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Gratulanten-Runde: (v.l.) Landrat Anton Speer, Bürgermeister Stephan Märkl, Martin Baumgärtner und Carolin Bezold (Landesvorsitzende Bayerische Jungbauernschaft), Wolfram Schöhl (Bayerisches Landwirtschaftsministerium), Moderator Herwig Leipert, Walter Heidl (Präsident BBV) und Gerhard Müller (Buchführungsdienst Jungbauernschaft).

Eine Erfolgsgeschichte

Jungbauernschule Grainau feiert 60. Geburtstag

Die Jungbauernschule in Grainau wird 60 Jahre alt. Sogar aus dem Ausland kamen Gäste, die in besonderer Beziehung zu dem Haus stehen, um den Tag zu feiern. Mit der Aufstellung eines Maibaums für Toleranz forderten die Verantwortlichen Respekt – auch für die Bauern.

Grainau – „Einen wahrlich historischen Moment“ gab es für die Bayerische Jungbauernschaft im Jahre 1957. Damals wurde die frühere Saal-Gaststätte der Bob-Legende Anderl Ostler in der Grainauer Alpspitzstraße ersteigert – es begann die mittlerweile 60 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte des Hauses. Mit einem großen Festakt mit wechselnden Bühnen und Moderatoren, einem ganztägigen Programm bis hin zu einem Kabarettabend feierte die Jungbauernschule Grainau nun Geburtstag im Kurhaus.

Mittels einer gelungenen Film-Sequenz in schwarz-weiß, hatten die Teilnehmer des diesjährigen Grundkurses diese nachhaltige Entscheidung der Jungbauern gleich eingangs anschaulich und amüsant mit ihren damaligen Urgesteinen noch einmal nachgestellt. Seitdem genießt die Einrichtung im Zugspitzdorf gerade in puncto Erwachsenenbildung einen hervorragenden Ruf in ganz Bayern. Das merkte man auch an den Besuchern im Kurhaus. Zahlreich hatten sich die Gäste zur Geburtstagsfeier eingefunden. Für viele von ihnen war die Jungbauernschule (offiziell Seminarhaus Grainau genannt) eine wertvolle Hilfe für den weiteren persönlichen und beruflichen Werdegang. Auch dank Gerd Sonnleitner, dem Ehrenpräsidenten des Bayerischen und Deutschen Bauernverbandes, der die „Grainauer Tage“ an der Schule von Anfang an mitbegleitet hatte. „Damals haben wir so manche Nacht durchgefeiert“, erinnerte er sich.

Dass das Seminarhaus auch weiterhin zukunftsfähig gemacht wird, ist dem Vorsitzenden des Heimstättenvereins Herwig Leipert ein großes Anliegen. „Es ist die markante Leistung der Verantwortlichen, das Haus so zu gestalten, dass es sich trägt“, sagte Leipert. Dafür sind Anstrengungen notwendig. Wie die „ständige Anpassung an Entwicklungen bei einem einhergehenden Rückgang der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung“. Bayerns Bauernverbandspräsident Walter Heidl ermutigte die Verantwortlichen des Hauses dazu, selbstbewusst zu sein.

Dazu hätte Reiner Schmelz, der seit nunmehr 25 Jahren die Jungbauernschule erfolgreich leitet, allen Grund. Mit dem „Herzstück“ des Bildungsangebots, dem jährlichen zehnwöchigen Grundkurs, aber auch der Ferienfreizeit und einem Mutter-Kind-Angebot, ist sein Haus gut aufgestellt.

Der Erfolg der Schule geht über die Grenzen des Landkreises und sogar über die Deutschlands hinaus. Das zeigte die Anwesenheit der französischen Abordnung „Comité Normandie – Bavière“. Seit vielen Jahren verbindet das Haus eine Freundschaft mit französischen Familien, die hiesigen Grundkursteilnehmern nicht nur in der Normandie Quartier bieten, sondern auch die deutsch-französische Freundschaft Jahr für Jahr an der Basis unter Beweis stellen.

Fortgesetzt wurde der Ehrentag schließlich mit der Errichtung eines „Maibaums für Toleranz“ – einer von 30 in ganz Bayern, die im Rahmen einer Aktion des „Bayerischen Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ aufgestellt wurden. Der Baum solle auch provozieren. Auf Anregung der Landjugend steht er zum Beispiel Kopf und regt mit verschiedenen Texttafeln zum Nachdenken an. Dass dabei nicht nur die Toleranz gegenüber Menschen anderer Herkunft oder Aussehen im Fokus steht, machte Christine Singer, Kreis- und stellvertretende Landesbäuerin in ihrem Grußwort deutlich: „Es geht auch darum, dass die Gesellschaft den tierhaltenden Bauern Respekt für ihre nicht immer leichte Arbeit zollt.“

Klaus Munz

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