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Imposantes Bauwerk: Im Bereich der Christlhütte entsteht der neue Trinkwasser-Hochbehälter von Grainau.

850.000 Euro Zuschuss vom Freistaat

Neuer Hochbehälter in Grainau: Drei Millionen fließen in Wasserversorgung

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Grainaus Großprojekt, der Bau eines neuen Hochbehälters, befindet sich allmählich auf der Zielgeraden. Nächstes Jahr soll das rund drei Millionen Euro teure Bauwerk für die Trinkwasserversorgung fertig sein.

Grainau – Etwa 400 000 Kubikmeter Wasser verbraucht die Gemeinde Grainau pro Jahr. Abnehmer sind nicht nur die rund 3500 Einwohner des schmucken Dorfs am Fuße der Zugspitze, sondern auch die vielen Urlauber. In der Hochsaison kommen dann gut und gerne weitere 3500 Menschen hinzu. Die Folge: Der alte und einzige Hochbehälter, der über 50 Jahre alt ist, stößt an seine Grenzen. Die Gemeinde treibt daher ein teures Großvorhaben voran: den Bau eines neuen, wesentlich größeren Wasserspeichers samt Pumpwerk. „Das ist unsere Pflichtaufgabe“, betont Bürgermeister Stephan Märkl (CSU).

Die Anlage entsteht am bisherigen Standort im Bereich der Christlhütte unterhalb des Eibsees. Die Arbeiten sind nach eineinhalb Jahren weit fortgeschritten – trotz einiger Verzögerungen. Das Beton-Bauwerk steht und wurde bereits mit Natursteinen versehen. Das Ganze soll noch begrünt werden und sich ins Landschaftsbild einfügen. „Das ist ziemlich unauffällig“, sagt der Rathauschef.

Neuer Hochbehälter in Grainau schützt auch im Fall eines Feuers

Die Dimensionen sind wuchtig: Es entsteht ein Fassungsvermögen von zweimal 1000 Kubikmeter. Bislang sind es nur zwei Mal 600 – allerdings auch nur theoretisch. Aufgrund technischer Einschränkungen sind es tatsächlich nur zwei Mal 400 – zu wenig für den Tourismusort, wie Märkl betont. Bei einem Brandfall, wenn zusätzlich größere Wassermengen benötigt werden, könnten schnell Engpässe entstehen, befürchtet er.

Es zeichnet sich aber Abhilfe ab. Denn nächstes Jahr im Spätsommer, so der Zeitplan, soll der neue Hochbehälter den Betrieb aufnehmen. Der alte wird dann abgerissen.

Hochbehälter: Die letzten großen Schritte stehen an

Jetzt geht es an den Innenausbau. „Das sind die letzten großen Schritten“, erklärt Märkl. Der Gemeinderat vergab in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig und ohne Diskussion zwei Großaufträge für Elektro- und Maschinentechnikarbeiten. Dabei geht es um ein Volumen von rund 450 000 Euro. Den Zuschlag erhielten die Firmen Kappelmeier (Farchant) und Reitinger (Nürnberg). Ist dies erledigt, stehen nur noch kleinere Tätigkeiten wie das Verfliesen an.

Insgesamt nimmt Grainau eine Menge Geld in die Hand: Drei Millionen Euro kostet der Neubau. 850 000 Euro schießt der Freistaat in Form von Zuschüssen zu. Den Rest finanziert die Kommune über Kredite.

Grainau finanziert 2,15 Millionen Euro über Kredite

Hat die kleine Landkreis-Gemeinde dies überhaupt im Kreuz? Ja, sagt Märkl. „Das ist zu stemmen.“ Der Ort steht finanziell gut da. Und im aktuellen Haushaltsplan 2020 mit einem Gesamtvolumen von rund zwölf Millionen Euro sind etwaige Einbußen in Folge der Corona-Pandemie bereits einkalkuliert.

Es ist nicht die einzige größere Investition, die auf Grainaus Agenda steht. Stolze fünf Millionen Euro kostet die Neugestaltung des Oberen Dorfplatzes. Offiziell ist von einer „städtebaulichen Aufwertung“ die Rede. Die Tiefbauarbeiten wurden bereits erledigt, in den nächsten zwei Jahren geht’s oberirdisch weiter, etwa mit der Freilegung des dortigen Bachs, der Bepflasterung und Bepflanzung.

Zweckvereinbarung zwischen Grainau, Garmisch-Partenkirchen und Farchant

Mit der Trinkwasser-Versorgung zu tun hat auch eine Zweckvereinbarung der Gemeinden Grainau, Garmisch-Partenkirchen und Farchant. Der Grainauer Gemeinderat gab jetzt grünes Licht für dieses neue Bündnis. Dabei geht es um die gemeinsame Steuertechnik für die Leitsysteme. Die Vereinbarung ist notwendig, um in den Genuss von staatlichen Fördermitteln zu kommen.

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