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Top modern und richtig stylisch: Bilder der neuen Seilbahn Zugspitze zur Eröffnung.
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„Wir sind eine bayerische Bahn.“ Peter Huber, der technische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn AG.
Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG/Max Prechtel
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„Der Ausblick ist sensationell“

Heute ist es so weit: Die neue Seilbahn Zugspitze geht in Betrieb

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Deutschlands höchster Berg bekommt eine neue Seilbahn der Superlative – und das wurde Zeit. Sie wird künftig bis zu 580 Gäste stündlich auf die Zugspitze bringen. Ein Mann hat das gigantische Projekt von der ersten Sekunde an begleitet: Peter Huber. Für ihn geht heute ein Traum in Erfüllung.

Garmisch-Partenkirchen/Grainau – Anfang der Woche hat Peter Huber, 62, noch Scherze gemacht. Er ist der technische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Die neue, 50 Millionen Euro teure Seilbahn ist sein Herzensprojekt, seit Jahren kämpft er für sie. „Wir können erst am 7. Januar öffnen. Wir werden nicht fertig“, sagte er am Dienstag mit ernster Stimme. Das wäre ein Paukenschlag, eine Lachnummer. Die prominenten Ehrengäste wie Ilse Aigner oder Kardinal Marx für die heutige Jungfernfahrt müssten wieder ausgeladen werden. Eine extrem peinliche Sache. Doch Peter Huber kann sich bei seinen Sätzen nur mit Mühe das Lachen verkneifen. Es war ein Gag. Alles ist gut und im Zeitplan. Aber der BZB-Vorstand sagt: „Bei der Eröffnung steh’ ich sicher unter Strom.“

Kein Wunder. Heute Vormittag geht die neue Seilbahn Zugspitze in Betrieb. Eine Anlage, die ihn seit den 1980er-Jahren beschäftigt. Die Umsetzung schien lange unrealistisch, zumindest während seiner aktiven Zeit.

Spätestens nach dem Mauerfall, als tausende ehemalige DDR-Bürger auf Deutschlands höchsten Berg stürmten, wurde das Problem deutlich. Die Eibsee-Seilbahn, ein Wunderwerk der Technik, stieß an ihre Kapazitätsgrenzen. Maximal 260 Passagiere pro Stunde brachte sie auf knapp 3000 Meter Höhe. Zu wenig, bedenkt man, dass an manchen Tagen 700 an der Talstation am Eibsee anstanden. „Und die waren noch geduldiger als die Gäste heute“, erinnert sich Huber.

„Wir sind eine bayerische Bahn.“ Peter Huber, der technische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn AG.

Ideen, die Anlage zu erneuern, gab’s im Lauf der Jahre viele. Aus finanziellen Gründen und vor allem aus technischen wurden sie immer wieder verworfen. Irgendwie „hat sich keiner hingetraut“, sagt Huber. Vor allem die Geologie am Berg flößte den Planern Respekt ein. Außerdem ließ sich die alte Eibsee-Seilbahn einfach nicht toppen, dachten viele. Also wurden die Überlegungen, sie zu ersetzen, ständig verschoben. Andere Vorhaben hatten Priorität: die Gletscherbahn, die 1991/92 entstand, die Erweiterung des Sonnalpins am Platt kurz darauf. Nach der Fusion der BZB und der Wankbahn AG hatte ab 2002 die Erneuerung des Classic-Gebiets Vorrang inklusive Kreuzeck- und Hausbergbahn sowie Kandahar-Express. Zwei Sessellifte auf Deutschlands höchstem Berg folgten.

„Seit ich bei der Zugspitzbahn bin, habe ich viele Bauprojekte begleitet“, sagt Huber. Dass er die neue Seilbahn noch zu dieser Liste hinzufügen kann, daran hat er schon nicht mehr geglaubt. Auch nicht, als er und sein Vorstandskollege Matthias Stauch, der für den kaufmännischen Bereich zuständig ist, vor sechs Jahren den Auftrag erhielten, Lösungen zu suchen. Unter vier Augen hatte ihn Wotan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, damals gefragt, ob er sich’s zutraue. Hubers Antwort folgte prompt: „Wenn die Werke als 100-prozentiger Anteilseigner und der Aufsichtsrat dahinter stehen, probieren wir’s.“ 2012 gab’s grünes Licht.

Seither passiert Huber einen Meilenstein nach dem anderen. Einer der letzten: die erste Fahrt mit der neuen Seilbahn. Da gerät auch der Garmisch-Partenkirchner, der sich mit Superlativen eher zurückhält, ins Schwärmen. „Beeindruckend“ sei’s gewesen. Einmalig vor allem der „sensationelle Ausblick“ aus der rundum verglasten Kabine. Den Neubau hat der BZB-Vorstand hautnah erlebt. Meist von der Talstation am Eibsee aus, um schnell wieder in seinem Büro an der Olympiastraße zu sein. Die Kollegen in Garmisch-Partenkirchen haben ihn in den Tagen vor der Eröffnung kaum zu Gesicht bekommen. Nur um seine Rede vorzubereiten, setzte er sich noch einmal an seinen Schreibtisch. Spätabends. Ansonsten gilt sein ganzes Augenmerk der neuen Anlage. Sein staubiger Anorak zeugt davon. Huber packt an. Aufräumen ist angesagt am Tag vor dem Festakt.

Sein persönliches Fest hat er bereits Anfang Juli gefeiert. Eine weiß-blaue Fahne, die von der 127 Meter hohen Stütze flatterte, zeugte davon. Auf dieses Symbol hatte Huber großen Wert gelegt: „Schließlich sind wir eine bayerische Bahn.“ Die Sorge, die Mitarbeiter des österreichisch-schweizerischen Seilbahn-Herstellers könnten ihm einen Strich durch die Rechnung machen und eine Flagge in rot-weiß hissen, war gewaltig. Deshalb verfolgte Huber den Aufbau der Stütze auch mit Argusaugen. Und hatte das acht mal zwei Meter große Exemplar parat, als der Seilbahnschuh per Kran an seine Position gehievt wurde. „Die hängt jetzt, bis sie der Sturm oder die Bahn mitnimmt“, sagte er damals. Zufrieden, wie er es eigentlich die ganze Zeit über war.

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Das Gefühl war und ist gut. „Alles lief planmäßig.“ Sein schönster Moment aber, über den er sich am meisten gefreut hat: als 2014 die Bau- und Betriebsgenehmigung vom Landratsamt ins Haus flatterte. Das war der Startschuss. Damit konnten die Rodungen – „da sitzt uns ja immer die Brutzeit im Nacken“ – beginnen.

Von da an erlebte er unzählige Höhepunkte. „Jeder Tag, an dem sich was bewegt hat, war eine Genugtuung.“ Das Einhängen der Kabinen Ende Oktober zählte dazu. Auch das ein Termin, den Huber mit seinem Smartphone festhielt. Immer wieder drückte er auf den Auslöser. Oder die erste Bewegung der Bahn. Ein erhebendes Gefühl für ihn und die ganze BZB-Mannschaft. Er ist stolz auf sein Team, das diesen Kraftakt gestemmt hat. Stolz ist er auch darauf, dass abgesehen von kleineren Unfällen, bei denen es glücklicherweise nur leichte Verletzungen gab, nichts passiert ist auf Deutschlands höchster Baustelle und im Tal am Eibsee.

Den größten Schaden hat das Gipfelkreuz abbekommen. Die Kette eines Krans hatte es getroffen und einen Teil des Strahlenkranzes abgebrochen. Repariert steht es seit Anfang Dezember wieder auf 2962 Metern Höhe. Huber geht’s gut. Sein persönliches Wunder, der Neubau der Seilbahn Zugspitze, ist wahr geworden.

Video: Glomex

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