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Balanceakt: Auf e inem Brett stehend wird Markus Söder von Jungbauern in die Höhe gehievt.

Balanceakt des Finanzministers

Markus Söder schnuppert Höhenluft

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Markus Söder will gerne hoch hinaus. Schüler der Jungbauernschule in Grainau gaben Bayerns Finanz- und Heimatminister dazu Gelegenheit. Söder löste eine Wettschuld ein.

Grainau – Markus Söder ist wichtig und schwergewichtig. Bayerns Finanz- und Heimatminister ist das, was man einen Baum von einem Mann nennt. 1,94 Meter groß, geschätzt sicher mehr als 100 Kilogramm schwer. Für Kursteilnehmer an er Jungbauernschule in Grainau stellte es gestern allerdings kein Problem dar, den wuchtigen Mittelfranken, der so gerne Horst Seehofer als Ministerpräsident beerben möchte, per Brett und Seil etwa einen halben Meter anzuheben. Söder noch weiter oben – ein Bild, das die Fotografen und die Mitglieder seines Pressestabs nur zu gerne schossen. Wer weiß, für was man das in der näheren Zukunft noch brauchen kann. Immerhin ist Söders Traum – nach den CSU-Verlusten bei der Bundestagswahl, die mehrheitlich seinem Chef Seehofer angelastet werden –, bayerischer Regierungschef zu werden, nicht mehr unrealistisch. Söder erwies sich als standfest, balancierte gekonnt und fühlte sich „wie auf einem Surfbrett“. Lob, dass er sich „auf die Wette eingelassen hat“ gab’s von Herwig Leipert, dem Vorsitzenden des „Heimstätte Bayerische Jungbauernschaft, Jungbauernschule e.V.“. So schön die Höhenluft auch gewesen sein mag – ein zweites Mal verweigerte Söder. „Jetzt ist’s genug.“ Und das Wort eines Heimatministers war den Jungbauern Befehl.

Das Hochlupfen des Finanzministers war Teil einer Wettschuld aus dem Jahr 2015, die er gestern einlöste. Die Jungbauernschaft hatte gewettet, dass ihr es gelingt, innerhalb eines Monats so viele Fotos zum ländlichen Raum zu sammeln, dass damit ein Porträt des Heimatministers als Mosaikbild erstellt werden kann.

Nicht nur allein aus Spaß an der Freud war Söder nach Grainau im Anschluss an eine Sitzung nach Grainau gekommen. Im Gepäck hatte er auch einen Förderbescheid über 22 500 Euro. Den erhält das Seminarhaus als Zuschuss für ein Gutachten. Der Trägerverein beabsichtigt, die Bildungseinrichtung thematisch weiterzuentwickeln und zu modernisieren. „Wir wollen fit für die Zukunft sein“, sagt Martin Baumgärtner, der Vorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft. Söder machte deutlich, wie sehr ihm der ländliche Raum am Herzen liegt. „Wer Bayern liebt und verstehen will, der muss den ländlichen Raum lieben und nicht nur über München und Nürnberg reden.“

In Söders Schlepptau, wie so häufig, die zwei CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Harald Kühn, der gestern seinen 54. Geburtstag feierte. Söder nannte Bachhuber und Kühn, die beide im Finanzausschuss sitzen, seine „Kontrolleure“. Er teilte ihnen mit, dass der Kommunale Finanzausgleich nun bei 9,6 Milliarden Euro liege und viel davon in den ländlichen Raum fließe. 

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