Autos und Fußgänger an der Bundesstraße
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Autos, Autos, Autos: Den Camping-Gästen ist es kaum möglich, über die B23 zu kommen. Dieser Situation will Geschäftsführer Werner Wilhelm (r.) nicht länger tatenlos zusehen.

Zu hohes Verkehrsaufkommen

B23 zu gefährlich zum Überqueren: Campingplatz-Chef fordert Lösung für seine Gäste

  • vonAlexander Kraus
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So geht‘s nicht, findet Werner Wilhelm. Die Gäste seiner Campinganlagen können die B23 nicht problemlos überqueren. Schon öfter soll es zu gefährlichen Situationen gekommen sein.

Grainau – Eine Blechlawine zieht sich durch die Schmölz. Auf beiden Fahrbahnen. Ständig und dauerhaft. „Den ganzen Tag: Auto an Auto“, schimpft Werner Wilhelm. Er ist Geschäftsführer zweier Campinganlagen in Grainau, die durch die B23 räumlich voneinander getrennt sind. „Es kann doch kein Hexenwerk sein, hier einen Gehweg zu bauen“, betont er. Auch eine Mittelinsel in diesem Bereich erachtet Wilhelm für erforderlich.

Der 55-Jährige hält einen Fußgängerweg entlang der Bundesstraße für absolut notwendig. „Die Leute tun sich schwer, die kommen einfach nicht über die Straße“, klagt er. Er wünscht sich den Weg, der auch von Radfahrern genutzt werden könnte, zur Sicherheit seiner Gäste. Die Besucher von „Camping Erlebnis Zugspitze“ – die 3-Sterne-Anlage befindet sich nördlich der B23 – müssen nämlich die Straße überqueren, wenn sie zum Einkaufen zu Fristo, Aldi oder Edeka in das Grainauer Gewerbegebiet gehen wollen. Dabei ist es laut Wilhelm schon öfter zu gefährlichen Situationen gekommen.

Positive Signale vom Bürgermeister

Für die Camper wäre ein Fußgängerweg, der in Richtung Bushaltestelle führt, „ein Riesenvorteil“. Um die Bundesstraße gefahrlos zu überqueren, sei außerdem eine Verkehrsinsel absolut nötig. „Es ist angebracht, für so eine hohe Anzahl an Gästen die Möglichkeit einer Übergangshilfe zu schaffen“, fordert Wilhelm mit aller Deutlichkeit. Gespräche mit Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) hat der Geschäftsführer in dieser Angelegenheit bereits geführt. Der habe ihm positive Signale gesendet.

Der Rathauschef bestätigt das auf Nachfrage. „Der Gehweg wird kommen, die Verkehrsinsel auch“, sagt Märkl. „Aber der Zeitpunkt ist noch unklar.“ Eigentlich hatte die Gemeinde geplant, den Fußgängerweg noch in diesem Herbst anzupacken. Doch dann wollte man abwarten, wie sich der Tourismus und der Verkehr in den kommenden Monaten entwickeln. Um den Gehweg und die Mittelinsel zu errichten, müsse die halbe Straßenseite gesperrt werden, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Zudem sei es schwierig, jetzt eine Tiefbaufirma zu bekommen. Die finanzielle Seite des Vorhabens ist dagegen schon klar geregelt: „Den Gehweg baut und zahlt die Gemeinde, die Verkehrsinsel das Staatliche Bauamt Weilheim.“

Ein weiterer Aspekt kommt noch hinzu: Die 3-Sterne-Campinganlage befindet sich auf dem Gebiet der Bayerischen Staatsforsten. Der südlich der B23 gelegene 5-Sterne-Platz „Camping Resort Zugspitze“ ist dagegen im Eigentum der Firma Forum Resort von Wilhelm. In beiden Anlagen zählt der Geschäftsführer rund 100 000 Besucher pro Jahr. Er befürwortet eine „gemeinsame Lösung“ für Fußgängerweg und Verkehrsinsel. „Das wäre ein großer Schritt für die Annehmlichkeiten der Gäste.“

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