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Endlich: Nach jahrelangen Verhandlungen ist nun das neue DSLV-Ausbildungszentrum neben der Alpspitzbahn eröffnet.

Was lange währt, wird endlich gut

Nach zähen Verhandlungen: Skilehrerverband eröffnet Ausbildungszentrum

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Neun Jahre Verhandlungen, Niederschläge und Frust liegen hinter den Verantwortlichen des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV). Jetzt erfüllt sie Glück und Stolz: Für zwei Millionen Euro entstand ein Ausbildungszentrum am Kreuzeck. Dies wurde nun eröffnet.

Einen „Meilenstein“ für den Wintersport und die Region feiern im neuen DSLV-Ausbildungszentrum: (v.l.) Wolfgang Pohl, Matthias Stauch, Christian Neureuther, Herbert Sedlmair, Dr. Sigrid Meierhofer, Stephan Märkl und Peter Hennekes.

Grainau– In ein paar Wochen bricht Wolfgang Pohl wieder auf. Die Ama Dablam, das „Matterhorn Nepals“, will der Grainauer besteigen. Dabei hat er gerade eine Expedition hinter sich. Eine anstrengende, kräftezehrende und nervenaufreibende. Eine, die so oft gescheitert ist. „Jetzt endlich steh’ ich auf dem Gipfel.“ Tatsächlich steht Pohl im Tal, neben der Alpspitzbahn, im neuen Ausbildungszentrum des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV). Dies wurde am Freitagabend eröffnet. Für Pohl und viele Mitstreiter erfüllt sich damit ein Traum. An den kaum mehr einer geglaubt hat. Außer einem.

Vor neun Jahren wurde Wolfgang Pohl, hauptberuflich Inhaber der Berg- und Skischule Vivalpin in Garmisch-Partenkirchen, zum Präsidenten des DSLV mit seinen 15 000 Mitgliedern und 230 Profi-Skischulen gewählt. Von Anfang an formulierte er ein Ziel: den Bau eines Ausbildungszentrums in Garmisch-Partenkirchen, wo sich mit dem Classic Skigebiet Theorie und Praxis ideal verbinden lassen. Kollegen in Vorstand und Aufsichtsrat reagierten skeptisch, „viele haben es belächelt“, erinnert sich DSLV-Geschäftsführer Peter Hennekes. Man fragte sich: Ließ sich das finanziell stemmen? Und war das der richtige Standort? Zwischendurch zweifelte daran sogar Pohl. 

„Wolfi kennt das Flurregister auswendig“

Einige Grundstücke in der Marktgemeinde lotete er aus. Immer wieder scheiterte er. Zuletzt verweigerte die Regierung von Oberbayern ihre Zustimmung für den Bau im Außenbereich. Pohl suchte weiter. „Wolfi kennt das Flurregister auswendig“, scherzt Matthias Stauch, Kaufmännischer Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Immer wieder stieß Pohl auch auf Flächen der Bahn. Ihr kaufte der Verband schließlich das 1200 Quadratmeter große Areal ab – zum Preis wurde Stillschweigen vereinbart –, auf der für zwei Millionen Euro das Ausbildungszentrum entstand. In Rekordzeit:Lediglich ein Jahr ist zwischen Spatenstich und Eröffnung vergangen. Dies habe nur das Engagement aller Beteiligten, der Behörden sowie der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen und Grainau ermöglicht, betont Pohl. Denn nachdem klar war, dass sich der Bau nicht in der Marktgemeinde realisieren lassen würde, schickte Dr. Sigrid Meierhofer Pohl nach Grainau. „Schweren Herzens“ – die Gewerbesteuer des DSLV hätte sie gerne kassiert, hätte das Ausbildungszentrum mit acht Mitarbeitern gerne auf ihrer Flur gesehen. Doch bevor der DSLV ins Allgäu geht – das stand nach jahrelangen Verhandlungen zur Debatte –, sieht ihn Meierhofer lieber in der Nachbarschaft. Zumal der Markt ebenfalls profitieren dürfte: Bis zu 4400 Teilnehmer zählen die Fort- und Weiterbildungen des DSLV im Jahr, sie müssen irgendwo übernachten. Auch deshalb sprach Grainaus Rathauschef Stephan Märkl von einem „Meilenstein“ für die Region.

Handwerker ausschließlich aus dem Landkreis

Von der Region, mit der Region, für die Region. Nach diesem Grundsatz sei das Haus entstanden, betont Hennekes. So beschäftigte der DSLV ausschließlich Handwerker aus dem Landkreis. Sie errichteten ein Gebäude mit 600 Quadratmetern Nutzfläche, hellen Büros und Schulungsräumen. Diese können im Sommer gebucht werden, auch zwei Büros will der DSLV vermieten.

Vom neuen Standort versprechen sich die Verantwortlichen eine Imagesteigerung. Bislang habe man ein „Mauerblümchen-Dasein“ gefristet, sagt Pohl. In Wolfratshausen im Gewerbegebiet. Außenwirkung – gleich null. Ganz anders als jetzt. Zudem sieht Pohl das Zentrum als positives Zeichen für den Wintersport in Deutschland. „Der ist nicht tot, auch wenn das manche behaupten.“

Ende Oktober wird der Verband komplett an seine neue Adresse umziehen. Damit wird eine lange Expedition erfolgreich abgeschlossen. Für Pohl „ein geiles Gefühl“.

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