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Höllentalklamm-Drama: Brücke war so konstruiert, dass sie bei Wassermassen wegreißt

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Von: Katharina Haase

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In der Höllentalklamm ist es am Montag wegen des Starkregens zu einer Flutwelle gekommen. Einsatzkräfte entdeckten am Dienstag eine tote Frau. Eine weitere Person wird noch vermisst.

Update vom 19. August, 15.28 Uhr: Die Obduktion der toten Frau, die am Dienstag aus dem Hammersbach geborgen wurde, gab nun Gewissheit. Es handelt sich um die 33-Jährige aus Oberfranken. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es sich bei der weiter vermissten Person um ihren 34 Jahre alten Lebenspartner aus dem Landkreis Coburg handele, teilte das
Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Wie die dpa berichtet, wurde die Suche nach dem Vermissten am Donnerstag nicht wieder aufgenommen. Es sei aber eine weitere Suchaktion für den kommenden Montag geplant.

Update vom 19. August, 9.39 Uhr: Bei dem Unglück im Höllental am Montag wurde eine Brücke von den Wassermassen zum Teil mitgerissen, darauf befanden sich nach Angaben von Augenzeugen zwei Personen. Eine 33-jährige Frau wurde bereits tot geborgen, eine weitere Person wird noch vermisst. Die Holzbrücke sei extra so konstruiert worden, dass sie maximalen Wassermassen nicht standhält, erklärt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV). Andernfalls sammele sich Treibgut, das Wasser staue sich - mit der Gefahr einer noch größeren Flutwelle, wie frühere Erfahrungen zeigten. Wanderer hatten schwere Vorwürfe gegen den Alpenverein erhoben, weil man am Eingang nicht gewarnt worden war.

„Es ist ein schrecklicher Unfall, den wir sehr bedauern“, sagte Bucher. Weiterhin sei nicht klar, was sich genau abspielte und ob die Frau und ein weiter Vermisster tatsächlich mit der Brücke weggerissen wurden.

Vermisstensuche im Höllental eingestellt - tote Frau wohl aus Oberfranken

Update vom 18. August, 19.19 Uhr: Die Suche nach der zweiten vermissten Person wurde eingestellt. Bis zum frühen Nachmittag seien die Einsatzkräfte unterwegs gewesen - bis runter in den Ort sind sie den Bach abgelaufen. „Akut können wir nichts mehr tun“, so ein Polizeisprecher. Bisher sei man von einem Such- und Rettungseinsatz ausgegangen, nun müsse man realistisch sein. „Jetzt geht es darum, eine tote Person zu finden.“ Die Polizei wird die Suche daher mit einer alpinen Einsatzgruppe nochmals aufnehmen.

Update vom 18. August, 15.55 Uhr: Am Montag kam es aufgrund der Unwetterlage zu einer Flutwelle, die durch die Höllentalklamm nahe Grainau rauschte. Mehrere Personen konnten durch Einsatzkräfte des BRK und der Bergwacht aus der Klamm gerettet werden. Am Dienstag (17. August) wurde die Leiche einer toten Frau aus dem Hammersbach geborgen. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen. In einer Meldung vom Mittwoch gibt die Polizei nun neue Informationen heraus. „Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei der Toten um eine 33 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Lichtenfels (Oberfranken) handelt“, so die Polizei.

Die Suche nach der zweiten vermissten Person wurde am Dienstagnachmittag vorerst beendet. Nach Angaben der Polizei finden am heutigen Mittwoch erneut Suchmaßnahmen statt. „Dabei sollen, örtlich begrenzt, einzelne exponierte Bereiche abgesucht werden.“ Die Einsatzkräfte haben jedoch wenig Hoffnung, die Person noch lebend zu finden.

Höllentalklamm-Drama: Suche nach vermisster Person wurde vorerst eingestellt

Update vom 17. August, 21.10 Uhr: Was genau am Montagnachmittag in der Höllentalklamm passiert ist, bleibt weiterhin unklar. Neue Details zum Unfall werfen bei den Ermittlern und den Einsatzkräften nur noch größere Fragen auf. Von der zweiten vermissten Person fehlt immer noch jede Spur. Die Suche erstreckte sich bereits auf den gesamten Lauf der Loisach. Bis zum Kochelsee wurde der Fluss per Hubschrauber abgesucht, bis Oberau waren an den Brücken Hilfskräfte postiert. Gegen 16.30 Uhr wurde die Suche für diesen Tag erfolglos beendet, wie aus einem Bericht des BRK hervorgeht.

Update vom 17. August, 17.45 Uhr: Die Suche nach der vermissten Person in der Höllentalklamm wurde nach Angaben der dpa am Dienstagnachmittag voerst eingestellt. Alle relevanten Bereiche seien mehrfach abgesucht worden, jedoch ohne Erfolg, sagte ein Polizeisprecher. Sollte sich die Person noch in der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen befinden, gebe es angesichts der seit dem Unglück verstrichenen Zeit und der großen Wassermassen wenig Hoffnung, sie lebend zu finden.

Höllentalklamm: Bergwacht entdeckt tote Frau - Fragen nach möglicher Verantwortung werden laut

Update vom 17. August, 13.05 Uhr: Während die Vermisstensuche weitergeht, läuft andernorts schon die Ursachensuche. Warum hat niemand die Höllentalkklamm bei Grainau abgesperrt? Das fragen sich viele, wir suchen nach Antworten.

Update vom 17. August, 12.45 Uhr: Eine Frau ist nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze tot aus den Fluten geborgen worden. Retter suchen nun nach einem weiteren Vermissten. Angesichts der Zeit und der Lage in der Klamm schwindet die Hoffnung, die Person lebend zu retten.

Acht Menschen waren am Montag nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet worden. Die beiden zuletzt noch Vermissten hatten laut Polizei auf einer Holzbrücke über dem Hammersbach am oberen Ausgang der Klamm gestanden - die Beamten bezogen sich auf Augenzeugen. Die Brücke wurde demnach von der Flutwelle weggerissen.

Update vom 17. August, 11.26 Uhr: Nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze hat die Staatsanwaltschaft München II Vorermittlungen eingeleitet. „Wir haben Vorermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob eine Straftat im Raum steht“, sagte die Sprecherin der Behörde, Andrea Mayer, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Im Raum stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht.

Update vom 17. August, 10.30 Uhr: Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, haben die Einsatzkräfte gegen 8.30 Uhr eine leblose Frau im Wasser gesichtet. Sie konnte nur noch tot geborgen werden. Die Kripo ermittelt nun die Identität und die Todesumstände.

Mindestens eine weitere Person wird noch vermisst. Die Suche in der Höllentalklamm geht unterdessen weiter. Am Montag konnten acht Personen unverletzt aus den Fluten gerettet werden.

Höllentalklamm: Frau wurde tot im Wasser gefunden

Das Bayerische Rote Kreuz teilt außerdem mit, dass am Dienstagmorgen die Evakuierung weiterer Menschen vom Berg durchgeführt wurde. Demnach wurden sieben Personen aus den Knappenhäusern geholt. 101 Menschen hat die Bergwacht von der Höllentalangerhütte ins Tal begleitet.

Update vom 17. August, 10.15 Uhr: Nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze soll gegen 12 Uhr die großangelegte Suche nach zwei Vermissten wieder aufgenommen werden. Einzelne Einsatzkräfte sind bereits seit 7.30 Uhr in der Klamm unterwegs, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Auf Brücken unterhalb der Klamm werde nach Hinweisen
wie Kleidungsstücken Ausschau gehalten. Ein Dutzend auf Canyon-Rettung spezialisierte Helfer von Polizei und Bergwacht stünden für die Suche bereit.

Brückensturz in Höllentalklamm: Wenig Hoffnung Vermisste lebend zu finden

Große Hoffnung die beiden Vermissten lebend zu finden besteht allerdings laut Polizei nicht. „Dann ist das eine absolut bedrohliche Situation. Aber wir lassen nichts unversucht“, sagte ein Polizeisprecher. Die Identität der Vermissten ist dabei weiter unklar. Die Polizei überprüft im Ort und in der Umgebung die Gästelisten in den Hotels und Pensionen um zu klären, ob dort Menschen vermisst werden.

Update vom 17. August, 07.31 Uhr: Die Suche nach den zwei vermissten Wanderern, die nach dem Brücken-Wegriss in der Höllentalklamm am Montag nicht mehr gefunden werden konnten, läuft nun weiter. Der Einsatz sollte ab etwa 07.30 Uhr wieder anlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. „Wir wissen noch nicht, wer die beiden vermissten Personen sind.“

Nach dem Unglück am Montag, 16. August, waren am späten Abend bereits acht vermisste Wanderer gerettet worden. Wegen Dunkelheit und Gefahren wurde die Suche danach vorerst eingestellt. Unwetterzellen hatten den Hammersbach bei Grainau in rasender Schnelle anschwellen lassen. Ein Steg in der bei Ausflüglern beliebten Klamm wurde daraufhin vom Wasser mitgerissen. Trotz Unwetterwarnung waren viele Wanderer in der Klamm unterwegs.

Update vom 16. August, 22.13 Uhr: Acht Personen konnten von der Berg- und Wasserwacht mittlerweile gerettet werden. Das teilte das Bayerische Rote Kreuz in einer Pressemitteilung mit. „Zwei weitere Personen werden derzeit vermisst. Aufgrund der Dunkelheit und der dadurch steigenden Gefahr musste der Sucheinsatz um 20:30 Uhr unterbrochen werden. Die Vermisstensuche soll morgen bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Es waren 164 Kräfte im Einsatz“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Wegen Unwetter: Flutwelle rauscht durch Höllentalklamm - Schwierige Suche nach den Vermissten

Update vom 16. August, 20.25 Uhr: Der Hammersbach im Wettersteingebirge kommt nicht zur Ruhe. Knapp 14 Monate nach der Flutwelle, die im Juni 2020 mitten in der Nacht zu einer Evakuierung des Grainauer Ortsteils Hammersbach geführt und weite Teile überschwemmt hatte, sorgt der Wildbach wieder für negative Schlagzeilen: Gewitterzellen mit Starkregen ergossen sich ab Montagnachmittag einmal mehr über dem Höllental und ließen das Gewässer rasend schnell anschwellen. Ein Steg oberhalb des Klammeingangs auf der Bergseite wurde mitgerissen. Mit ihm bis zu drei Bergwanderer, die bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe als vermisst galten.

„Gesichert sind zwei Personen, wir gehen aber von drei aus“, berichtet Christian Langenmair, Leiter der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, den Medien am frühen Montagabend im Grainauer Kurhaus. Das schlechte Wetter erschwerte die Suche nach den weggespülten Personen erheblich. Vier Hubschrauber standen zur Verfügung, konnten bis zum Abend aber nicht eingesetzt werden. „Kurzzeitig durfte auch die Bergwacht nicht mehr in die Klamm, da einfach zu viel Wasser kam“, betont Langenmair.

Einsatzwagen vor einem Hotel
Einsatzzentrale Hotel: Im Haus Hammersbach haben die Rettungskräfte ihr Quartier bezogen. © Bartl

Doch es gibt auch positive Nachrichten: Bis zum Abend konnten die Einsatzkräfte – in der Summe mehr als 140 von Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr und Rotem Kreuz – auch acht Personen aus dem Umfeld der Höllentalklamm sicher ins Tal bringen. Sechs davon hielten sich im Bereich oberhalb der Schlucht auf und saßen fest, nachdem der Steg weggespült worden war. Hinzu kamen zwei Bergsteiger, die im Gelände rund um das Höllental unterwegs gewesen waren. Dass sich an einem Nachmittag, für den teils kräftige Unwetter angesagt und sogar eine Warnung des Wetterdienstes herausgegeben waren, derart viele Menschen am Berg befanden, kann Bürgermeister Stephan Märkl nicht verstehen. „Aber das haben wir nicht in der Hand, da können wir nichts tun.“ Seine Beobachtung: „Gegen 14 Uhr war der Wanderparkplatz in Hammersbach noch zu zwei Dritteln gefüllt.“ Gegen 15 Uhr setzten bereits die heftigen Regenfälle ein.

Flutwelle in der Höllentalklamm: Schwierige Vermissten-Suche

Die Rettungsmaschinerie lief derweil wieder bestens an. Nach der Alarmierung gegen 15.45 Uhr machten sich die Kräfte sofort auf den Weg nach Hammersbach. Ein Wanderer hatte gemeldet, dass Personen auf dem Steg weggespült worden waren. Im dortigen Hotel wurde die Einsatzleitstelle eingerichtet. In die Klamm vorzudringen, gestaltete sich bei den widrigen äußeren Bedingungen nicht so einfach. „Zum Glück kommt man mit dem Auto gut vorwärts bis zum Klammeingang“, sagt Märkl. „Von da waren es noch rund 45 Minuten bis zum Einsatzort.“ Am Seil gesichert, wurden die Geretteten durch die Klamm in den Ort gebracht.

ein Bach und Einsatzkräfte
In einen reißenden Wildbach hat sich der Hammersbach am Montag einmal mehr verwandelt. © Bartl

Die Suche nach den Vermissten hingegen verlief bis zum Abend erfolglos. Da die Schlucht sehr eng ist, gestaltet sich ein Einsatz aus der Luft sehr schwierig. Vor Ort war auch ein Spezialteam der Feuerwehr Partenkirchen mit einer Drohne. „Suchen können wir aber nur, solange wir noch Tageslicht haben“, stellte Langenmair klar. Überwacht wurde der Hammersbach auf seinem kompletten Lauf bis zur Einmündung in die Loisach, auch dort waren im Ortsgebiet von Garmisch-Partenkirchen (Bayern) noch Hilfskräfte an den Brücken postiert.

Bewährt hat sich zumindest der Ausbau des Hammersbachs nach dem Hochwasser von 2020, „auch wenn es dieses Mal deutlich weniger Wasser war“, merkt der Bürgermeister an. „Aber zumindest für die Bewohner im Dorf gab es keine Gefahr.“

Update vom 16. August, 19.20 Uhr: Derzeit geht die Einsatzleitung der Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass zwei Personen noch vermisst werden.

Wegweiser in die Höllentalklamm und das Kreuzeckhaus
Flutwelle in der Höllentalklamm: Noch läuft der Einsatz und die Suche nach den Vermissten. © dpa

Update vom 16. August, 18.58 Uhr: Der Einsatz läuft noch: Sechs Menschen konnten von den Rettern aus der Klamm gerettet werden. Sie sind wohl alle körperlich weitgehend unversehrt und werden gerade ins Tal gebracht. Drei weitere Personen gelten derzeit als vermisst. Nach ihnen wird gesucht.

Update vom 16. August, 17.18 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass nach bisherigen Informationen Menschen von den Wassermassen mitgerissen wurden. Die Bergwacht versuche derzeit, mehrere Menschen aus dem Wasser zu retten. Andere sollen noch vermisst sein.

Grainau - Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd meldet, hat der Starkregen in der Region gegen 15.45 Uhr eine Flutwelle ausgelöst, die durch die Höllentalklamm rauschte. Dabei ist wohl eine Brücke mitgerissen worden. Eventuell sind auch Menschen zu Schaden gekommen.

Höllentalklamm (Bayern): Flutwelle rauscht durch Wanderschlucht

Neben etlichen Streifenfahrzeugen aus der Region ist auch ein Hubschrauber angefordert, der das Gelände absucht. Weitere Informationen sollen folgen.

In Oberbayern und der Region Garmisch-Partenkirchen wüten derzeit immer wieder Unwetter. Die Wettersteinalm wurde völlig überflutet und im Freilichtmuseum Glentleiten schlug ein Blitz in einen alten Stadl ein.

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