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Am Ausstieg der Kletterroute Eisenzeit bereiten die Bergretter alles zum Abtransport der Verletzten vor.

Mann mit Herzproblemen zufällig entdeckt

Zeitgleich an drei Einsatzorten: Bergwacht Grainau bewältigt volles Programm

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Drei parallele Einsätze haben am Sonntag die Grainauer Bergretter auf Trab gehalten. Viereinhalb Stunden waren zehn Einsatzkräfte und das Team des Hubschraubers Christoph Murnau an der Zugspitze und im Matheisenkar beschäftigt, um drei Verletzte sicher ins Tal zu bringen.

Grainau – Zufall, reiner Zufall war’s, dass die Grainauer Bergretter am frühen Sonntagabend einen Mann mit Herzproblemen im Höllental-Klettersteig entdeckt haben. Auf dem Weg zu einem Einsatz in der Zugspitz-Route Eisenzeit bemerkte die Besatzung des ADAC-Hubschraubers Murnau die zusammengekauerte Person. Daraufhin wurde sofort ein Bergwacht-Mann abgelassen, um sich nach dem Befinden des Wanderers zu erkundigen. Aufgrund seiner Beschwerden „haben wir ihn sofort mit Hilfe der Winde aufgenommen“, erklärt Toni Vogg von der Bereitschaft Grainau.

Ehe der 67-jährige Pole aber ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht wurde, galt es, zwei Einsatzkräfte im Bereich Eisenzeit abzusetzen. Dort hatte sich eine Gilchingerin (40) an der Schulter verletzt und kam mit ihrem Begleiter nicht mehr weiter. Ihr Notruf war an diesem Tag der erste gewesen, der um 16.45 Uhr in Grainau einging. Per Hubschrauber gelangten Vogg und ein weiterer Kamerad zu ihnen und mussten feststellen, „dass sie von der Route abgekommen waren und sich etwa 20 Meter neben der richtigen Linie in brüchigem, schwer abzusicherndem Gelände befanden“. Aufgrund des unbeständigen Wetters – „der Gipfel war schon in Wolken“ – schien ein erneuter Anflug direkt zur Einsatzstelle nicht möglich. Deshalb flog der Helikopter zurück, nahm im Tal weitere Kräfte auf, die mit Ausrüstung für eine bodengebundene Rettung an den Ausstieg der Kletterroute gebracht werden sollten. Wurden sie auch, jedoch mit etwas Zeitverzögerung, weil ja der Pole mit Herzproblemen dazwischen gekommen war.

Doch damit nicht genug. Kurz nach der Alarmierung aus der Eisenzeit, hatte die Grainauer Bereitschaft ein weiterer Notruf erreicht. „Im Matheisenkar war ein Bergsteiger, ein 26-Jähriger aus Runkel/Hessen, etwa fünf Meter abgerutscht und hatte sich am Knie verletzt“, sagt Vogg. Parallel zum Einsatz im Bereich Zugspitze brachte der Hubschrauber zwei Retter zu diesem Verunglückten. Diese versorgten den jungen Mann und bereiteten ihn sowie seine beiden Begleiter auf den Abtransport vor.

Damit war auch die zweite Mannschaft an der Eisenzeit beschäftigt. Dort allerdings aufgrund des unbeständigen Wetters unter Zeitdruck. „Es hat immer mal wieder aufgerissen, leider nur für maximal eine Minute“, berichtet Vogg. Deshalb bereiteten sich er und seine Kameraden ja darauf vor, die Gilchingerin ohne Helikopter-Unterstützung zu retten. Vorsorglich richtete das Team der Bergwacht deshalb am Ausstieg der Kletterroute einen Standplatz ein und baute ein Flaschenzug-System auf, mit dem man die Betroffenen nach oben hätte ziehen können. „Im anspruchsvollen Alpingelände war dies eine mühsame und langwierige Aufgabe“, unterstreicht Vogg. Als jedoch alle Kameraden an den jeweiligen Einsatzorten angelangt waren, sie alles für die Rettung zu Fuß vorbereitet und die Verletzten entsprechend eingepackt hatten, „hat’s plötzlich aufgerissen“. Eine Erleichterung für alle Beteiligten. Somit konnte die Frau mit der lädierten Schulter zur weiteren Versorgung ins Klinikum geflogen werden. Ihr Begleiter und die Einsatzkräfte folgten und erreichten gegen 20.30 Uhr den Tallandeplatz Grainau.

Das Team vom Matheisenkar wurde anschließend abgeholt – in einem Schwung. Der Patient kam ebenfalls ins Krankenhaus, alle anderen waren um 21 Uhr sicher in Grainau. Damit die Hubschrauber-Mannschaft diese Masse an Flügen überhaupt bewältigen konnte, musste die Maschine mehrfach aufgetankt werden. „Dabei unterstützte uns die Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen“, sagt Vogg. An deren Einsatzzentrale an der Auenstraße steht vorsorglich ein Tank-Anhänger bereit.

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