250 Meter abgestürzt

Toter Wanderer auf Zugspitze: Was den Einsatz erschwerte

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250 Meter ist ein Rheinland-Pfälzer am Dienstag abgestürzt – durch felsdurchsetztes Gelände. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Einsatz wurde durch einige Faktoren erschwert. 

Garmisch-Partenkirchen/Grainau – Die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg, hat sich ein 77-Jähriger für seinen Urlaub im Werdenfelser Land vorgenommen. Zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt. Sollten die Bedingungen nicht passen, wollte der bergerfahrene Mann aus dem rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach am Eibsee spazieren gehen. Am Dienstag machte er sich auf – und kehrte nicht mehr in sein Gästehaus zurück.

Nachdem am Mittwochmorgen eine Vermisstenmeldung bei der Garmisch-Partenkirchner Polizei eingegangen war, setzte sich eine groß angelegte Rettungsmaschinerie in Gang. Helfen konnten die Einsatzkräfte dem Mann allerdings nicht mehr. Er war gut 250 Meter in felsdurchsetztem Gelände abgestürzt. „Vermutlich war er sofort tot“, betont Polizeihauptkommissar Josef Grasegger.

Ehe die Retter den Leichnam aber entdeckten, mussten sie erst einmal herausfinden, wo der Mann überhaupt unterwegs gewesen war. „Die Schwierigkeit war, dass wir nicht wussten, welchen Weg er genommen hat“, sagt Andreas Pischl, Einsatzleiter der Bergwacht Grainau. Deshalb suchten seine Kräfte zunächst im Bereich Eibsee, wo auch das Auto des 77-Jährigen abgestellt war, und die Route Richtung Zugspitze ab. Parallel dazu verständigten sie die Wasserwacht Grainau, die mit zwei Booten das ufernahe Gewässer absuchten. „Zwölf Leute waren daran beteiligt“, erklärt Vorsitzender Sandro Leitner. Da auch die Wasserretter zunächst keine genauen Anhaltspunkte über den Verbleib des Urlaubers hatten, beließen sie es bei diesem „Standardeinsatz“. Ohne konkrete Hinweise mache es nämlich wenig Sinn, auch noch Taucher hinzuzuziehen.

Vermieterin des Mann brachte Retter und Polizei auf die richtige Spur

Das erwies sich letztlich auch als unnötig. Die Vermieterin des Rheinland-Pfälzers brachte Polizei und Bergwacht auf die richtige Spur. Sie konnte sich erinnern, dass der Mann die Wiener Neustädter Hütte erwähnt hatte. Und den Aufstieg über diese Route suchten somit Kräfte der Ehrwalder Bergrettung ab. Mit Erfolg: Am Grat kurz vor der Bergstation entdeckten sie den Rucksack des Vermissten – und Rutschspuren Richtung Zugspitzplatt.

Nachdem der Hubschrauber wegen dichten Nebels nur bis zur Hütte fliegen konnte, verständigten die Grainauer, von denen derweil sieben per Bahn auf Deutschlands höchsten Berg gelangt waren, die Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Per Pistenraupe erreichte einer von ihnen die Unglücksstelle und konnte somit auch einen Notarzt, zwei Bergretter und die Polizei hinbringen. Tun konnten diese für den 77-Jährigen nichts mehr. Den Beamten zufolge war dieser wohl bereits am Dienstagnachmittag abgestürzt. Mit der Pistenraube und der Zahnradbahn wurde der Leichnam des verunglückten Bergsteigers ins Tal gebracht.

Einsatz war ein äußerst tragischer für die Einsatzkräfte

Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte „ist bislang noch nicht geklärt“, unterstreicht Grasegger. Seinen Kollegen blieb die traurige Aufgabe, der Frau des Rheinland-Pfälzers die schlimme Nachricht zu überbringen. Unterstützt wurden sie dabei von Fachleuten des Kriseninterventionsdienstes (KID) der Bergwacht.

Der Einsatz war ein äußerst tragischer, einer, der auch den Einsatzkräften nahe geht. Was sie aber mitnehmen, ist das hervorragende Miteinander. Das hebt auch Pischl explizit hervor: „Die Zusammenarbeit mit Polizei, Wasserwacht, den Bergrettern aus Ehrwald und der BZB hat wieder einmal sehr gut funktioniert. 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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