Gartenarbeit unter zehn Augen: (v.l.) Hauswirtschaftsleiterin Martina Pfeiffer, Schulleiter Rainer Schmelz, Bildungsberaterin Barbara Schmid, Kreisbäuerin Christine Singer und Elisabeth Frank bepflanzen die Kräuterspirale.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Hauswirtschaft?

Der Flirt mit einem charmanten Beruf

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Weder veraltet, noch altbacken: Berufe der Hauswirtschaft sind modern und abwechslungsreich. Wie attraktiv dieses Tätigkeitsfeld sein kann, durften Jugendliche in acht Landkreisen bei einer „Woche der offenen Ausbildungstür“ vor Kurzem herausfinden.

Grainau – Die Neugier war bereits geweckt. Das Ziel im Blick. Elisabeth Frank hat ein Faible für Hauswirtschaft und könnte sich eine Ausbildung in diesem Bereich vorstellen. Jetzt hat sich der Oberammergauerin die Möglichkeit geboten, in den Beruf hineinzuschnuppern. Ein Check, ob es wirklich der richtige für sie ist.

Frank gehörte zu den insgesamt 20 jungen Frauen, die an der „Woche der offenen Ausbildungstür“, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) und die Kreisbäuerinnen vom Bayerischen Bauernverband aus acht Landkreisen organisiert haben. Die Ammertalerin hatte im Garmisch-Partenkirchner Tagblatt sowie bei einer Jobmesse von der Aktion erfahren. Sie packte die Gelegenheit beim Schopf und meldete sich an. Einen Tag verbrachte sie bei der Jungbauernschule in Grainau und wurde selbst aktiv. Mit Ausbilderin Martina Pfeiffer bepflanzte sie die Kräuterspirale im Garten, fertigte einen Türkranz und Deko.

Beruf mit vielen Perspektiven

Hauswirtschaft beschränkt sich aber nicht nur auf Garten- und Bastelarbeit. „Es stecken viele Berufe drin“, betont Barbara Schmid, AELF-Bildungsberaterin. Koch, Ernährungspsychologe, Schneider und vieles mehr zählt dazu. Abwechslungsreich und praxisnah sei der Job. „Man muss breitgefächert aufgestellt sein.“ Doch in der Gesellschaft geistert immer noch ein falsches Bild herum. Viele drücken der Arbeit einen negativen Stempel auf, unterschätzen sie. Dabei passt das verstaubte Image gar nicht, vor allem weil der Zweig gerade wieder aufblüht. „Immer mehr Fachkräfte werden gesucht“, macht Schmid deutlich. Es sei ein Beruf mit Zukunft. Denn eine Ausbildung in der Hauswirtschaft eröffnet viele Aufstiegsmöglichkeiten. Sogar bis hin zum Masterstudiengang.

Mit Projekten wie der offenen Ausbildungstür wollen die Organisatoren der jungen Generation den Beruf gut verkaufen und die Perspektiven aufzeigen. Der Erfolg gibt ihnen recht. „Die Lehrlingszahlen steigen“, sagt Schmid. Um die 30 sind es derzeit in ihrem Einsatzgebiet mit etwa 50 Ausbildungsbetrieben. 15 davon beteiligten sich heuer an der Aktion. An dem Konzept wird nicht gerüttelt. Nächstes Jahr steht zwar wieder eine bayernweite Woche an, doch danach möchte sie an der diesjährigen Version anknüpfen. Allerdings nicht mehr in dieser Dimension mit acht Landkreisen gleichzeitig.

Frank, die einzige Teilnehmerin aus der hiesigen Region, brachte den Tag in Grainau erfolgreich hinter sich. „Es hat ihr gefallen“, resümiert Schmid. „Es kann gut sein, dass sie ihre Ausbildung dort macht.“ Ihr Check hat sich gelohnt.

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