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Camping ist gefragt: hier der Platz in der Schmölz.

Das Unerwartete ist eingetroffen

Tourismus: Grainau übertrifft Spitzenwerte vom Vorjahr

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Starkes Ergebnis: Grainaus Tourismusbilanz für 2016 kann sich sehen lassen. Bei den Ankünften und Übernachtungen ist wieder ein Plus zu verzeichnen. 

Grainau – Das Beste kommt zum Schluss, heißt es sprichwörtlich. Der Grainauer Gemeinderat dreht den Spieß um. Der hat in seiner Sitzung mit den besten Nachrichten begonnen – die touristische Bilanz für das vergangene Jahr. Mit der muss sich die Kommune nicht verstecken. Sie bleibt in der Erfolgsspur und übertrumpfte sogar so manches Ergebnis aus dem glorreichen Vorjahr.

Nachdem 2015 schon „wirklich zufriedenstellend“ war, rechnete Petra Vogt nicht wirklich damit, dass sich die Zahlen noch einmal steigern würden. „Aber es ist trotzdem gelungen“, sagte die Kurdirektorin im Rahmen ihrer Präsentation. Bei den Gästeankünften konnte sie 2016 ein zweistelliges Plus von 15 Prozent verzeichnen – das beste Ergebnis seit mindestens 2002. Ebenso verhält es sich mit den Übernachtungen, die nun wieder die 600 000-Marke geknackt haben. „Ich würde die Steigerung als außergewöhnlich bezeichnen“, kommentierte Vogt. Der Blick auf die Entwicklung untermauert ihre Aussage. Bis auf den Knick in 2011, als die Zahlen etwas eingebrochen waren, legt Grainau kontinuierlich zu: 54 202 mehr Anreisen und 100 132 mehr Übernachtungen im Vergleich zu 2010 sprechen ihre eigene Sprache.

Beliebt ist das Zugspitzdorf vor allem bei den „Best-Ager“ – den 51 bis 60 Jährigen. Eine wichtige Rolle spielen auch Familien mit Kindern. Die Urlauber kommen aber nicht nur aus Deutschland – davon die meisten aus Bayern gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Heißt begehrt ist die Kommune bei Gästen aus den Niederlanden, den USA. „Wir spüren die Auslandsmaßnahmen der Bayerischen Zugspitzbahn.“ Deshalb machen sich inzwischen Zuwächse bei den Besuchern aus China bemerkbar (plus 103 Prozent). Auch diesen Markt beackert die BZB und das Zugspitzland intensiv.

Ein Rückgang ist dagegen bei der Aufenthaltsdauer der Gäste zu verbuchen. Ein allgemeiner Trend. „Die Gäste reisen öfter und bleiben kürzer“, sagte Vogt. Aktuell liegt die Verweildauer in Grainau bei 3,52 Tagen, wobei das in den verschiedenen Betriebsarten unterschiedlich ausfällt. Um gegenzusteuern, bemüht sich die Touristikerin um neue Strategien. „Man muss mit dem Gastgeber die Preisgestaltung anschauen.“ Überlegen, wo Attraktivitäten geschaffen werden können. „Das ist nicht einfach“, betonte die Kurdirektorin.

In einer schwierigen Situation steckt Grainau – wie auch andere Destinationen – bei einer anderen Entwicklung: Die Zahl der Betten ist rückläufig. Insgesamt 3536 stehen im Zugspitzdorf zur Verfügung, die meisten davon in den Ferienwohnungen und -Häusern. 2011, hatte Grainau noch zwischen 3700 und 3800 vorzuweisen. Die Gründe sind in allen betroffenen Regionen ähnlich. Zum Beispiel der Generationenwechsel. Andere reduzieren die Betten ihrer Ferienwohnungen zugunsten des Komforts, erläutert die Expertin.

Die gute Stimmung kann das aber nicht vermiesen, zu stark hat Grainau im vergangenen Jahr abgeschnitten. Eine Bilanz, die Bürgermeister Stefan Märkl (CSU) nur ein freudestrahlendes Lächeln ins Gesicht zaubern kann. „Das sind wirklich sehr, sehr erfreuliche Zahlen.“

Zahlen im Überblick: 

Gästeankünfte: 174 412 (2015: 151 700) – plus 15 Prozent. 

Übernachtungen: 614 132 (574 715) – plus 6,9 Prozent. 

Aufenthaltsdauer:

Gesamt: 3,52 Tage (2015: 3,78) 

Nur Vermieter: 3,85 Tage (4,09 Tage) 

Nur Camping: 2,75 Tage (2,78 Tage) 

Campingplätze: 

Ankünfte: 29 742 (2015: 23 713) – plus 25,4 Prozent. 

Übernachtungen: 82 062 (65 961) – plus 24,4 Prozent.

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