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Immer für einen guten Zweck zu haben: Die Musiker des Gebirgsmusikkorps präsentieren in Grainau ein buntes Programm. 

Erlös fließt an Bürgerstiftung Mehrwert

Konzert des Gebirgsmusikkorps: 2700 Euro für schnelle Hilfe

250 Besucher trotzten den kühlen Temperaturen: Sie kamen nach Grainau, um den Klängen des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen zu lauschen - und damit Gutes zu tun. 

Grainau – Konzerte des Musikkorps hat es auch schon früher im Grainauer Musikpavillon gegeben. Das ist aber schon lange her. Damals, vor gut 45 Jahren, stand ein gewisser Hauptmann Werner Zimmermann am Dirigentenpult, und der Klangkörper hieß offiziell Musikkorps der 1. Gebirgsdivision. Die Division gibt es nicht mehr in Garmisch-Partenkirchen, wohl aber ihre bekannte Militärkapelle, nunmehr als Gebirgsmusikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner bekannt. Und für Einsätze für einen guten Zweck sind die Musiker immer noch zu haben. Wie am Mittwochabend in Grainau, als die landkreisweit tätige Bürgerstiftung Mehrwert in Kooperation mit dem Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt zu einem besonderen Benefizkonzert einlud.

Kriner war zunächst einmal von der Örtlichkeit begeistert. „Wo anders hätten wir mangels Dach die Veranstaltung absagen müssen“, sagte der gebürtige Mittenwalder, der an diesem Abend auf gut 50 Musiker bauen konnte. „Nach genau sieben Minuten Anfahrt.“ Durch den Regen samt Temperatursturz kamen leider weniger Besucher als erwartet nach Grainau. Die gut 250 Zuhörer, die den Widrigkeiten trotzten, brauchten ihr Kommen aber nicht zu bereuen. „Es ist unser letztes Konzert und dann geht’s erst einmal in den Urlaub“, sagte Kriner, der auch gekonnt und sympathisch durchs 90-minütige Programm führte.

Wer meinte, dass das Orchester nun einen Militärmarsch nach dem anderen schmettern würde, hat sich getäuscht. Das Programm war sorgfältig zusammengestellt und beinhaltete selbst für fleißige Konzertbesucher viele noch nie gehörte Titel. Wie zu Beginn ein unbekannter, aber markanter Marsch der bulgarischen Volksarmee, gefolgt von Franz von Suppés Ouvertüre zur Leichten Kavallerie als wahrem Klassiker. An der Raffka hieß eine nachdenkliche Komposition aus Danzig, zwei Zigeunertänze mit dem Titel Puszta zeigten den Tempowechsel, den man von ungarischen Melodien kennt. Dann ein Ausflug in die goldenen 80er Jahre. Phil Collins-Hits waren zu hören, ehe brasilianische Sambaklänge die teils fröstelnden Zuschauer erwärmten. Was wäre ein Konzert dieser Art ohne einen Abstecher zur Filmmusik? Mit den Soundtracks der James Bond-Filme Goldfinger, Dr. No und Octopussy ging’s für die begeisterten Zuhörer zumindest musikalisch in die Welt der Ganoven und Geheimdienste. Den Schluss gestaltete Kriner mit seiner Kapelle wieder traditionell. Mit dem Marsch Bayrisch blau des Laridah-Komponisten Max Hempel und, als Lokalkolorit, hochvirtuose Alphornklänge.

Noch vor den Zugaben fürs Publikum lobte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) das soziale Engagement der Bürgerstiftung für notleidende Menschen. Die Dankesworte folgten prompt. Für die Stiftung übernahm der Vorsitzende Ulrich Willburger diesen Part, gerichtet an das Gebirgsmusikkorps und an die Gemeinde Grainau für die Unterstützung. „Etwa 2700 Euro können von der Veranstaltung für den guten Zweck gespendet werden“, verkündete Tanja Brinkmann, stellvertretende Redaktionsleiterin des Tagblatts und zweite Vorsitzende der Bürgerstiftung Mehrwert. Auf diese warten viele Projekte im Landkreis, für die unbürokratisch und schnell Geld benötigt wird. 

Klaus Munz

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