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Die Zufahrt zum Oberen Dorfplatz wird im Zug der Sanierung asphaltiert und nicht gepflastert.

4,5 Millionen fließen in das Vorhaben

Oberer Dorfplatz Grainau: Mehrheit für Asphalt

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Der Obere Dorfplatz ist das nächste Großprojekt, das in Grainau ansteht. 4,5 Millionen Euro fließen in dieses Vorhaben, um den Bereich neu und vor allem schöner zu gestalten. Im Gemeinderat ging’s nun um das Material für die Zufahrt und einen neuen Baum.

Grainau – Pflaster oder Asphalt – daran schieden sich im Grainauer Gemeinderat die Geister. Der Obere Dorfplatz selber soll gepflastert werden, das stand außer Frage. Worüber aber lebhaft diskutiert wurde, war der Zufahrtsbereich, sprich die Verbindung ab der Zugspitz- und Waxensteinstraße über das Dreieck. Die heißt auch Oberer Dorfplatz. Ginge es nach Landschaftsarchitekt Peter Wich, würde auch diese im Zuge der Sanierung mit Pflaster versehen. „Damit erreichen wir ein einheitliches Erscheinungsbild“, erklärte er im Gemeinderat. Seine Argumente, die er mit Bildern von bereits realisierten Platzgestaltungen untermauerte, konnten die Kommunalpolitiker zwar verstehen, mit 9:8-Stimmen sprachen sie sich aber trotzdem knapp für die Asphalt-Variante aus. Somit wird die Fahrbahn geteert, der Gehweg aber gepflastert.

Zum Bedauern des Planers. „Ich bin somit nicht verantwortlich, wenn’s nicht ganz so schön wird wie erhofft“, kommentierte Wich die Entscheidung. Die Sorge, dass Schulkinder Probleme hätten, den Geh- und Fahrbereich zu unterscheiden, die Johann Reiser (CSU) ins Feld führte, war ein Grund für die Ablehnung. Der andere: Die Befürchtung, dass Pflaster in Verbindung mit Schnee und Eis glatter ist. Am Unteren Dorfplatz, der schon in neuem Glanz erstrahlt, sei das der Fall, berichtete Hubert Riesch (CSU) aus eigener Erfahrung. „Das Pflaster überfriert mehr, das heißt, wir haben mehr Glätte.“ Dazu kommt, „dass es lauter ist“. Dort wurde allerdings anderes Material verbaut, als es jetzt im Raum stand. Dass das Pflaster größer und anders verfugt wird, war jedoch kein Thema mehr.

Die angesprochene Lärmbelästigung beschäftigte auch Christian Andrä. Der Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Grainau“ (BfG) verwies allerdings auf den entscheidenden Unterschied: Das Verkehrsaufkommen am Unteren Dorfplatz sei wesentlich höher als das am Oberen. „Überschaubar“ meinte er. Somit hätte auch das für die Pflaster-Variante gesprochen.

Unstrittig war derweil, dass im Zuge der Sanierung der beschädigte Schmutzwasserkanal repariert wird. Der völlig marode Regenwasserkanal hingegen muss Wich zufolge komplett erneuert werden. 150 000 Euro veranschlagte er für diese beiden Positionen, die einstimmig abgesegnet wurden.

Die Kanalarbeiten werden erledigt, wenn der Untergrund hergerichtet wird. Damit will die Gemeinde im kommenden Frühjahr loslegen. Frühestens im Herbst kann mit der Oberfläche begonnen werden. Das geschieht in zwei Abschnitten – zunächst im oberen Bereich, dann bis zur Zugspitz- und Waxensteinstraße. Das Gesamtprojekt, das voraussichtlich mit 4,5 Millionen Euro zu Buche schlägt, wird großzügig bezuschusst – Teile aus der Städtebauförderung mit 60 Prozent, andere aus dem Kommunalen Investitionsprogramm mit 90 Prozent.

Im Zuge der Sanierung sind auch die Grünflächen ein Thema. „Den Bestand im Dreieck, das heißt einen Apfel- und einen Birnbaum, wollen wir erhalten“, sagte Wich. Im oberen Bereich ist ein neuer Baum vorgesehen – und zwar zwischen Neuneralm- und Rosenweg. Damit konnte sich Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) jedoch nicht so recht anfreunden. „Der geht doch im Weg um“, meinte er. Zudem befürchtet er Probleme mit den Wurzeln, die möglicherweise Schäden im Pflaster mit sich bringen. Da konnte ihn Wich aber beruhigen: „Es muss ein Tiefwurzler sein.“ Zudem sei die Fläche dort oben sehr groß, unterstrich David Schwinghammer (Parteilose Wählergemeinschaft): „Ich bin sehr für einen Baum.“ Dem schloss sich auch Josef Niederstätter (BfG) an – „schon aus optischen Gründen“. Das folgende Votum fiel dann auch mit 13:4-Stimmen pro Baum recht eindeutig aus.

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