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So soll die Seniorenresidenz aussehen.

Pläne im Gemeinderat vorgestellt

Seniorenresidenz für 13 Millionen Euro in Grainau

Für den Zigeunerweg gibt es ein neues Bauprojekt. Dort soll ein Seniorenwohnheim mit 120 Zimmern entstehen. Kein einfaches Vorhaben an dieser Stelle. 

Grainau – Zweieinhalb Jahre herrschte Ruhe um den Zigeunerweg. Nun ist das Grainauer Grundstück, auf dem 2016 ein touristisches Almdorf entstehen sollte, wieder in den Fokus gerückt. Und zwar für eine Seniorenresidenz mit 120 Plätzen und Tagespflege. Betreiber des Altersheims wäre der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Geldgeber sind bei dem 13-Millionen-Euro-Projekt die beiden Grundstücksbesitzer, die mit dem Münchner Architekturbüro Eberhard Kunz zusammenarbeiten. Als die umfassenden Pläne im Gemeinderat vorgestellt wurden, gab es Bauchschmerzen bei den Lokalpolitikern – aber letztlich eine 7:6-Entscheidung für die Residenz.

„Das war nur der Grundsatzbeschluss“, kommentierte Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) die denkbar knappe Mehrheit. Vor allem vor dem Hintergrund, dass an diesem Abend vier Gemeinderäte in der Sitzung fehlten. Spannend wird es, wenn das Gremium Fakten schaffen und den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan bewilligen muss. „Dann kommt es zum Schwur“, sagt Märkl mit Blick auf einen Termin, mit dem er frühestens im Sommer rechnet.

Dass er nicht ganz glücklich mit dem Ausgang der knappen Abstimmung ist, sagte auch Klemens Reindl auf Tagblatt-Anfrage. Der Geschäftsführer des Kreisverbands hatte zusammen mit dem BRK-Vorsitzenden Thomas Schwarzenberger die Pläne für die Seniorenresidenz im Gremium vorgestellt. Beide Männer betonten, dass ihnen das Ausmaß der massiven Baukörper bewusst sei. „Wir gehen an die Grenze des Machbaren“, sagte Schwarzenberger, der sich als Krüner Bürgermeister mit bauleitplanung auskennt. „120 Plätze brauchen aber Platz“, ergänzte Reindl. Die Größe ist der Knackpunkt bei so einem Projekt. Diese sei notwendig, „um wirtschaftlich zu arbeiten“, verdeutlichte Schwarzenberger. Denn: Die Infrastruktur – etwa die Küchen, Lager- und Aufenthaltsräume – werde sowieso gebraucht. Auch bei einer kleineren Zimmeranzahl. Nur trage sich der Betrieb bei einer kleineren Belegung nicht. Je zwölf Bewohner sollen in Wohngruppen zusammenleben. Grundsätzlich schwebt den Verantwortlichen „ein offenes Haus“ vor, wie Reindl erklärte. Eines, „in das die Grainauer kommen, weil dort was los ist“. Das große Grundstück in Hanglage soll Platz für Spaziergänge, Beete und kleine Bereiche mit Tieren bieten.

Eher groß sind die Pläne für die Häuser, die samt Tiefgarage am Zigeunerweg entstehen sollen. Zwei Gebäude mit drei Vollgeschossen, die über eine Trakt verbunden sind. Daneben ein weiteres Haus mit 26 Appartements für Mitarbeiter. Diese Wohnungen seien das Zauberwort, um gutes Fachpersonal – das bekanntlich Mangelware ist – zu bekommen. Alle Einheiten sind, wie Architekt Ernst Ritter von Baubetreuungsbüro „Jäger & Ritter“ erklärte, reine Zweckbauten. Und auf ein Minimum reduziert. Diskutiert war darüber bereits in zwei Bauausschuss-Sitzungen worden. Nach wie vor haderten einige Gemeinderäte mit der Größe. „Das sind beträchtliche Dimensionen“, sagte beispielsweise Christian Andrä (BfG). „Es bleibt problematisch, an dieser Stelle zu bauen.“

Bürgermeister Märkl verstand die Einwände und war zugleich froh über die sachliche Diskussion beim emotional besetzten Thema Zigeunerweg. Er betonte auf Anfrage, dass dieses Projekt nicht mit dem Almdorf zu vergleichen sei. Weil es diesmal nicht einen touristischen, sondern einen sozialen Hintergrund gebe. Genauso wie den Bedarf für eine solche Betreuungseinrichtung im Dorf. „Und ein Seniorenwohnheim in dieser Größenordnung“, machte er deutlich, „kannst Du nicht verstecken.“ Das müsse allen klar sein.

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