Noch ist die Höllentalklamm gesperrt, womöglich wird sie am morgigen Mittwoch wieder geöffnet.
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Noch ist die Höllentalklamm gesperrt, womöglich wird sie am morgigen Mittwoch wieder geöffnet.

Klamm und Wege bald wieder geöffnet

Höllentalklamm-Drama: Suche nach vermisster Person endet ohne Ergebnis - Wege bald wieder geöffnet

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Noch immer gilt eine Person nach dem Unglück oberhalb der Höllentalklamm als vermisst. Am Mittwoch wurde die Suche fortgesetzt. Dann sollen auch die Klamm wieder öffnen.

Update, 25. Augst, 13 Uhr: Die Suche nach der vermissten Person wurde ohne Ergebnis eingestellt. Im Einsatz waren sieben Mitglieder der Canyoning-Gruppe (zwei Retter von der Bergwacht Grainau, drei von der Wasserwacht Grainau und zwei Vertreter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei). Die Suche ging von 8 bis 11 Uhr. Weitere Suchmaßnahmen sind derzeit nicht geplant.

Ursprünglicher Artikel, 24. August: Garmisch-Partenkirchen – Was genau passiert ist in diesen Minuten am Montag, 16. August, kurz vor 16 Uhr, das wird sich wohl nie endgültig klären lassen. Doch wollen die Retter den Fall abschließen, für sich und die Angehörigen. Um ihnen Gewissheit zu geben – so traurig sie sein mag. Deshalb suchen sie weiter. Nach der Person, von der seit diesem Montagnachmittag jede Spur fehlt.

Nach Unglück oberhalb der Höllentalklamm: „Wir suchen eine Leiche“

Zwei Wanderer stürzten – davon geht man aus – oberhalb der Höllentalklamm in den Bach, wurden mitgerissen – und verloren vermutlich ihr Leben. In einem Fall steht dies fest: Die Frau wurde am Dienstag tot geborgen. Auch für die zweite Person, wohl ihr Lebensgefährte, sehen die Kräfte keine Chance mehr. „Wir suchen eine Leiche“, sagt Sandro Leitner. So brutal es klingt, „so ehrlich muss man sein“. Dafür ist die Polizei zuständig, ehrenamtliche Kräfte wie der Leiter der Wasserwacht Grainau und seine Kameraden rückten ab. Doch natürlich beobachten sie die Lage weiter, boten der Polizei ihre Unterstützung an.

Diese hatte ursprünglich geplant, am Montag erneut nach der vermissten Person zu suchen, blies dies jedoch ab. Wegen der erneuten Regenfälle ist der Wasserpegel zu wenig gesunken, „die Ausgangslage hat sich nicht geändert“, erklärt Carolin Englert, Sprecherin im Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Leitner teilt die Einschätzung. „Jetzt zu suchen, ist Käse. Außer riskant wäre das gar nichts.“ Deshalb hat die Polizei die Aktion auf Mittwoch, 25. August, verschoben. Um 8 Uhr wollen die Kräfte, darunter die Canyoningretter der Alpinen Einsatzgruppe, am Hotel Hammersbach starten und in die Klamm gehen.

Brücke wird repariert, in der Höllentalklamm fehlt Strom

Ebenfalls am Mittwoch möchte der Alpenverein die Höllentalklamm wieder öffnen. „Das ist unser Ziel“, sagt Udo Knittel, Vorsitzender der Sektion Garmisch-Partenkirchen. Material wird bereits nach oben geflogen, um die Brücke zu reparieren, die das Wasser in dem Unwetter am Montag weggespült und ein paar Meter versetzt hat. Und auf der in diesem Moment wohl die zwei Wanderer standen.

Um eine weitere Sache muss sich die Sektion kümmern. Eine Turbine ist kaputt, in der Klamm gibt es keinen Strom. Ob der Schaden mit dem Unwetter zusammenhängt, weiß Knittel nicht. Ihm ist wichtig, dass alles schnell repariert wird. Zudem stellt er etwas klar: Die Kritik am Alpenverein, die Nutzer vor allem in den sozialen Medien geäußert haben, hält er für nicht gerechtfertigt. Warum man die Klamm nicht geschlossen, warum man die Gäste am Eingang nicht gewarnt habe, hieß es. Vorwürfe, die Knittel selbst nicht gelesen hat, die er aber auch nicht gelten lässt. Der staatlich geprüfte Bergführer wiederholt die wichtigsten Punkte, die bereits DAV-Sprecher Thomas Bucher und die Polizei genannt hatten.

Alpenverein: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen“

Erstens: In der Klamm gab es keine Probleme, der Unfall passierte außerhalb. Zweitens: Am Berg zählt auch Eigenverantwortung. Drittens: Die Klamm wird nicht pauschal bei Unwetter gesperrt. Aus Sicherheitsgründen. Bergsteiger müssen sie – vorausgesetzt, Brücken, Lampen und Co. sind intakt – zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen können. Knittel betont: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“

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