Ein Mann ist angeseilt, steht an einem steilen Hang. Unten verläuft ein Fluss.
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Ausholzen für die Sicherheit: Am Hang oberhalb des Hammersbachs werden die Bäume gefällt. Unten ziehen Rückschlepper und Bagger die Stämmme aus dem Bachbett.

Anspruchsvolle Arbeiten im Dauerregen

Hammersbach: Baumfäll-Aktion beendet - Weg Richtung Höllentalklamm noch geschlossen

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Die Baustelle war nicht groß, aber anspruchsvoll und notwendig. Oberhalb des Hammersbachs mussten Bäume gefällt werden - für die Sicherheit. 10.000 bis 15.000 Euro kostet die Aktion.

Grainau – Schwierig und gefährlich werden die Arbeiten an den Hängen. Das war von vorneherein klar. Der Dauerregen der vergangenen Tage hat da nicht geholfen. In eine „tonige Schmiere“ verwandelte sich der Untergrund aus Partnachschiefer und Erde. In dem steilen Gelände am Hammersbach zu arbeiten, gesichert am Seil, „das kann nicht jeder“, sagt Richard Baur, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Oberammergau.

Die Spezialfirma von David Frid aus Grainau schon. Trotz der zum Teil starken Regenfälle blieben seine Männer im Zeitplan. Am Mittwoch, 1. September, sind sie fertig. Zusätzliche Probleme taten sich Baur zufolge keine auf.

Ausholz-Aktion oberhalb des Hammersbachs: Dauerregen hat Rutschungen verursacht

Die Bayerischen Staatsforsten haben Bäume an den Hängen oberhalb des Hammersbachs und des Wanderwegs Richtung Höllentalklamm abgeholzt. Starkregen hatte zu Rissen, diese wiederum zu kleineren Rutschungen geführt. Bevor Stämme im Bach Verklausungen und im schlimmsten Fall eine Flutwelle verursachen oder auf dem Wanderweg Menschen gefährden, entfernten die Arbeiter die nicht mehr standfesten Bäume und zogen sie mit schwerem Gerät aus dem Bachbett. Akut betroffen war lediglich eine Fläche von 20 bis 30 Quadratmetern, der Wanderweg auf einer Strecke von 200 bis 300 Metern, schätzt Baur. Eine kleine Baustelle, die kostet: Der stellvertretende Forstbetriebsleiter rechnet mit 10 000 bis 15 000 Euro.

Alles wegen des Partnachschiefers. Er ist enorm erosionsanfällig und rutschgefährtet. „Ein Dreck“, dieses Gestein, sagt Baur. Es macht einfach immer wieder Schwierigkeiten. Wie am Hohen Weg vor der Partnachklamm. Oder am Ferchenbach. Oder eben am Hammersbach, die Ferchenbach-Problematik in klein, was mögliche Verklausungen und Überschwemmungen betrifft. Hochwasserexperten haben diese Kombination genau im Blick, betont Baur.

Wanderweg zur Höllentalklamm: Umleitung gut beschildert

Am Hammersbach herrscht nun keine akute Gefahr mehr. Mit heute sind alle instabilen Bäume entfernt, die dem nächsten Starkregen vielleicht schon nicht mehr standgehalten hätten. Dennoch bleibt der Wanderweg ab Hammersbach Richtung Höllentalklamm noch gesperrt. Den müssen die Arbeiter erst wieder herrichten. „Da liegt ein Haufen Dreck auf der Straße“, sagt Baur. Ebenfalls zum Teil den Regenfällen geschuldet. Jetzt brauchen die Verantwortlichen ein, zwei Tage trockenes Wetter, dann noch einmal ein, zwei Tage, bis der Weg wieder begehbar ist. Frühstestens zum Wochenende wird das der Fall sein.

Bis dahin kommen Wanderer über eine Umleitung zur Klamm. Diese ist ausgeschildert und problemlos zu finden. Baur jedenfalls hat niemanden getroffen, der sich verlaufen hätte. Viele aber waren bei dem Wetter ohnehin nicht unterwegs – immerhin ein Vorteil für die Experten, die ungestört arbeiten konnten. Und die Sperrposten, sagt Baur, „hatten einen ruhigen Job“.  

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