+
Das ist die neue Gondel für die Zugspitzbahn.

Alles Neue im Ticker

Nach Unfall bei Zugspitzbahn: Seilbahn fährt wieder

Alle Autoren
    schließen
  • Veronika Mahnkopf
    Veronika Mahnkopf
  • Tanja Brinkmann
    Tanja Brinkmann
  • Klaus-Maria Mehr
    Klaus-Maria Mehr
  • Manuela Schauer
    Manuela Schauer
  • Dominik Göttler
    Dominik Göttler

Bei der neuen Seilbahn an der Zugspitze ist ein Bergewagen in eine der beiden Gondeln gekracht und hat einen Totalschaden verursacht. Die Abfahrt der zerstörten Gondel und die Inbetriebnahme der neuen im Ticker.

  • Sie ist das Vorzeigeprojekt an Deutschlands höchstem Gipfel: die im vergangenen Dezember neu eröffnete Seilbahn Zugspitze. Doch seit dem 12. September steht sie still.
  • Bei einer Übung nach Betriebsschluss ist es zu einer heftigen Kollision gekommen.
  • Doch gegen 18 Uhr riss plötzlich die Kette eines Hebewerkzeugs beim Absenken des Bergewagens. Dies habe eine Kettenreaktion ausgelöst. 
  • Der Wagen rauschte talwärts und krachte ungebremst in die Kabine, die sich zwischen Bergstation und der Mittelstütze befand. Die Gondel hat ein Leergewicht von 4,2 Tonnen, mit Gehänge und Rollenbatterien kommen noch je sieben Tonnen dazu. Weder in dem Bergewagen, noch in der Kabine befanden sich Personen, bei dem Unfall wurde niemand verletzt.
  • Nun geht es an die letzten Schritte der Bergung. Am Donnerstag, 27. September, fährt die kaputte Gondel langsam hinunter.
  • Zwei Stunden lang dauerte die Talfahrt der zerstörten Gondel. Die nächsten Schritte stehen schon fest
  • Am Montag, 17. Dezember, wurde die neue Gondel geliefert.

+++Aktualisieren+++

Update vom 7. März 2019: Auf der Tiroler Seite der Nach Stromausfall: Dutzende aus Tiroler Zugspitzbahn gerettet. Sie mussten am Mittwochabend aus der Tiroler Zugspitzbahn gerettet werden, berichtet Merkur.de*.

Nach Unfall bei Zugspitzbahn: Seilbahn fährt wieder

Update vom 21. Dezember: Kurz vor Weihnachten und damit kurz vor Beginn der Ferien, nimmt die Seilbahn zur Zugspitze heute wieder den Betrieb auf.

Zugspitzbahn fährt wieder ab Freitag 

Update vom 20. Dezember: Nach drei Monaten Stillstand nimmt die Seilbahn Zugspitze am Freitag ihren Betrieb auf. „Nach Abschluss aller Funktionsprüfungen und der Abnahme durch den Sachverständigen, erfolgte rechtzeitig vor Weihnachten jetzt noch die Zustimmung zur Betriebsgenehmigung durch die Seilbahnaufsicht“, heißt es auf der Webseite der Bayerischen Zugspitzbahnen. Für alle Skifahrer bedeutet dies: die Seilbahn fährt ab morgen täglich von 8:30 Uhr bis 16:45 Uhr. Zusätzlich nimmt ab Freitag außerdem im Skigebiet Zugspitze die Doppelschleppliftanlage Schneefernerkopf den Betrieb auf. 

Bei einer Routineübung war im Herbst ein Bergekorb auf eine der beiden Seilbahnkabinen geprallt, es entstand ein Millionenschaden. Erkenntnisse zur genauen Unfallursache stehen noch aus. Erst im kommenden Jahr rechnen die Bayerischen Zugspitzbahnen mit einem Ergebnis.

Nach Zugspitzbahn-Crash: Ursache steht immer noch nicht fest

Update vom 17. Dezember: Die neue Gondel der Zugspitzbahn wurde am Montag per Schwertransport nach Garmisch-Partenkirchen geliefert. Der Fokus der Verantwortlichen liegt jetzt darauf, die Seilbahn möglichst vor Weihnachten wieder in Betrieb zu nehmen. „Der Probelauf mit dem neuen Bergewagen, das Laufwerk und die Sicherheitseinrichtungen ist bereits erledigt“, erklärt Technischer Vorstand Peter Huber. Auch die Sachverständigen haben diese schon abgenommen. Am Dienstag fahren die BZB-Mitarbeiter mit dem Bergewagen zur Kabine und für Mittwoch erwarten sie die Sachverständigen und Vertreter der Aufsichtsbehörde. „Hoffentlich schreiben sie dann am Donnerstag die Genehmigung“, sagt der Technische Vorstand.

Die neue Gondel für die Zugspitzbahn ist da - das sind die Bilder

Der Schaden, der durch den Unfall vom September entstanden ist, geht in die Millionenhöhe. Wie es dazu kommen konnte, steht nach wie vor nicht fest. „Die Gutachter klären noch, wie es zu diesem Materialversagen kommen konnte“, sagte Mattias Stauch, Kaufmännische Vorstand der bayerischen Zugspitzbahn (BZB), am Montagvormittag. „Das wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Auch auf die genaue Schadenshöhe legte er sich nicht fest. „Das ist ein laufender Versicherungsfall.“ Nur soviel ließ sich der Kaufmann entlocken: Die Summe für die Neuanschaffungen und vor allem den Verdienstausfall setzt er im mittleren siebenstelligen Bereich an. 

Unfall bei der Zugspitzbahn: Neue Gondel ist da

Update, 17. Dezember:

Ein Vierteljahr nach dem Unfall an der Zugspitzseilbahn ist die neue Kabine angekommen. Die komplett neu angefertigte Kabine stehe an der Talstation in Grainau, teilte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes, am Montagmorgen mit. Mit einem Autokran sollte sie im Laufe des Tages ans Seil gehängt werden. „Sobald sie fahrbereit ist, werden wir anfangen, unsere Probefahrten zu machen.“

Die Bahn an Deutschlands höchstem Berg soll dann so schnell wie möglich ihren Betrieb wieder aufnehmen - wenn es gutgeht, schon Ende der Woche oder zu den Weihnachtsfeiertagen, sagte Lothes. Es gebe aber keinen festen Termin. Der kaufmännische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn, Matthias Stauch, hatte Ende November spätestens den Heiligen Abend als Ziel genannt.

Bei einer Routineübung war im Herbst ein Bergekorb auf eine der beiden Seilbahnkabinen gerauscht, es entstand Millionenschaden. Die 2962 Meter hohe Zugspitze konnte trotz des Unfalls jederzeit besucht werden. Die Zahnradbahn fährt regulär. Sie bringt seit dem Start der Skisaison Ende November auch die Wintersportler auf das Zugspitzplatt.

Die hochmoderne Seilbahn mit den bodentief verglasten Kabinen für bis zu 120 Passagiere hatte erst am 21. Dezember 2017 nach drei Jahren Planungs- und weiteren drei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen.

Update, 10. Dezember: Die neue Gondel für die Zugspitzseilbahn soll am Montag, 17. Dezember, geliefert werden. Damit könnte der Seilbahnbetrieb noch in diesem Jahr wieder starten.

Update am 10. Oktober 2018: Entwarnung bei der Seilbahn Zugspitze: Spezialisten untersuchten das Seil der Bayerischen Zugspitzbahn. Böse Überraschungen blieben aus.

Meldungen am 27. September: Gondel wieder im Tal

16.31 Uhr: Übrigens: Um die Gondel fahrtauglich zu machen, wurde das ebenfalls beschädigte alte Laufwerk mit Teilen eines Reservelaufwerks - eigentlich für die Revisionszeit gedacht - präpariert. Das alte Laufwerk wurde von dem Bergewagen in Mitleidenschaft gezogen.

16.22 Uhr: Nächste Woche wir die Gondel mit dem Autokran von den Seilen gehoben und verladen. Nach jetzigem Stand soll die neue Kabine noch in diesem Jahr fahren, im Idealfall in den Weihnachtsferien.

16.03 Uhr: Die Gondel ist in der Talstation angedockt:

15.53 Uhr: Der Bergewagen indes, der die Seilbahn zerstörte, liegt zerstückelt auf der Bergstation. Wann und wie die Teile ins Tal kommen, steht noch in den Sternen.

15.51 Uhr: Zwei Stunden hat es gedauert, bis die Seilbahn an der Talstation war. Gesteuert wurde sie von Bernhard Thoma, Chefmaschinist der Seilbahn Zugspitze. Normalerweise dauert die Fahrt zehn Minuten. Nun wird begutachtet von Experten. 

15.32 Uhr: Weitere Bilder der Einfahrt:

Nach Gondel-Unglück bei der Seilbahn Zugspitze: Die Bilder der Fahrt ins Tal

15.17 Uhr: Ein Live-Video von der Einfahrt:

15.08 Uhr: Ein aktuelles Video

15.03 Uhr: Bisher gibt es keine Anzeichen, dass das Tragseil irgendwie beschädigt ist. Wird aber von Experten überprüft, wenn die Gondel abgehängt ist.

14.53 Uhr: Die Gondel passiert aktuell die Stütze und wird nochmals verlangsamt.

Update, 27. September, 14.23 Uhr: Die Gondel wurde um 13.25 Uhr in Bewegung gesetzt. Sie kommt ins Tal, damit sie untersucht und demontiert wird. Jetzt ist man kurz vor der Stütze. Die Gondel bewegt sich mit 0,5 Metern pro Sekunde. Bisher läuft alles nach Plan, heißt es.

Unfall Seilbahn Zugspitze: Wann kommt die neue Gondel?

Update, 21. September, 17.35 Uhr: Den ersten, großen Schritt hat das Schweizer Berge-Team geschafft. Die Kabine hat keine Teile verloren und sie lässt sich fahren. Aus Sicherheitsgründen wurde die neue Kletterroute „Eisenzeit“ zur Zugspitze unterhalb der Bahn gesperrt. Nach nicht einmal einer Stunde ist der fast 18 Tonnen schwere Trümmerhaufen in der Bergstation. Dort wird er jetzt auf Herz und Nieren geprüft. „Als Erstes haben wir die Kabine gesichert“, sagt Hurm. Jetzt wird der Bergekorb aus der Kabine geschnitten. Die Gondel präparieren sie dann soweit, dass sie sicher bis zur Talstation fährt. Experten zerlegen und entsorgen sie dann.

Große Einbußen habe es bei der Zugspitzbahn bisher nicht gegeben: „Der Betrieb ist gleich am nächsten Tag für die Gäste ganz normal weitergegangen.“ Sie fuhren nicht mehr mit der neuen Seilbahn, sondern mit der Zahnrad- und Gletscherbahn auf den Gipfel. Klaus Schanda, BZB-Marketing- und Vertriebsleiter, will sogar einen Trend erkennen: „Man merkt schon ein wenig eine Art Sensationstourismus“, sagte er am Abend vor der Bergung gegenüber dem Tourismusausschuss Garmisch-Partenkirchen. Wie auch immer: Sonderliche Einbußen oder Fahrgast-Rückgänge seien trotz des Un- und Ausfalls mit einem Schaden in siebenstelliger Höhe nicht zu beklagen.

Wann die neue Gondel kommt, ist noch offen. Für die Schweizer Herstellerfirma Garaventa hat sie höchste Priorität, versichert Schanda. Seinen Wunschzettel für das Christkind hat er jedenfalls schon geschrieben: dass „die neue Kabine an Weihnachten wieder fährt“. Diesen Traum haben jetzt natürlich viele. „Aber wir sollten dennoch realistisch bleiben.“

In Grainau hat sich auch ein Berg-Drama abgespielt: Zwei Bergsteiger haben die Orientierung verloren. Wenig später bewahrheitete sich die Prognose der Rettungskräfte.

Unfall Seilbahn Zugspitze: Kaputte Kabine geborgen

Update, 21. September, 13.35 Uhr: Gut eine Woche nach dem Unfall an der Zugspitzseilbahn haben Fachleute die beschädigte Kabine geborgen. Sie wurde am Freitagvormittag zur Bergstation gebracht, wie die Bayerische Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen mitteilte. Die Kabine sei mit einer Geschwindigkeit von zehn Zentimetern pro Sekunde rund 280 Meter nach oben gezogen worden. „Wir sind sehr erleichtert. Der erste wichtige Schritt ist geschafft“, sagte Martin Hurm, Betriebsleiter Seilbahnen und Lifte Zugspitze.

Unfall Seilbahn Zugspitze: Bergung läuft

Update, 21. September, 12.33 Uhr: Die Bergung der kaputten Gondel der Zugspitzbahn ist in vollem Gange.

Zugspitzbahn: Gondel wird geborgen - Bilder zeigen Ausmaß der Zerstörung

Unfall Seilbahn Zugspitze: Am Freitag startet die Bergung

Update, 20. September: Noch hängt die havarierte Gondel der Seilbahn Zugspitze an der Unfallstelle. Wie Verena Lothes, Pressesprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn mitteilt, ist die Bergung der Kabine am Freitagvormittag angesetzt. Wie lange das Ganze dauert – unklar. Die Gondel werde nur langsam hochgezogen.

Die Anfertigung einer neuen Gondel wurde bereits in die Wege geleitet. Wie lange die Produktion der Seilbahnkabine allerdings dauern wird und wann die Seilbahn wieder in Betrieb genommen wird, steht noch in den Sternen.

Unfall Seilbahn Zugspitze: Bergungs-Zeitpunkt noch nicht bekannt

280 Meter unterhalb der Bergstation hängt die kaputte Gondel.

Update, 19. September, 11.49 Uhr: Die Vorbereitungen für die Bergung der Gondel laufen. Wie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) mitteilt, haben sich zur Bestandsaufnahme zwei Monteure des Seilbahnherstellers Garaventa AG auf den Weg zur beschädigten Kabine gemacht. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse soll die weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Wann die havarierte Gondel zur Bergstation gezogen werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

Zugspitzbahn-Unfall: Junge Liberale fordern Rücktritt ihres eigenen Mannes

Update, 18. September, 16.22 Uhr: Nach der Pressemitteilung des FDP-Mannes zum Unfall der Seilbahn Zugspitze, in dem er gegen Vorstand, Aufsichts- und Verwaltungsräte der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB) feuerte und Rücktritte forderte, bekommt Martin Schröter immer mehr Gegenwind zu spüren - auch aus den eigenen Reihen. Die Jungen Liberalen (JuLis) Oberland – also der FDP-Nachwuchs – distanziert sich in aller Deutlichkeit von seinen Äußerungen zum Seilbahn-Drama. Mehr noch: Stephan Strzondala, Schatzmeister und Vertreter in Garmisch-Partenkirchen, fordert Schröters Rücktritt.

Zugspitzbahn-Unfall: Experten jetzt am Berg angekommen

Update, 17. September, 15.18 Uhr: Wie die Pressesprecherin der Zugspitzbahn mitteilt, sind die Schweizer Experten der Seilbahnhersteller-Firma Garaventa um 14 Uhr am Berg angekommen. Material für die Bergung der kaputten Gondel ist auch schon auf den Gipfel transportiert. Nun werde alles für die Bergung vorbereitet. Dies werde laut Zugspitzbahn-Sprecherin auf jeden Fall bis mindestens Mittwoch dauern.  

Zugspitzbahn-Unfall: Zeitpunkt für Bergung völlig unklar

Update, 17. September, 11.55 Uhr: Wie die Sprecherin der Zugspitzbahn Verena Lothes gegenüber dem Garmisch-Partenkirchener Tagblatt mitteilt, haben sich die Gondel-Experten aus der Schweiz nun an die Arbeit gemacht, eine Lösung für die Bergung der vollkommen kaputten Gondel zu finden. Wann diese starten kann, ist allerdings völlig unklar.

Zuspitzbahn-Unfall: Gondel-Experten aus der Schweiz sind angekommen

Update, 15. September, 15.35 Uhr: Bei dem Unfall bei einer Notfallübung krachte eine Gondel mit einem Bergwagen zusammen. Die gute Nachricht: Menschen befanden sich nicht darin, jedoch wird die Bergung extrem kompliziert werden. Aus der Luft haben sich Experten ein Bild von der Lage gemacht. Für einen Erkundungsflug kreiste ein Helikopter über der demolierten Gondel.

Wie die Bild berichtet, sind mittlerweile auch Mitarbeiter des Seilbahn-Herstellers aus der Schweiz in Garmisch-Partenkirchen angekommen.  Zugspitzbahn-Sprecherin Verena Lothes sagte zu BILD: „Die beschädigte Seilbahnkabine soll samt Bergekorb zur Bergstation gebracht und dort demontiert werden.“

Das große Problem: Die Seilbahnkabine befindet sich rund 280 Meter entfernt von der Bergstation. Sie baumelt dort über dem Abgrund.  

Die beschädigte Gondel.

Zugspitzbahn-Unfall: Bergung gestaltet sich schwierig

Update, 14. September, 20.03 Uhr: Momentan hängt das Stahl- und Glasknäuel der Zugspitzbahn-Gondel in geschätzt 100 Meter Höhe am Tragseil – und eine Vielzahl von Experten zerbricht sich den Kopf, wie es von dort wegkommt. „Eine Bergung mit einem Hubschrauber ist nicht möglich“, sagte Arno Inauen vom Schweizer Seilbahn-Hersteller Garaventa. Dafür ist die Gondel mit einem Gesamtgewicht von über elf Tonnen viel zu schwer, dazu käme noch der Bergekorb mit weiteren 2,5 Tonnen. Er hat sich mit der eigentliche Gondel verkeilt. 

Es bleibe eigentlich nur eine Alternative, sagt Inauen. „Wir werden versuchen, das Ganze raufzuziehen.“ Das sind 280 Meter am Seil bergauf. „Die Sicherheit der Monteure hat dabei oberste Priorität“, erklärt dazu die Regierung von Oberbayern. In der Station könnten die zerknautschten Gondeln zerlegt und mit einem „Hilfsfahrzeug“ – einer Art Baustellen-Gondel – stückweise ins Tal befördert werden.

Zugspitzbahn-Unfall löst Eklat in der Lokalpolitik aus

Update, 14. September, 14.05 Uhr: Der FDP-Gemeinderat Martin Schröter versucht, die Seilbahn-Havarie an der Zugspitze in einer Pressemitteilung parteipolitisch ausnutzen. Unter anderem entgegnete die CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch: „Die Geschmacklosigkeit des Herrn Schröter ist nicht zu überbieten. Wer sich in solch perfider Art und Weise an einem derartigen Unfall persönlich zu profilieren versucht, hat das Recht verloren, den Markt Garmisch-Partenkirchen als Gemeinderat zu vertreten.“

Mehr zum Statement des FDP-Lokalpolitikers und den Wirbel, den er damit auslöste, lesen Sie hier auf Merkur.de.

Am Tag nach dem Unfall der Zugspitzbahn: Experten beraten über Bergung

Update, 14. September, 11.33 Uhr: Die Seilbahn zur Zugspitze kann nach einem Unfall bei einer Notfallübung bis auf Weiteres nicht fahren. Die Bahn, die erst im vergangenen Dezember in Betrieb gegangen war, werde „mit Sicherheit mehrere Wochen geschlossen bleiben“, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes, am Freitag. Dennoch könne Deutschlands mit 2962 Metern höchster Gipfel besucht werden und auch der Beginn der Skisaison am 16. November sei nicht in Gefahr: Die Zahnradbahn und die Gletscherbahn fahren regulär. Auch im vergangenen Jahr hatte es zum Start der Skisaison wegen des Neubaus keine Seilbahn gegeben.

Die Höhe des Schadens war auch am Freitag unklar. „Die Kabine ist massiv beschädigt“, sagte Lothes. „Wir gehen davon aus, dass wir eine neue Kabine brauchen.“ Auch am Freitag hing die Gondel noch am Ort des Unglücks. Nach einem Erkundungsflug arbeiten Experten nun an einer Lösung, wie sie geborgen werden kann.

Bis zur Behebung des Schadens rät die Bayerische Zugspitzbahn davon ab, die in der Nähe liegende Kletterroute „Eisenzeit“ über das Bayerische Schneekar zu begehen. Dies sei eine reine Sicherheitsempfehlung, hieß es.

dpa

Kollision bei Zugspitzbahn: Notfallübung endet mit fataler Kettenreaktion

Grainau - Sie ist das Vorzeigeprojekt an Deutschlands höchstem Gipfel: die im vergangenen Dezember neu eröffnete Seilbahn Zugspitze. 1945 Meter Höhenunterschied sind es von der Tal- bis zur Gipfelstation - Weltrekord. 580 Passagiere pro Stunde können die beiden Gondeln zum Gipfel befördern und so den Andrang von rund einer halben Million Besuchern auf der Zugspitze im Jahr mit deutlich weniger Wartezeit bewältigen als mit dem Vorgänger, der Eibsee-Seilbahn.

Doch seit Mittwochabend steht die hochmoderne Seilbahn still. Bei einer Übung nach Betriebsschluss ist es zu einer heftigen Kollision gekommen. Bei dem internen Test für den Ernstfall übte das Bergbahnpersonal routinemäßig, wie die Passagiere aus der Gondel evakuiert werden können, falls diese mal nicht mehr vorwärts kommen sollte. Dafür wird ein sogenannter Bergewagen zur Gondel abgelassen, mit dem 30 Fahrgäste zurück zur Bergstation geholt werden können, erklärte Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. Für jedes der beiden Seile ist so ein 2,5 Tonnen schwerer Bergewagen an der Bergstation installiert.

Kette eines Hebewerkzeugs reißt und löst Kettenreaktion aus

Doch gegen 18 Uhr riss plötzlich die Kette eines Hebewerkzeugs beim Absenken des Bergewagens. Dies habe eine Kettenreaktion ausgelöst, teilte die Bayerische Zugspitzbahn am Donnerstag mit. Der Wagen rauschte talwärts und krachte ungebremst in die Kabine, die sich zwischen Bergstation und der Mittelstütze befand. Die Gondel hat ein Leergewicht von 4,2 Tonnen, mit Gehänge und Rollenbatterien kommen noch je sieben Tonnen dazu. Weder in dem Bergewagen, noch in der Kabine befanden sich Personen, bei dem Unfall wurde niemand verletzt.

Die Folgen sind dennoch massiv. „Der Schaden ist noch überhaupt nicht abzuschätzen“, sagte Lothes. Die Bahn sei für solche Fälle versichert. Doch so viel ist klar: An der Kabine ist ein Totalschaden entstanden. Sie muss ausgetauscht werden. Und da wartet die größte Herausforderung: Derzeit hängen Bergewagen und Gondel verkeilt etwa 280 Meter unterhalb der Bergstation. „Unsere Sachverständigen beraten nun, wie die Kabine geborgen werden kann“, sagte Lothes.

Kletterroute „Eisenzeit“ an Zugspitze derzeit nicht zu begehen

Dass die havarierte Kabine abstürzen könnte, sei zwar aktuell nicht zu befürchten, sagte Lothes am Donnerstagnachmittag. Sicherheitshalber habe man aber dennoch den Deutschen Alpenverein informiert. Dessen Bergführer sollen verbreiten, dass die Kletterroute „Eisenzeit“ an der Nordwand der Zugspitze etwas seitlich von der luftigen Unfallstelle derzeit vorsichtshalber nicht begangen werden sollte.

Wie lange die neue Seilbahn stillsteht, ist noch völlig offen. Sie bleibe „bis auf weiteres“ außer Betrieb, hieß es gestern. Erst muss ein Weg gefunden werden, um die beschädigte Kabine wieder ins Tal zu bringen. In der Zwischenzeit müssen Zugspitz-Besucher auf die Zahnradbahn ausweichen. Auch die Gletscherbahn vom Zugspitzplatt bis zum Gipfel ist regulär in Betrieb. Allerdings ist auf der Gipfelterrasse ein Bereich für die Bergungsarbeiten abgesperrt.

Auch dramatisch: Umwelt-Alarm nach Lkw-Crash! Laster schleudert gegen Ampel - dann kommt es zur Katastrophe

Im Video: Jungfernfahrt der Zugspitzbahn im April 2018

Zugspitzbahn ohne Strom: Fahrgäste mussten in Gondel ausharren - Grund ist jetzt klar

Ein Stromausfall hat am Sonntag die Zugspitzbahn lahmgelegt. Rund 200 Menschen mussten sich in Geduld üben.

Lesen Sie auch: Sturm-Schock! Gondeln geraten außer Kontrolle - dann kommt es zum großen Knall

Stromausfall in München am 14.12.2018: Auch U-Bahn, Radio und 1860 betroffen

Drama in Ellmau: 7-Jährige fällt von Sessellift auf die Ski-Piste

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall am Farchanter Tunnel
Nach einem Frontalzusammenstoß mehrerer Pkw hinter dem Nordportal des Farchanter Tunnels kommt es zu massiven Verkehrsbehinderungen. Der Tunnel ist komplett gesperrt. 
Schwerer Unfall am Farchanter Tunnel
„Sanis“ seit elf Dekaden im Einsatz
Die Rotkreuz-Bereitschaft Mittenwald blickt auf nun mehr 110 Jahre zurück. Eine Erfolgsgeschichte, wie sich am Sonntag bei der großen Feier zeigte.
„Sanis“ seit elf Dekaden im Einsatz
Zweites Vier-Sterne-Hotel für Bad Bayersoien
Eine Wellness-Herberge mit 32 Zimmern soll in Bad Bayersoien in 1A-Lage entstehen. Bauwerber und Architekt stellten dem Gemeinderat die Pläne vor.
Zweites Vier-Sterne-Hotel für Bad Bayersoien
Seehausen wartet rund 40 Jahre - nun bringt ein Millionenprojekt mehr Sicherheit
Rund 40 Jahre lang hat Seehausen darauf gewartet: Fast vier Millionen Euro fließen in eine Fußgänger- und Radfahrerunterführung, durch die man die Bahnstrecke sicher …
Seehausen wartet rund 40 Jahre - nun bringt ein Millionenprojekt mehr Sicherheit

Kommentare

Andrew Daniels
(1)(0)

Da darf sich die Zugspitzbahn AG aber glücklich schätzen das die Fertigstellung der neuen Gondel, incl. Anlieferung, Verbau und Inbetriebnahme, so zügig und zeitnah zum Touismusgeschäft, abgelaufen ist. Gratulation an das Fertigungsunternehmen und die zuständige Zulassungsbehörde.
Muss, und sollte, auch mal erwähnt werden!!

Florian MaierAntwort
(0)(0)

Wie gesagt, geht doch.

KarwendelgeistAntwort
(0)(0)

Wenn Sie Lokomotiven gebaut haben, für deren Betrieb und Wartung zuständig waren, ja.
Allerdings sind Sie dann nur ein Experte für Modell- Lokomotiven😉