteliers und Gastronomen waren zufrieden mit seiner Arbeit

Grainaus Tourismusdirektor dankt ab: Im Ort kursieren Gerüchte über die Gründe

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Wieder ein Paukenschlag für die Gemeinde Grainau: Nachdem Tourismusdirektorin Petra Vogt und ihre Stellvertreterin Martina Burger 2018 überraschend ihre Posten räumten, zieht jetzt Nachfolger Andreas Lechner den Schlussstrich. Nach gerade einmal neun Monaten im Dienst.

Grainau „Bitter“, sagt Stephan Märkl. Einfach bitter. Diese Nachricht hat Grainaus Bürgermeister völlig überraschend ereilt. „Es hat sich nichts abgezeichnet.“ Tourismusdirektor Andreas Lechner reichte Ende Juli seine Kündigung ein. Wegen seiner überschaubaren Amtszeit greift sie bereits zum 31. August. Seinen letzten Arbeitstag hat Lechner aber schon hinter sich gebracht. Er muss noch Resturlaub abbauen. Deshalb wickelten er und sein Team am Freitag die Übergabe ab.

Es war ein kurzes Intermezzo von Lechner. Erst Anfang November 2018 hatte der Tiroler seinen Dienst im Zugspitzdorf angetreten. Als Nachfolger von Petra Vogt, die Mitte des vergangenen Jahres einen Schlussstrich gezogen und zum 31. Dezember das Arbeitsverhältnis auflöst hatte. Wie auch – unabhängig voneinander – ihre Stellvertreterin Martina Burger wenige Tage später. Ein Paukenschlag und das Ende der Doppelspitze.

Der Rathauschef steht wie damals vor der Aufgabe, den Posten zügig nachzubesetzen. Zwar läuft das Tagesgeschäft ganz normal und ohne Probleme weiter, „wir müssen aber so schnell wie möglich ausschreiben“, sagt Märkl. Schon jetzt verrät er, dass es bei einer Führungsperson bleiben wird. Wie berichtet, war die Position von Burger nach ihrem Ausscheiden ohne Leitungsfunktion ausgestattet worden.

Lechner hielt alleine das Zepter in der Hand. An der Zusammenarbeit kann der Bürgermeister nichts kritisieren. Er spricht von „touristischen Duftmarken“, die der Zillertaler gesetzt hat. Vor allem im Bereich Onlinemarketing und in den sozialen Medien. Auch neue Ortseingangstafeln gibt es zum Beispiel. Märkl weiß das zu schätzen.

Bürgermeister darf die Gründe nicht nennen

Warum Lechner, der mit seiner fränkischen Frau in Garmisch-Partenkirchen lebt, so abrupt das Feld räumt? Der Bürgermeister bleibt stumm. Muss er bei Personalangelegenheiten auch. Der scheidende Tourismusdirektor selbst war für ein Gespräch nicht zu erreichen. Unwissenheit schafft Platz für Spekulationen. Dementsprechend geistern im Ort allerlei Gerüchte über die Hintergründe herum.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass neben EDV-Problemen, die zu Reibungsverlusten geführt haben, vor allem die vielen Halbtageskräfte in der Kurverwaltung das Miteinander erschwert hätten – intern und mit den Vermietern. Und dass Kollegen den engagierten Kurs Lechners nicht mitgehen wollten. Davon ist Märkl nichts bekannt. Vielmehr betont er: „Es ist grausam, was alles rumgeht.“

Der Dorffunk ist aktiv. Auch Tom Krause hat schon einiges läuten gehört. Ob die Gerüchte stimmen, kann er nicht einschätzen, deshalb posaunt er die Vermutungen gar nicht erst heraus. Der Grainauer Ortsobmann des Hotel- und Gaststättenverbands Bayern sagt aber in aller Deutlichkeit: „Wir sind stinksauer.“ Nicht, weil Lechner seinen Posten abgibt, sondern, weil sie keinerlei Informationen über die Beweggründe erhalten.

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Für Krause und seine Kollegen ist die Entscheidung des Tirolers, der vor seiner Anstellung als selbstständiger Berater touristischer Unternehmen in den Bereichen Marketing und Vertrieb tätig gewesen war, ein herber Schlag. Sie hielten große Stücke auf ihn. Lechner „hat einen Bombeneindruck hinterlassen“, unterstreicht der Ortsobmann und lobt dessen Arbeit in den höchsten Tönen: „Er war perfekt für uns.“ Jemand, der aktiv und kreativ gestaltete, der den Kontakt zu Gastronomen und Hoteliers suchte, um sich zum Beispiel nach Problemen zu erkundigen. Für Krause ist deshalb klar: Trotz des kurzen Gastspiels sind nun große Fußstapfen zu füllen.

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