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Am Unfallort versorgen die Einsatzkräfte den Bergsteiger. Er ist durchnässt und vollkommen unterkühlt.
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Die Unfallstelle: etwa 30 Meter rutscht der Mann ab und stürzt dann in eine Gletscherspalte. 
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Am Unfallort versorgen die Einsatzkräfte den Bergsteiger. Er ist durchnässt und vollkommen unterkühlt.
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Am Unfallort versorgen die Einsatzkräfte den Bergsteiger. Er ist durchnässt und vollkommen unterkühlt.
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Nass, rutschig, kalt: Überaus schwierige Bedingungen herrschen beim Einsatz. Auch für die Retter ist er riskant. 
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Nass, rutschig, kalt: Überaus schwierige Bedingungen herrschen beim Einsatz. Auch für die Retter ist er riskant. 
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In einer Trage transportieren die Rettungskräfte den Mann ins Tal. Ein anstrengender und riskanter Einsatz. 

Bergwacht zehn Stunden Einsatz

Auf dem Weg zur Zugspitze: Bergsteiger stürzt in Gletscherspalte

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Riskant und anstrengend war der Einsatz für die Bergwacht Grainau. Auf dem Weg zur Zugspitze war ein Mann in eine Gletscherspalte gestürzt.

Grainau– Den blanken Gletscher hatte der Bergsteiger auf seinem Weg zur Zugspitze bereits überquert, die Steigeisen ausgezogen – das wurde ihm zum Verhängnis. Er verlor den Halt, rutschte 30 Meter ab und stürzte in eine circa drei Meter tiefe Gletscherspalte. Nach den langen und starken Regenfällen der vergangenen Tage hatte sich diese gefüllt. Bis zum Brustkorbstand der 68-Jährige im eiskalten Wasser. Für die Bergwacht Grainau begann damit Freitagmittag ein zehnstündiger Einsatz am Höllentalferner, der dem Team „einiges abverlangte“, sagt Bereitschaftsleiter Toni Vogg junior.

Als der Notruf um 11.41 Uhr einging, war den Kräften klar: Dieser Einsatz wird aufwendig. Denn die Wolken hingen tief. Hilfe aus der Luft – ausgeschlossen. Sofort rekrutierten die Grainauer um Einsatzleiter Tobias Stöffelbauer weitere Retter der Bereitschaft.

Begleiter befreien stark unterkühlten Mann aus der Spalte 

Bereits 20 Minuten nach dem Alarm fuhren die ersten drei Einsatzkräfte mit der Seilbahn zum Zugspitzgipfel und stiegen über den Klettersteig zum Gletscher ab. Parallel versuchten die zwei Begleiter des Verunglückten sowie vier weitere Bergsteiger, den Erfurter aus der Spalte zu befreien – was gelang. Als die ersten Bergretter nach einer Stunde eintrafen, übernahmen sie die Erstversorgung des Patienten. Er war bis auf die Haut durchnässt. Äußerlich hatte er sich durch den Sturz mehrere Prellungen und Schürfwunden zugezogen. Schwere aber wog die starke Unterkühlung. Selbst gehen konnte der Mann nicht, nur ein liegender Transport kam in Frage. Daher machten sich sieben weitere Einsatzkräfte, die bereits am Zugspitzgipfel bereitstanden, mit einem Arzt und einer Gebirgstrage auf den Weg zur Einsatzstelle. Zusätzlich stiegen fünf Bergretter mit einem 200 Meter langen Spezialseil durch das Höllental auf, um das Abseilen vom sogenannten Brett, einer Klettersteigpassage, vorzubereiten. Ein Grainauer Retter führte die beiden Kameraden des Patienten ins Tal.

Rutschig und riskant: Abstieg über Fels und Eis

Um 14.40 Uhr begann der mühsame Abstieg über Fels und Eis mit dem Verunglückten – notversorgt durch eine Wärmepackung – in der Trage. Das Wetter blieb kalt und regnerisch, der Untergrund rutschig. Etwa eineinhalb Stunden später erreichte die Mannschaft das Brett. 150 Meter mussten die Retter den Verunglückten bis zum Wandfuß abseilen, von dort ging es weiter zur Höllentalangerhütte, die sie um 18.30 Uhr erreichten – nur ein kurzer Stopp, um sich aufzuwärmen und zu stärken. Eine Stunde später machten sie sich wieder auf den Weg. Nach der Klamm, an der Material-Seilbahn der Eingangshütte, warteten das Grainauer Rettungs- und das Mannschaftsfahrzeug der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen für den Transport. Im Tal brachte ein Rettungswagen den 68-Jährigen ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt waren 18 Kräfte der Bergwacht Grainau sowie ein Kamerad aus Garmisch-Partenkirchen bis etwa 21.45 Uhr gefordert.

Angesichts des Risikos rät Bereitschaftsleiter Vogg dringend von einer Besteigung bei anhaltend schlechter Wetterprognose ab. „Der nötige Respekt gegenüber der Natur und den Verhältnissen sollte gewahrt bleiben.“ 

Im Juni saß eine Wandergruppe auf der Zugspitze fest, weil sie nicht mit Schnee gerechnet hat, berichtete Merkur.de.

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