Sucheinsatz im Höllental: Helfer sind sogar mit einer Drohne am Werk
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Ein letzter Sucheinsatz am Mittwoch brachte keinen Erfolg. Die Helfer waren sogar mit Drohne unterwegs.

Unglück bei Grainau

„Haben alles Erdenkliche getan“: Nach letzter erfolgloser Mission Vermisstensuche im Höllental eingestellt

  • Christian Fellner
    VonChristian Fellner
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Es bleibt dabei: Alle Initiativen, auch die zweite vermisste Person zu finden, sind gescheitert. Arbeit bereitet der Polizei noch immer die Identifikation der Toten: Es handelt sich wohl um eine 33-jährige aus Oberfranken.

Grainau – Ein letzter DNA-Abgleich fehlte noch am Mittwochnachmittag. Den will die Polizei heute nachholen, um absolute Klarheit zu haben. Vieles deutet aber darauf hin, dass die am Dienstagmorgen im Hammersbach tot aufgefundene Frau eine 33-jährige Urlauberin aus dem Kreis Lichtenfels ist. „Es gibt Tatsachen, die darauf hinweisen“, bestätigt Christian Langenmair, Polizeichef in Garmisch-Partenkirchen.

„Wir wollen aber sicher gehen, dass es sich um diese Person handelt.“ Die Frau war eine von zwei Wanderern, die am Montag kurz vor 16 Uhr von einem Unwetter überrascht und oberhalb der Höllentalklamm wohl in den Bach gerissen worden waren. Wird deren Identität bestätigt, ist laut Langenmair auch klar, dass es sich bei dem zweiten Vermissten um den Begleiter handelt.

Letzte Rettungsmission am Mittwochmorgen mit kleiner Mannschaft

Von dieser zweiten Person fehlt nach wie vor jede Spur. An Tag drei nach dem Unglück machte sich am Mittwoch nochmals eine kleinere Gruppe Rettungskräfte auf den Weg ins Höllental. „Da kann und will man nicht einfach loslassen“, sagt Hans Steinbrecher, Einsatzleiter des BRK. „Wir haben uns alle gefragt, ob wir vielleicht etwas übersehen haben.“ Daher startete die Gruppe gegen 9 Uhr zu Fuß zur Klamm: Vier Mann der Feuerwehr mit Drohne, jeweils zwei der Bergwacht, Wasserwacht und der Polizei sowie Steinbrecher selbst.

„Wir sind rauf bis zur Bogenbrücke, also ungefähr die Mitte der Klamm, und haben sie nach unten abgesucht.“ Am Vorabend hatten die Retter Aufnahmen der Drohnen analysiert. Dabei waren sie auf eine Stelle gestoßen, die sie sich vor Ort anschauen wollten. Doch auch dort wurden sie enttäuscht. „Es war nur eine Sandbank.“

Der Hammersbach ist mittlerweile fast auf seinen Normalpegel zu dieser Jahreszeit zurückgegangen. Das half den Einsatzkräften aber nicht. „Wir haben den Bach bis runter in den Ort abgelaufen und alles erkundet – nichts“, resümiert der BRK-Mann frustriert. Gegen 13.30 Uhr traf die Mannschaft wieder im Tal ein. Die Beteiligten steckten die Köpfe zusammen. Das Fazit: „Wir haben alles Erdenkliche getan, alle Möglichkeiten ausgereizt“, sagt Steinbrecher. Daher wurde die Suche am frühen Nachmittag vorerst beendet.

Polizei geht davon aus, eine tote Person zu suchen

Das bestätigt Langenmair. „Akut können wir nichts mehr tun.“ Dennoch wird kein Haken unter die Sache gesetzt. Allerdings haben sich die Vorzeichen ein wenig verändert. Bisher waren die Verantwortlichen von einem Such- und Rettungseinsatz ausgegangen, auch wenn die Hoffnung nicht mehr groß war, eine Person lebend zu finden.

„Nun müssen wir realistisch sein, jetzt geht es darum, eine tote Person zu finden“, sagt Langenmair. Das sei in erster Linie Aufgabe der Polizei. Dieser Herausforderung wollen sich die Beamten auch stellen. „Wenn das Wasser weiter zurückgegangen ist, werden wir sicher mit unserer alpinen Einsatzgruppe nochmals die Suche aufnehmen“, verspricht der Polizeichef. „Denn die Person zu finden, das ist speziell für die Angehörigen unheimlich wichtig.“

Derweil erheben Wanderer Vorwürfe, die Klamm hätte bei derartigen Bedingungen geschlossen oder zumindest Wanderer auf die Gefahr hingewiesen werden müssen. Die Verantwortlichen des Alpenvereins beteuern aber, dass eine Klamm kein Freizeitpark sei. Übrigens: Alle Entwicklungen und Ergebnisse zur anstehenden Bundestagswahl aus Ihrer Region sowie alle anderen wichtigen Geschichten aus der Region GAP gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen GAP-Newsletter.

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